"Frauen sind da, um missbraucht zu werden" Spanischer Spitzenbeamter wegen Sexismus angezeigt

Gesetze und Frauen darf man missbrauchen - zumindest nach Aussage eines spanischen Regierungsbeamten. Die verbale Entgleisung bleibt nicht ohne Folgen. Der Mann verliert nach bereits fünf Tagen seinen Job und muss nun womöglich auch wegen Anstiftung zur Gewalt gegen Frauen ins Gefängnis.

Ein spanischer Regierungsbeamter ist wegen einer groben frauenfeindlichen Bemerkung angeklagt worden. José Manuel Castelao, Ex-Präsident des Generalrats für im Ausland lebende spanische Staatsbürger, hatte vor wenigen Tagen gesagt: "Mit den Gesetzen ist es wie mit den Frauen: Sie sind da, um missbraucht zu werden."

Der Kommentar löste einen Sturm der Empörung aus. Nach nur fünf Tagen im Amt trat Castelao am vergangenen Freitag zurück, erklärte aber, die Worte zwar ausgesprochen, aber nicht so gemeint zu haben. Die Klage gegen den Ex-Funktionär aus dem Arbeitsministerium, der der regierenden Volkspartei (PP) angehört, reichte die oppositionelle Sozialistische Partei bei der Generalstaatsanwaltschaft ein. Sie forderte zudem die Arbeitsministerin Fátima Báñez dazu auf, sich für die Einstellung des Mannes zu entschuldigen.

Castelao wird beschuldigt, zur Gewalt gegen Frauen aufgerufen zu haben. Dafür drohen bis zu drei Jahre Gefängnis. Spanische Medien ziehen Vergleiche zum Fall eines Imams in der Provinz Malaga. Dieser hatte 2002 in einem Buch beschrieben, wie Frauen am besten zu verprügeln seien, ohne äußerlich sichtbare Verletzungen zu verursachen.

Ein Gericht verurteilte ihn daraufhin zu einer Haftstrafe von 15 Monaten und einer Geldstrafe in Höhe von 2000 Euro.