G-20-Gipfel Hamburgs Polizeipräsident verspricht G-20-Demonstranten Schutz

Hamburgs Polizeipräsident Ralf Martin Meyer spricht am 15.06.2017 in Hamburg während einer Pressekonferenz.

(Foto: dpa)
  • Das Sicherheitspersonal ausländischer Delegationen habe beim G20-Gipfel keine polizeilichen Befugnisse, sagte der Hamburger Polizeipräsident.
  • Als der türkische Präsident Erdoğan vor kurzem Washington besuchte, hatten seine Bodyguards auf Demonstranten eingeprügelt.
  • Mittlerweile haben amerikanische Behörden Haftbefehle gegen die beteiligten Sicherheitsleute erlassen.

Hamburgs Polizeipräsident Ralf Martin Meyer erwartet beim G-20-Gipfel der Staats- und Regierungschefs Anfang Juli keine Übergriffe von Leibwächtern. "Szenen wie in Washington, als Personenschützer des türkischen Präsidenten auf Demonstranten einprügelten, wird es in Hamburg nicht geben", zitiert das Nachrichtenmagazin Der Spiegel den Polizeichef. "Die Polizei ist vor Ort und würde in einem solchen Fall sofort einschreiten", kündigte Meyer an.

Das Sicherheitspersonal ausländischer Delegationen habe beim G20-Gipfel keine polizeilichen Befugnisse. "Es darf nur in Fällen von Nothilfe für die jeweilige Schutzperson tätig werden", stellte er im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin klar.

Am 16. Mai warteten vor der Residenz des türkischen Botschafters in Washington Kritiker Erdoğans auf den Staatschef mit Sprechchören, als dieser von einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump zurückkam. Daraufhin griffen - unter den Augen des türkischen Präsidenten - Sicherheitsleute und Erdoğan-Anhänger die Demonstranten an und verletzten neun von ihnen.

Mittlerweile haben amerikanische Behörden Haftbefehle gegen die beteiligten Sicherheitsleute erlassen. Die Polizei von Washington sucht neun türkische Sicherheitsbeamte, drei türkische Polizisten sowie zwei Kanadier. Der örtliche Polizeichef Peter Newsham sagte: "Wir alle haben die gegen Demonstranten verübte Gewalt gesehen. Das werden wir nicht tolerieren." Zwei Personen wurden bislang festgenommen.

Erdoğan reagierte mit scharfer Kritik auf die Entscheidung und warf den Sicherheitskräften vor, ihn nicht ausreichend geschützt zu haben. "Terroristen" hätten sich ihm auf 50 Meter nähern können. Die US-Beamten hätten "nichts unternommen", weshalb seine eigenen Leibwächter aktiv wurden.

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