Historisches Treffen "Wir sind Brüder"

Das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche trifft in Havanna das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche. Es gibt einen Wangenkuss - und sogar Geschenke.

Historisches Treffen in Havanna: Zum ersten Mal sind ein römischer Papst und ein Moskauer Patriarch zusammengetroffen. Die Begegnung in einem Flughafengebäude der kubanischen Hauptstadt fand in herzlicher Atmosphäre mit Handschlag und Wangenküssen statt. Franziskus begrüßte das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Kyrill I., auf Spanisch mit den Worten "Wir sind Brüder". Das Treffen, zu dem es nun "endlich" komme, sei "Gottes Wille". Kyrill betonte, die Dinge seien nun einfacher. Der Papst überreichte dem Patriarchen als Geschenk eine Kopie der Madonna von Kazan. Im Gegenzug erhielt er ein Relief des heiligen Kyrill und einen Kelch. Mit der Begegnung wollten beide Kirchenoberhäupter ein kraftvolles ökumenisches Zeichen setzen. Nach ihrem etwa zweistündigen Treffen unterzeichneten sie ein Dokument zur religiösen Einheit, in dem sie zu Frieden in Syrien, im Irak und in der Ukraine aufrufen. Angesichts von Krieg und Terror, so die Erklärung, wollen sie die Christenheit wieder stärker zusammenführen. Das seit 20 Jahren avisierte Treffen wurde durch den Aufenthalt beider Kirchenoberhäupter in der Region möglich. Katholiken und Orthodoxe gehen seit der Kirchenspaltung aus dem Jahr 1054 getrennte Wege.