FreihandelsgesprächeDie wichtigsten TTIP-Akteure

Handelskommissar De Gucht kämpft, Kanzlerin Merkel hofft, US-Präsident Obama delegiert. Vom größten Propagandisten bis zu dem, der zwischen allen Stühlen sitzt: Wer bei TTIP verhandelt und wer was zu sagen hat.

Von Michael Bauchmüller, Jannis Brühl, Javier Cáceres, Nico Fried und Matthias Kolb

Handelskommissar De Gucht kämpft, Kanzlerin Merkel hofft, US-Präsident Obama delegiert. Vom größten Propagandisten bis zu dem, der zwischen allen Stühlen sitzt: Wer bei TTIP verhandelt und wer was zu sagen hat.

Barack Obama, 53, musste seine Liebe zum Freihandel erst entdecken. Als Kandidat rief er 2008 Wählern im Industriestaat Ohio zu: "Ich habe Nafta nicht unterstützt und werde solche Handelsabkommen in Zukunft nicht unterstützen." Im Weißen Haus vergaß Obama jedoch sein Versprechen, beim nordamerikanischen Handelspakt mit Kanada und Mexiko nachverhandeln zu wollen. Der Demokrat, in dessen Partei viele Freihandel mit Job-Abbau gleichsetzen, unterzeichnete in seiner Amtszeit bilaterale Verträge mit Südkorea, Kolumbien und Panama.

Für TTIP warb Obama im Februar 2013 in seiner "Rede zur Lage der Nation" und versprach: "Fairer und freier Handel wird Millionen gut bezahlte Jobs in Amerika schaffen." Seitdem überlässt er dem Handelsbeauftragten und seinem Vize Joe Biden die Detailarbeit mit den Europäern. Zur Chefsache erklärt hat Obama hingegen TPP: Das transpazifische Freihandelsabkommen mit elf Staaten, darunter Japan, Australien, Vietnam und Malaysia, möchte er unbedingt unterschreiben, bevor der Wahlkampf die USA wieder lähmt.

Matthias Kolb

Bild: AFP 13. August 2014, 13:512014-08-13 13:51:55 © Süddeutsche.de/anri/sebi