Früher einmal, da hatte die SPD im Saarland absolute Mehrheiten. Das war einmal: Einer Umfrage zufolge würde die Linke dort derzeit 29 Prozent holen, die SPD fällt auf 16 Prozent ab. Auch in keinem anderen Bundesland ist die SPD noch stärkste Partei.

Die Sozialdemokraten haben dramatisch in der Wählergunst verloren: In keinem der 16 Bundesländer wäre die SPD noch stärkste Kraft, wenn jetzt Bundestagswahl wäre. Das zeigt die Auswertung von Umfragedaten zur Bundestagswahlabsicht, die das Forschungsinstitut Forsa für das Magazin Stern in den vergangenen Wochen in den Bundesländern ermittelt hat.

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Schlecht für SPD-Chef Kurt Beck: In Umfragen sieht es für seine Partei düster aus. (© Foto: ddp)

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Im Saarland, wo die Genossen früher absolute Mehrheiten holten, wollen nur noch 16 Prozent die SPD wählen, weniger als in Bayern, wo die SPD auf 18 Prozent kommt. Die Linke käme dagegen an der Saar auf 29 Prozent. Sie tritt im nächsten Jahr mit dem früheren SPD- Vorsitzenden und saarländischen Ministerpräsidenten Oskar Lafontaine an der Spitze zur Landtagswahl an.

Gar nicht spektakulär findet dieses Ergebnis der Forsa-Chef Manfred Güllner. Im Gespräch mit sueddeutsche.de erklärt er, dass die Linke bereits bei der letzten Bundestagswahl 2005 an der Saar gut abgeschnitten haben. 18 Prozent gab es damals für die Lafontaine-Partei, die SPD kam 2005 noch auf 33,3 Prozent.

Nun haben sich die Verhältnisse umgekehrt. Die Gründe dafür sind Güllner zufolge vielfältig. Gerhard Schröder, der 2005 noch viele Genossen bei der SPD gehalten habe, sei nun weg. Lafontaine hingegen genieße an der Saar ein hohes Ansehen. Dazu kommt nach Güllners Analyse, dass weder der Bundesvorsitzende der SPD, Kurt Beck, noch der saarländische Landeschef Heiko Maas bei den Wählern Bindekraft entfalten.

Stärkste Partei wäre der Umfrage zufolge im Saarland jedoch die CDU - genau wie in 13 weiteren Bundesländern. In Brandenburg und Sachsen-Anhalt würde die Linke am besten abschneiden. Bei der letzten Bundestagswahl im September 2005 war die SPD mit Bundeskanzler Gerhard Schröder noch in 12 von 16 Bundesländern stärkste Partei geworden.

In ihren Hochburgen hat die SPD unter Kurt Beck fast jeden zweiten Wähler verloren. In Nordrhein-Westfalen sackte sie im Vergleich zur Bundestagswahl 2005 von 40 auf 23, in Niedersachsen von 43 auf 25 Prozent ab.

Am heftigsten war der Absturz von 43 auf 23 Prozent in Bremen. In den neuen Bundesländern ist die SPD nur noch dritte Kraft hinter der CDU und der Linken. Lediglich in Brandenburg liegt sie bei 25 Prozent gleichauf mit der CDU auf Platz zwei, während die Linke auf 33 Prozent kommt.

Die Basis der Prognosen sind Zehntausende Interviews, die Forsa in den vergangenen Wochen geführt hat. Allein im Saarland habe Forsa über 700 Leute befragt, sagte Instituts-Chef Güllner.

Bundesweit betrachtet bleibt die SPD bei ihrem Wert von 22 Prozent der vergangenen Woche. Das ergibt die wöchentliche Forsa-Umfrage für den Stern und den Fernsehsender RTL (2000 Befragte vom 17. bis 20. März). Dies ist der schlechteste Wert, den die Sozialdemokraten in der seit 1984 durchgeführten Umfrage dieses Instituts jemals erreichten.

Die Union gewinnt einen Punkt dazu und kommt nun auf 38 Prozent. Bei den übrigen Parteien gibt es im Vergleich zur Vorwoche keine Veränderungen. FDP und Grüne erzielen jeweils 11 Prozent, die Linke 14 Prozent.

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(sueddeutsche.de/dpa/bavo/bosw)