Friedensnobelpreisträger Obama und Clintons reisen zur Beerdigung von Schimon Peres

Peres im November 2015.

(Foto: AP)

Friedensnobelpreisträger Schimon Peres ist im Alter von 93 Jahren gestorben. Zahlreiche hochrangige Politiker wollen zu dem Begräbnis reisen.

Schimon Peres ist tot. Dies berichten übereinstimmend mehrere Medien. Der israelische Staatsmann starb im Alter von 93 Jahren in einem Krankenhaus bei Tel Aviv an den Folgen eines Schlaganfalles, den er vor zwei Wochen erlitten hatte. Seine Familie war in seinen letzten Stunden bei ihm.

Peres war nach dem Schlaganfall am 13. September 2016 beatmet und in Narkose versetzt worden. Zuletzt hatte es den Anschein gehabt, sein Zustand verbessere sich leicht. Immer wieder hieß es, er sei zwischendurch ansprechbar gewesen und habe Angehörigen auf Aufforderung die Hand gedrückt. Bereits zu Jahresbeginn hatte der Friedensnobelpreisträger einen Herzinfarkt erlitten. Anfang September war ihm ein Herzschrittmacher eingesetzt worden.

Weltweit würdigten Politiker und andere Prominente den Verstorbenen (hier die Reaktionen). Viele kündigten bereits an, zum Begräbnis Peres' reisen zu wollen, so etwa US-Präsident Barack Obama, Bill und Hillary Clinton, Bundespräsident Joachim Gauck, der französische Präsident François Hollande, der kanadische Premier Justin Trudeau, der britische Kronprinz Charles und die niederländische Königinmutter Beatrix.

Berichte, wonach auch Papst Franziskus zur Beerdigung reist, wurden allerdings inzwischen vom Vatikan dementiert. Das Presseamt des Heiligen Stuhls verwies auf die von Freitag bis Sonntag geplante Reise des Papstes nach Georgien und Aserbaidschan. Franziskus werde jedoch ein Beileidstelegramm senden.

Peres' Sarg soll Fernsehberichten zufolge am Donnerstag in der Knesset aufgebahrt werden. Am Freitag werde mit dem Begräbnis gerechnet, berichtete das israelische Fernsehen weiter. Dies müsse aber ein zuständiger Ausschuss noch offiziell beschließen.

Letzter namhafter Vertreter der Gründergeneration Israels

Ein stiller Revolutionär

Ein halbes Jahrhundert hat Schimon Peres die Politik im Nahen Osten geprägt. Der Friedensnobelpreisträger hat viel bewegt. Stationen seines Lebens in Bildern. mehr ...

Peres war der letzte namhafte Vertreter der Gründergeneration Israels. Der im heutigen Weißrussland geborene Politiker prägte die Politik seines Heimatlandes über sieben Jahrzehnte. Unter anderem amtierte er als Premierminister und Staatspräsident.

Bis zuletzt glaubte er daran, dass Frieden im Nahen Osten zwischen Israelis und Palästinensern möglich ist und warb für eine Zweistaatenlösung. Peres glaubte an eine friedliche Koexistenz von Juden, Muslimen und Christen.

Als einer der Förderer des Osloer Abkommens mit den Palästinensern erhielt er als Außenminister 1994 den Friedensnobelpreis gemeinsam mit dem später ermordeten israelischen Regierungschef Jizchak Rabin und Palästinenserführer Jassir Arafat.