Friedrich der GroßeFritzens Leben im Comic-Vorläufer

100 Jahre nach seinem Tod war Friedrich II. längst zu Deutschlands Superkönig verklärt worden. Selbst Kindern wurde der Mythos des "Alten Fritz" nahegebracht - mitunter in Form eines biographischen Comics.

100 Jahre nach seinem Tod war Friedrich II. längst zu Deutschlands Superkönig verklärt worden. Schon Kindern wurde der Mythos des "Alten Fritz" im Kaiserreich nahegebracht - mitunter in Form eines biographischen Comics. Die folgenden Zeichnungen stammen aus einem opulent aufgemachten Band von Carl Röchling und Richard Knötel aus dem Jahre 1895. Die Illustrationen sind kennzeichnend dafür, wie die historische Gestalt des Preußenkönigs von nachfolgenden Generationen heroisiert, glorifiziert und verniedlicht wurde.

Friedrich kam am 24. Januar 1712 im Berliner Stadtschloss zur Welt. Früh offenbarte sich sein musisches Interesse. Die Abbildung zeigt den Prinzen mit seiner Schwester Wilhelmine, eine der wenigen Frauen, die er tatsächlich mochte. Bewusst wird Friedrich als Trommler dargestellt, der laut Bildunterschrift behauptet, das hielte er für "nützlicher als spielen" und habe es "lieber als Blumen." Damit soll die frühe Begeisterung fürs Militärische impliziert werden. Das Gegenteil war der Fall: Friedrich hasste den Soldatendrill seines strengen Vaters, König Friedrich Wilhelm. Musik hingegen lag ihm sehr - allerdings spielte er lieber Flöte, als die Trommel zu rühren.

Bild: Carl Röchling / Richard Knötel 24. Januar 2012, 12:222012-01-24 12:22:08 © Süddeutsche.de/odg