Ein Insasse des US-Gefängnisses auf Kuba hatte angeblich Kontakt zu einem Reporter. Er erhebt schwere Vorwürfe - auch gegen die Regierung Obama.
Wenn die Geschichte so stimmt, wie sie der arabische Fernsehsender Al-Dschasira auf seiner Internetseite veröffentlicht hat, dann hat es Mohammad Al-Qurani aus dem Tschad als erster Insasse geschafft, aus dem US-Gefängnis Guantanamo heraus Kontakt zur Presse aufzunehmen: Der 21-Jährige soll dem Sender ein Telefoninterview gegeben und schwere Vorwürfe erhoben haben.
Bild vergrößern
Häftlinge im US-Gefängnis Guantanamo: Einem Insassen soll es gelungen sein, ein Telefoninterview zu geben. (© Foto: AP)
Anzeige
Er sei von den Gefängniswärtern geschlagen und mit Tränengas besprüht worden, weil er seine Zelle nicht verlassen wollte, sagte Al-Qurani laut Al-Dschasira. Der Missbrauch habe vor der Amtsübernahme von US-Präsident Barack Obama begonnen und habe seitdem nicht aufgehört. "Seit Obama an der Macht ist, hat er uns nicht gezeigt, dass sich etwas ändern soll", zitiert Al-Dschasira den Insassen.
Die Umstände des Interviews sind fragwürdig. Die USA hatten es Guantanamo-Häftlingen bislang nicht erlaubt, mit der Presse zu reden. Das umstrittene Gefängnis wurde 2002 von der Bush-Regierung eröffnet, um Terrorverdächtige festzuhalten. Menschenrechtsorganisationen kritisierten die schlechte Behandlung der Insassen. Derzeit sind dort noch etwa 240 Menschen inhaftiert.
Prügel mit Schlagstöcken
Laut Al-Dschasira steht Mohammad Al-Qurani, der 2001 in Pakistan verhaftet worden war, kurz vor der Entlassung. Deshalb habe er die Erlaubnis gehabt, einmal wöchentlich ein Telefonat mit seiner Familie zu führen. Er habe stattdessen einen ehemaligen Mithäftling angerufen, der bei Al-Dschasira als Kameramann arbeite, berichtete der Fernsehsender.
"Die Gefängniswärter sind immer noch die gleichen wie zu Zeiten der Regierung Bush. Sie verwenden die selben Methoden", zitierte der Sender Al-Qurani weiter. Er habe seine Zelle aus Protest nicht verlassen wollen, weil ihm der Kontakt zu Mitinsassen und "normales Essen" verweigert worden sei. Daraufhin hätten ihn sechs Soldaten mit Schlagstöcken verprügelt.
Ein Sprecher des Gefängnisses bestätigte der britischen Zeitung The Guardian, Al-Qurani habe "offensichtlich" einen Telefonanruf für das Interview genutzt. Es gebe jedoch keinen Beweis dafür, dass der Insasse missbraucht worden sei.
CIA will Berichte geheimhalten
Obama hatte schon im Präsidentschaftswahlkampf angekündigt, Guantanamo schließen zu wollen. Auch nach seinem Amtsantritt betonte er, seine Regierung wolle Transparenz schaffen und über die umstrittenen Verhörmethoden des Geheimdienstes CIA aufklären.
Ganz durchsetzen konnte er das offenbar noch nicht: Wie das Wall Street Journal auf seiner Internetseite berichtet, erwägt der Präsident, diesbezügliche Berichte des Justizministeriums teilweise geheim zu halten.
Darin geht es unter anderem um Waterboarding - diese Technik des simulierten Ertrinkens war während der Präsidentschaft George W. Bushs mehrfach angewandt worden, um Aussagen von Häftlingen zu erzwingen. Barack Obama hatte die Praxis kurz nach seinem Amtsantritt verboten. Sein Justizminister Eric Holder bezeichnete Waterboarding als Foltermethode.
