Forderung der USA Burkina Fasos Militär soll Macht abgeben

  • Die USA fordern, dass Burkina Fasos Militär die Macht an Zivilisten übergibt.
  • Die Opposition im Land kündigt neue Proteste an.
  • Der langjährige Präsident Blaise Compaoré war am Freitag nach heftigen Protesten der Bevölkerung gegen eine geplante Verfassungsänderung zurückgetreten.

Interner Machtkampf um Amt des Staatschefs

Die US-Regierung hat die Machtübernahme des Militärs im westafrikanischen Burkina Faso verurteilt. Die Regierungsgewalt müsse umgehend wieder an zivile Staatsvertreter übergeben werden, forderte das Außenministerium in Washington. Auch die Afrikanische Union verlangte von der Armee, die Macht an die Zivilbehörden abzugeben.

Die Opposition kündigte für Sonntag erneut Proteste gegen das Militär an. Nach dem Aufstand gegen die Regierung dürfe der Sieg nicht von den Streitkräften beschlagnahmt werden, erklärten mehrere Parteien und Organisationen. Der Übergang zu einer neuen Regierung sollte demokratisch und zivil geprägt sein.

Zum neuen Staatschef erklärte sich am Samstag der Vize-Chef der Präsidentengarde, Isaac Zida. Er setzte sich in einem internen Machtkampf gegen Militärchef Honoré Traoré durch.

Zida wird Chef der Übergangsregierung

Überraschende Einigung: Der Machtkampf zwischen zwei Militärs um die vorläufige Präsidentschaft ist beigelegt. Die Armee stellt sich hinter Oberst Isaac Zida. Der Ex-Staatspräsident Compaoré hingegen ist geflohen. mehr ...

Die Streitkräfte hatten nach dem Rücktritt des langjährigen Präsidenten Blaise Compaoré am Donnerstagabend die Macht übernommen. Vorausgegangen waren Massendemonstrationen gegen Compaorés Pläne für eine Verfassungsänderung, die ihm nach 27 Jahren an der Regierungsspitze eine weitere Amtszeit ermöglichen sollte. Der 63-Jährige hat das Land inzwischen offenbar verlassen - er sei in die benachbarte Elfenbeinküste geflohen, meldete der Sender Radio France International.

Eines der ärmsten Länder der Erde

Von den 17 Millionen Einwohnern in Burkina Faso lebt die Hälfte weiterhin unter der absoluten Armutsgrenze. Das Land ist fast ausschließlich auf die Landwirtschaft angewiesen. Jugendarbeitslosigkeit und Analphabetismus sind weit verbreitet. Im "Human Development Index 2013" rangiert das Binnenland weltweit auf Platz 181 von insgesamt 187 Ländern. Von dem in Statistiken ausgewiesenen Wirtschaftswachstum Burkina Fasos profitieren nur die wenigsten Menschen im Land.