Bund und Länder einigen sich auf Details der Föderalismusreform. Die vereinbarte Schuldenbremse könnte sich als löchrig erweisen.
Bund und Länder werden sich auch in Zukunft über die im Grundgesetz verankerten Grenzen der Staatsverschuldung hinwegsetzen können. Das geht nach Informationen der Süddeutschen Zeitung aus den Unterlagen für die abschließende Sitzung der Föderalismuskommission am Donnerstag hervor, die jetzt von der zuständigen Arbeitsgruppe gebilligt wurden.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU, links) und SPD-Fraktionschef Peter Struck leiten gemeinsam die Föderalismuskommission. (© Foto: AP)
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Danach dürfen sich die Länder in konjunkturell normalen Zeiten nicht mehr verschulden, die Nettokreditaufnahme des Bundes wird auf 0,35 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) begrenzt. Ob die Zeiten aber normal sind, bleibt der Deutungshohheit der jeweiligen Regierungsfraktion oder -koalition überlassen.
Abweichung möglich
So kann etwa der Bundestag mit Kanzlermehrheit, also der Mehrheit aller Abgeordneten, Abweichungen von der Schuldenregel beschließen. Forderungen aus den Reihen von Union und FDP, für einen solchen Beschluss ein höheres Quorum in der Verfassung zu verankern, etwa eine Zwei-Drittel-Mehrheit, wurden in der Arbeitsgruppe zurückgewiesen.
Damit könnte sich die in der vergangenen Woche vereinbarte "Schuldenbremse" für den Staat am Ende als ähnlich löchrig erweisen wie die derzeit geltende Regelung. Sie besagt, dass die Nettokreditaufnahme des Bundes nur dann höher ausfallen darf als die Summe der Investitionen, wenn mit den zusätzlichen Schulden eine "Störung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts" abgewendet werden soll.
Diese Ausnahmeklausel wurde von den verschiedenen Regierungen der vergangenen Jahrzehnte aber immer wieder nach Gutdünken ausgelegt. Künftig soll die Neuverschuldung die Marke von 0,35 Prozent des BIP nur bei einer "Naturkatastrophe oder einer vergleichbaren Notsituation" überschreiten dürfen. Ob eine solche "Notsituation" vorliegt, entscheiden aber allein die Regierenden.
Entsprechend skeptisch beurteilt die derzeitige Opposition die Pläne. Der FDP-Finanzexperte Volker Wissing, der auch Mitglied der Föderalismuskommission ist, sagt, seine Partei werde der Reform nur zustimmen, wenn sichergestellt sei, "dass ein Missbrauch der Schuldenbremse mit Hilfe der Kanzlermehrheit nicht möglich ist".
Widerstand in Geberländern
Notwendig sei eine exakte Formulierung des entsprechenden Grundgesetzartikels 115 und der zugehörigen Ausführungsgesetze. Weil sowohl der Bundestag als auch der Bundesrat Verfassungsänderungen mit Zwei-Drittel-Mehrheit billigen müssen, ist die große Koalition bei der Verabschiedung der Reform auf die Hilfe der FDP angewiesen. Die Liberalen sind in fünf Bundesländern an der Regierung beteiligt.
Noch nicht endgültig entschieden ist auch die Frage, in welchem Umfang die ärmsten Länder bis zum Inkrafttreten der Schuldenbremse unterstützt werden sollen und wer die Kosten trägt. Anspruchsberechtigt sollen Schleswig-Holstein, Bremen, Berlin, Sachsen-Anhalt und das Saarland sein.
In einigen Geberländern regt sich aber noch Widerstand, darunter in Baden-Württemberg. Das ist insofern pikant, als Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) die Föderalismuskommission gemeinsam mit SPD-Fraktionschef Peter Struck leitet. Oettinger gab sich allerdings optimistisch: "Ich sehe die Chance auf eine gemeinsame und tragfähige Konzeption für eine Schuldenregel und Schuldenhilfe für größer an als jemals zuvor", sagte er.
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(SZ vom 11.02.2009/cop)
An Kriegswaffen und Wirtschaftssubventionen.
Wie soll das funktionieren? Es gibt nur eine Möglichkeit, wie das finanziert werden kann und zwar dem kleinen Mann in die Tasche greifen bzw bei ihm sparen. Das ganze sieht man doch bei der Globalisierung und ihren Folgen! Jeder der sagt, dass sie Deutschland genutzt hat ist entweder blind oder unwissend, denn wenn man genau hinsieht, erkennt man das mehr Kapital aus Deutschland abgeflossen ist als zurück. Die Gewinner sind Unternehmen, welche ihre Gewinne fast voll behalten konnten (kreative Abschreibungen) und bei den Verlusten auf den Staat zurückgreifen.
Der fatale Fehler, welcher schon in der Schmidt-Regierung gemacht wurde, um Schulden zu vermeiden, nämlich voll auf die Globalisierung zu setzten, bricht uns jetzt das Kreuz und lässt sich kaum rückgängig machen. Es wird immer mehr zu Traumbild die Schulden abzubauen, denn was der deutschen Wirtschaft noch droht, ist der jetzt zwangsläufig einsetztende Protektionisnus, welcher viele Unternehmen in die Pleite treiben wird. Wie gesagt Export ist schön und gut, aber er muss sich lohnen und das nicht nur für Unternehmen bzw der oberen Kaste sondern den ganzen Bevölkerung. Die jetzigen Exporte lassen sich fast nur auf sog. Optimierungsprozesse (Lohn und Personalabbau) erklären.
"Eventuell beschleunigt so eine "Schuldenbremse" sogar das Ende des Systems sogar nachhaltig."
Um negative Umstände/Einflüsse zu beseitigen gibt es 3 Möglichkeiten:
- weglaufen
- bekämpfen
- bis zum Exzess treiben
Vielleicht ist Punkt3 ihr Plan. Was ich aber bei deren kapitalfaschitischen Dämlichkeit nicht glaube.
Sicher ginge es auch anders. Aber die Frage ist eben, ob man jetzt innerhalb eines bestehenden Systems argumentieren muss, oder sich einmal grundsätzliche Gedanken macht. Dazu benötigt man aber aller Erfahrung nach das totale Aus des bestehenden Systems. Was natürgemäß mit viel Leid und noch mehr Elend verbund sein würde.
Im bestehenden System ist eine solche Schuldenbremse unsinnig und kontraproduktiv. Eventuell beschleunigt so eine "Schuldenbremse" sogar das Ende des Systems sogar nachhaltig. Warum können Sie bei carlotta.v nachlesen.
Na kommt schon: Die ganze Moderne ist auf Pump aufgebaut. Lasst uns noch mehr modern modern! Anders geht gar nicht in eurem Kapitalfaschismus !*LOL*
Paging