Führungskrise in Italien – Silvio Berlusconi, Schrecken Europas

Dass der Ex-Premier wieder antritt, verstört selbst Teile seiner eigenen Partei. Welche Rolle er genau in der zukünftigen Regierung einnehmen wird, ist unklar. Zwischendurch äußerte er Wünsche, Wirtschaftsminister werden zu wollen. Pläne fürs Geldausgeben hat er genug: 8,6 Milliarden Euro will er ans Volk verteilen. Die eine Hälfte bar auf die Hand als Rückerstattung der 2012 von Monti eingezogenen Immobiliensteuer, die andere Hälfte mit der Abschaffung derselben im laufenden Jahr. Obendrauf soll es eine Amnestie für Steuersünder geben.

Dass der abgewirtschaftete Politiker tatsächlich wieder Regierungschef wird, um seine eigenen Interessen zu verfolgen, erschien zu Anfang seiner Kampagne sehr unwahrscheinlich. Es wurde vermutet, dass der 76-Jährige unter Realitätsverlust leidet und sich im Wahlkampf um Kopf und Kragen redet. Doch in letzten Umfragen legte er deutlich zu.

Bild: dpa 13. Dezember 2012, 15:032012-12-13 15:03:41 © Süddeutsche.de/joku/rus