Front National Putin empfängt Le Pen

  • Marine Le Pen trifft einen Monat vor der französischen Präsidentschaftswahl Wladimir Putin in Moskau.
  • Die Chefin des rechtsextremen Front National hat ausgesprochen gute Kontakte nach Moskau und trifft regelmäßig ranghohe russische Politiker.

Einen Monat vor der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl ist die rechtspopulistische Kandidatin Marine Le Pen in Moskau von Staatschef Wladimir Putin empfangen worden. Dieser sagte laut russischen Nachrichtenagenturen, Moskau wolle "auf keinen Fall" Einfluss auf die französische Politik nehmen. "Aber wir behalten uns das Recht vor, mit allen politischen Kräften des Landes zu kommunizieren."

Es sei "interessant", sich mit der Front-National-Chefin über die Entwicklung der bilateralen Beziehungen auszutauschen, sagte Putin. Die Politikerin repräsentiere ein "politisches Spektrum" in Europa, das sich rasch entwickle. Le Pen hat ausgesprochen gute Kontakte nach Moskau, sie trifft regelmäßig ranghohe russische Politiker.

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Es ist allerdings das erste Mal, dass sie von Putin persönlich empfangen wurde. Über eine finanzielle Unterstützung für den Front National sei nicht gesprochen worden, sagte sein Sprecher. 2014 hat die Partei einen Millionenkredit von einer kremlnahen Bank erhalten.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bezeichnete das Treffen als "normale Praxis". Putin habe seine Bereitschaft bekräftigt, sowohl mit der aktuellen politischen Führung als auch mit der Opposition in Kontakt zu stehen, sagte er. Trotzdem ist das Treffen so kurz vor der französischen Wahl ungewöhnlich. Normalerweise trifft der Kreml-Chef laut Protokoll dann eher den Staats- oder Regierungschef.

Die erste Runde der französischen Präsidentschaftswahl findet am 23. April statt, eine Stichwahl ist für Anfang Mai vorgesehen. Im Rennen um die Nachfolge des Sozialisten François Hollande sehen Umfragen derzeit den parteilosen Mitte-Kandidaten Emmanuel Macron und Le Pen vorn.

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