Führende SPD-Politiker haben offen die K-Frage gestellt. Parteichef Beck gibt sich unbeeindruckt - er will an seinem Zeitplan festhalten und im Herbst über die Kanzlerkandidatur entscheiden.

SPD-Chef Kurt Beck gibt sich angesichts der neu entbrannten Diskussion um seine Kanzlerkandidatur ungerührt. Er will an seinem Zeitplan nicht rütteln lassen.

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SPD-Chef Kurt Beck gibt sich in der ARD ungerührt: Die K-Frage soll seine Partei im Herbst beantworten. (© Foto: dpa)

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Bei der Aufzeichnung der ARD-Talk-Sendung "Beckmann", die am Montagabend ausgestrahlt wird, unterstrich Beck, er wolle frühestens im Herbst sagen, ob er antrete: "Ich weiß, was ich will und was ich vorschlagen werde."

Beck sagte weiter, die heftige Kritik wegen seiner Äußerungen zum Umgang mit der Linken lasse ihn natürlich nicht kalt. Aber "davon lasse ich mich nicht unterkriegen", betonte er. "Ich stehe, ich bleibe." Das Vorsitzendenamt werde er auf jeden Fall weiter ausüben. "Es gibt auch eine Bringschuld, die werde ich gerne einlösen."

Auf die Frage, ob das Amt noch Spaß mache, sagte Beck, Spaß sei nicht gerade das passende Wort. Aber es gebe ihm eine "gewisse Zufriedenheit", etwas für die Menschen bewegen zu können.

Am Wochenende hatte SPD-Fraktionschef Peter Struck Außenminister Frank-Walter Steinmeier als "geeigneten" Kanzlerkandidaten ins Gespräch gebracht - falls Beck nicht antreten wolle.

Struck hatte in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung bekräftigt, der Parteivorsitzende sei der natürliche Kanzlerkandidat. Beck werde seine Entscheidung davon abhängig machen, "mit wem die SPD zu diesem Zeitpunkt die größten Chancen hat". Nach Steinmeier zählt Struck Finanzminister Peer Steinbrück zu den möglichen Kandidaten. Beck habe beide nicht ohne Grund zu Stellvertretern gemacht.

Der frühere SPD-Chef Franz Müntefering übte nach einem Spiegel-Bericht in einem internen Papier Kritik an Becks Kurs. Zur Frage des Kanzlerkandidaten schreibe er, die SPD sollte für die Bundestagswahl 2009 eine Zusammenarbeit mit der Linken ausschließen. "Das muss sich auch in den Personalentscheidungen der SPD klar abzeichnen."

Beck startet heute in Schleswig-Holstein eine bundesweite Kampagne unter dem Motto "Deutschland-Dialog: Nah bei den Menschen". Bis in den Spätherbst sind über 45 Veranstaltungen in allen Ländern mit Beck und seinen drei Stellvertretern vorgesehen. Dabei sollen die Beschlüsse des Bundesparteitages in Hamburg dargestellt und die Grundlagen für ein Wahl- und Regierungsprogramm für den Bundestagswahlkampf 2009 diskutiert werden.

Beck nimmt am Vormittag in Plön an einer SPD-Funktionärskonferenz teil. Anschließend besucht er Schleswig-Holsteins Polizeischule in Eutin. Am Abend steht eine Diskussionsveranstaltung in Rendsburg auf dem Programm.

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(dpa/maru/gal)