Bilanz nach fünf Jahren Hartz IV: Die Armut nimmt zu, nicht ab. Die Löhne sinken in den Keller, die Stimmung im Land ist gedrückt. Hartz IV ist der Sumpf, nicht die Rettung.
Ziehen wir nach fünf Jahren eine Bilanz über den Erfolg von Hartz IV. Erfolg? Erfolg haben Empfänger dieser Leistungen vor allem bei den Sozialgerichten. Die Hälfte der Klagen wegen und gegen Hartz IV ist erfolgreich. Hartz IV ist immer noch ein institutionalisiertes Chaos; es ist Fordern ohne Fördern; es ist der Sumpf, nicht die Rettung.
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Mit Hartz IV hat die Armut im Lande zugenommen. (© Foto: dpa)
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Mit Hartz IV hat die Armut im Lande zugenommen. Hartz IV hat die Stimmung im Land niedergedrückt. Das Armutsrisiko ist selbst für diejenigen gestiegen, die mit der Reform wieder in Arbeit gelangt sind: Hartz IV verändert nämlich die Struktur der Arbeitsverhältnisse, die Löhne sinken in den Keller. Die Arbeitsverhältnisse mit Tariflohn werden abgelöst von Ein-Euro- und Mini-Jobs, von befristeten Teilzeit- und Leiharbeitsverhältnissen mit Niedriglöhnen.
Gefördert wurde also nicht Qualifizierung, sondern Degradierung von Arbeit. Armut wächst nun ins Alter hinein: Weil die Sozialleistungen niedrig sind, weil das Angesparte abgeschmolzen wird, weil die Löhne und Rentenbeiträge schwinden. Vonnöten wären: bedarfsgerechtere Absicherung bei Arbeitslosigkeit, Mindestlöhne, mehr Bildung und mehr individuelle Förderung.
In Kürze wird wohl auch das Bundesverfassungsgericht über die unselige Großreform den Stab brechen. Es ist also wirklich höchste Zeit geworden, dass der neue Vorsitzende der SPD deren ewige Anbetung beendet.
Sigmar Gabriel ist dabei, den Hartz-IV-Kult abzuschaffen, den seine Vorgänger eingeführt haben. Die SPD muss umfassende Korrekturen vorschlagen, bevor sich sogar das Verfassungsgericht als sozialer als die Sozialdemokratie erweist. Sie steht in der Pflicht aus vorangegangem Tun; sie hat die Sache angerichtet.
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(SZ vom 21.12.2009/jab)
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Herr Prantl schreibt: "Arme Bilanz". Seine Position als "neutraler Sozi" ist allgemein bekannt.
Die SPD hat schon lange ein grundlegendes Problem:Ist sie in der Opposition, kann sie Dinge fordern, die keiner umsetzen muss. Ist sie in der Regierung, muss sie auf die Realitäten setzen. Gewiss grundsetzlich gitl das für alle Parteien. Bei den Sozis ist der widerspruch so groß wie bei keiner anderen Partei. selbst die Grünen sind viel realer geworden als noch zu Joschkas "Steinewürfe".
Helmut Schmitt stand zum Natodoppelbeschluss und seiner Folgen: die Parteifreunde haben ihn "abgewählt".
Gerhard Schröder stand vor allem für (seine eigene) Macht. Die Partei hat es geschluckt und war sieben Jahre an der Macht.
Vielleicht kann man das ganze Dilemma der Sozis auf den Punkt bringen: Rgeiern würden wir schon, aber oppnieren gleichzeitig, das wär unser Traum.
Mir scheint bei vielen SPD'lern auch noch eines ganz wichtig zu sein: was sagt der Wähler? Man erkennt keine Struktur, von Zielen ganz zu schweigen. Im Umgang mit der Linken haben die letzten Vorsitzenden überhaupt keine klare Linie gehabt. man hat Angst vpor den Altkommunisten, weil sie die Wähler abwerben; sonst ist nichts zu sehen.
Es wird noch eine ganze Zeit lang brauchen, bis die SPD wieder erkennbar und damit wählbar sein wird.
sind dann auch die Mediziner die am besten verdienenden Akademiker. Meier-Eins, die armen Ferkel im hiesigen Gesundheitsunwesen sind die Kranken- und Altenpfleger.
Das Problem ist, dass Sie Leistung ausschließlich über die Höhe des Einkommens bzw. des Vermögens definieren.
Haben Sie bei Ihren Überlegungen schon mal an medizinisches Personal gedacht, welches sich aus Überzeugung (sicher nicht wegen des üppigen Einkommens) für andere Menschen aufopfert.
Das ist in Ihren Augen wohl Verschwendung von Ressourcen...
Wenn Sie sich schon so weit aus dem Fenster hängen: Teilen Sie uns doch mit, mit welchen Leistungen Sie sich den Porsche und die Wohnung in Florida erarbeitet haben. Korrigieren Sie ggf. meine Vermutung, daß es dabei über weite Strecken zuging wie in Polts "Kehraus" persifliert.
Die Platte "Hängemattenmentalität" hat dann einen Sprung und sie wird dadurch nicht glaubwürdiger.
Ist doch ganz klar: Wenn man im eigenen Leben nichts erreicht hat, versucht man eben vom Kuchen der anderen möglichst viel abzubekommen. Da sieht man wieder einmal wohin unsere "soziale "Hängemattenmentalität" hinführt: Es ist halt immer einfacher rumzuheulen und sich zu beschweren, anstatt sich mal selber anzustrengen.
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