Während der Alt-Bundespräsident die demonstrationsfreie Pufferzone in Heiligendamm für zu gering bemessen hält, glaubt Ex-Finanzminister Waigel, dass die G-8-Gipfel künftig an menschenleeren Orten stattfinden.

Altbundespräsident Roman Herzog hält die Sicherheitsmaßnahmen für den G-8-Gipfel in Heiligendamm für unzureichend. Mit 200 Metern Breite sei die demonstrationsfreie Pufferzone außerhalb des Schutzzaunes viel zu knapp bemessen, sagte er in der ARD-Sendung "Menschen bei Maischberger" am Dienstagabend.

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"200 Meter sind entschieden zu wenig." Eine solche Sicherheitszone würde er "als Richter nicht akzeptieren", betonte der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts mit Blick auf eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Schwerin vom Freitag. Demnach dürfen Globalisierungsgegner gegen den Willen der Polizei während des G-8-Gipfels vom 6. bis 8. Juni bis auf 200 Meter an den Sicherheitszaun herankommen. "Demonstrationsverbote für ein ganzes Gebiet sind zulässig", sagte Herzog.

Schäuble: G 8 kann nicht im U-Boot tagen

Der frühere Bundesfinanzminister Theo Waigel (CSU) sieht künftige G8-Gipfel nur noch an menschenleeren Orten. "Wenn das so weiter geht, bleibt nichts anderes übrig, als diese Gipfel dorthin zu verlegen, wo keine Demonstrationen möglich sind", sagte Waigel am Mittwoch im Bayerischen Rundfunk. "Dann müssen wir also in Deutschland auf die Zugspitze gehen oder nach Hiddensee oder nach Helgoland." Waigel fügte hinzu: "Und das wird auch stattfinden. Denn niemand kann sich auf Dauer diese Gegenstimmung leisten."

Auch Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt hatte sich kritisch über den Austragungsort Heiligendamm geäußert. Daraufhin hatte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble in einen Interview gesagt, die Staats- und Regierungschefs der G 8 wollten sich an die Weltöffentlichkeit wenden und könnten daher "nicht in einem U-Boot tagen."

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(sueddeutsche.de/dpa/AP)