Eine Umfrage wie ein Fanal: Nur noch jeder fünfte Bundesbürger würde SPD wählen, jeder dritte Genosse erwägt einen Parteiaustritt - und Parteichef Beck reagiert mit einem flotten Spruch über seine Großmutter.

Eine neue Umfrage, ein neuer Schrecken für die Sozialdemokraten. Laut Forsa ergab sich bei der Sonntagsfrage ein aus Genossen-Sicht erschreckender Wert. Die SPD verharrt in der Wählergunst demnach bei ihrem Rekordtief von 20 Prozent.

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Führt seit 2006 die SPD: Kurt Beck (© Foto: dpa)

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Weil auch die CDU/CSU nach der wöchentlichen Umfrage des Sterns einen Prozentpunkt auf jetzt 35 Prozent abgab, kommt die große Koalition nun gemeinsam nur noch auf eine Zustimmung von 55 Prozent. Bei der Bundestagswahl im September 2005 hatten Schwarz-Rot zusammen noch 69,4 Prozent der Stimmen erhalten.

Während sich die Linkspartei mit 15 Prozent auf dem dritten Rang hielt, legte die FDP um einen Prozentpunkt auf ein neues Jahreshoch von 14 Prozent zu. Die Grünen verloren einen Prozentpunkt auf elf Prozent. Für sonstige Parteien würden der Umfrage zufolge fünf Prozent (plus ein Prozentpunkt) stimmen. Mit zusammen 49 Prozent liegen Union und FDP nunmehr drei Prozentpunkte vor SPD, Grünen und Linkspartei (zusammen 46 Prozent).

Die Forsa-Erhebungen enthalten noch mehr alarmierende Werte für die SPD. Der noch immer mitgliederstärksten deutschen Partei droht ein Massenexodus ihrer Mitglieder. Jeder dritte Sozialdemokrat denkt über einen Austritt nach, ergab eine Forsa-Umfrage.

In der am Mittwoch veröffentlichten Erhebung für den Stern bejahten 36 Prozent der befragten SPD-Mitglieder die Frage, ob sie angesichts der Turbulenzen der Partei in jüngster Zeit über einen solchen Schritt nachgedacht hätten. Demnach wollen sechs Prozent tatsächlich auch in Kürze austreten. Die Studie wurde vom Meinungsforschungsinstitut Forsa erhoben.

Derzeit hat die SPD noch annähernd 532.000 Mitglieder. Parteichef Kurt Beck wollte das Ergebnis nicht bewerten. "Was Herr Güllner aus seiner Glaskugel liest, das habe ich noch nie kommentiert. Das werde ich auch weiter nicht tun", sagte Beck der Deutschen Presse-Agentur in Dresden mit Blick auf Forsa-Chef Manfred Güllner. "Meine Großmutter hat aus dem Kaffeesatz viel klügere Sachen erfahren als das."

Das Forsa-Institut befragte vom 4. bis 6. Juni 801 repräsentativ ausgewählte SPD-Mitglieder. Für die allgemeine Umfrage wurde vom 2. bis 6. Juni die Meinung von 2501 Bundesbürgern eingeholt.

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(dpa/odg)