Während US-Geheimdienstkoordinator Dennis Blair eine vollständige Veröffentlichung der Berichte favorisiere, hätten sich führende CIA-Mitarbeiter dagegen ausgesprochen, berichtete das Wall Street Journal. Andernfalls werde die Autorität des Geheimdienstes untergraben.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
- Guantanamo, Folter und Verantwortung "Rumsfeld ist unantastbar" 08.04.2009
- USA: Rotes Kreuz berichtet Ärzte begleiteten das Foltern von CIA-Häftlingen 07.04.2009
- Guantanamo-Häftlinge in der EU Streit um Ex-Gefangene 06.04.2009
- Politik kompakt Guantanamo-Insassen klagen gegen die USA 21.03.2009
- Guantanamo Rotes Kreuz wirft Bush-Regierung Folter vor 16.03.2009
(sueddeutsche.de/gba)
"Lunch Beat" statt Kantine
Die ungerechte Behandlung,die Ihnen behördlicherseits in den USA zuteil wurde , kann einem jeden in wohl fast jedem Land der Erde - auch demokratischen - so oder ähnlich widerfahren. "Amtsträger" überall sind Menschen mit unterschiedlichen persönlichen Standarts,manche sind gut und gewissenhaft,andere wiederum leider das Gegenteil davon.Aber für sich sich allein genommen, sagt dies wenig über den Charakter und den Zuschnitt eines Landes aus.
Daß man in seinem Urteil von ganz persönlichen Erfahrungen stark beeinflußt wird,ist dabei allerdings ebenfalls verständlich.
Ein wenig Foltervorwürfe lädtsich die bande gerne gerne mal auf - sie sind schön anonym, niemand des personals wird deshalb auch nur vor irgendein US-Gericht gezerrt. Wesentlich ist, dass diese Foltervorwürfe von den Leuten stammen, die angeblich lles mögliche "gestanden" haben.
Was bedeutet, dass sie selbst als Personen Glaubwürdigkeit gewinnen. So der Schauspieler des KSM - Khalid sheik Mohammed. Oder Binalshib. Die sollen nachher noch immer tröten können, sie hätten 9/11 ins Werk gesetzt, ohne dass sich jemand fragt, wer das eigentlich ist, ob das logisch ist usw.: denn sie wurden ja gefoltert. So jemandem glaubt man alles, Opfer haben einen Bonus selbst bei Übeltaten.
Al Jazeera wird britisch/Us-finanziert und sitzt in Doha. Arabisch ist der name. Ansonsten bringt der Agitprop-Sender eine Osama-Selbstbezicztigung nach der anderen heraus, und das ist die Funktion dieses ach so aufklärerischen ASenders: die US-version des Weltgeschehens in grün widerspiegeln.
Daß es Zeugen für die angeblichen Mißhandlungen nicht gibt, darauf wurde hingewiesen - sowohl vom Autor als auch von einigen Vorrednern.Allerdings halte ich die Angaben des Häftlings für glaubhaft. Wer wie ich schon mal - aus keinem Grund - drei Stunden von Einwanderungsbehörden unter ziemlich entwürdigenden Umständen verhört wurde, nur weil er angeblich zu oft in die USA einreise, der hält es auch für sehr wahrscheinlich, daß zugeschlagen wird, wenn sich jemand offen widersetzt und wenn niemand hinschaut. Beim Kofferfilzen wurde ich auch einmal von Flughafenpolizei mit Maschinengewehr im Anschlag gehindert, mich auf einen rumstehenden Stuhl zu setzen, weil mir mein gebrochener Knöchel wehtat.Sie vergessen: Die Amerikaner als Volk sind nicht so. Das "offizielle" Amerika aber, also die, die eine ganz bestimmte Gesinnung vertreten und sich in einer Situation mächtig fühlen, haben zuweilen aber schon ein sehr häßliches Gesicht.
Geschichten aus Tausend und einer Nacht ,ganz im Dienste der "Bewegung". Die Quelle weiss genau,dass sie nicht widerlegt werden kann.Also gut geeignet fuer die Maerchenstunde und Nahrung fuer geifernde Amerika-Hasser,die unkritisch alles verschlingen,solange es nur in ihr Weltbild passt.
Die Lager bestehen weiter. Er hat lediglich eine bestimmte Folterart abgeschafft. Keinerlei Strafverfolgung gegen gegen die Exregierung.
Sonst lediglich Ankündigungen.
Da sitzen Menschen, ohne ordentliches Verfahren, seit Jahren in einem Foltergefängnis und dieser mächtige Präsident kann nicht einmal die Form der Unterbringung kurzfristig verändern?
Wenn unter diesen Gefangenen Straftäter sein sollten, dann hätten längst seit Amtsantritt Verfahren eingeleitet werden können. Denn nach all der Zeit kann nur zivilisiert sein, diese Menschen ordentlich anzuklagen oder sofort freizulassen.
Da dies offensichtlich nicht gemacht wird, sehe ich keinen nachhaltigen Unterschied zum Verhalten des Herrn Bush.
Paging