Nach dem vereitelten Anschlag von Detroit wird erneut über die Verwendung von Körperscannern an Flughäfen diskutiert. Im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung schließt Innenminister de Maizière deren Einsatz nicht aus - allerdings nur, wenn die Persönlichkeitsrechte der Passagiere gewahrt bleiben.
Nach dem gescheiterten Anschlag auf eine US-Maschine stehen Flugreisenden auch in Deutschland schärfere Kontrollen bevor. Passagiere würden künftig häufiger abgetastet, teilte das Bundesinnenministerium am Dienstag mit. In einem Interview der Süddeutschen Zeitung kündigte Minister Thomas de Maizière (CDU) den Einsatz von Körperscannern an, falls es gelänge, Geräte zu entwickeln, die die Persönlichkeitsrechte der Passagiere "vollumfänglich wahren". Ein solcher Apparat soll bereits im nächsten Jahr vorgestellt werden.
Bild vergrößern
Kontrollen an deutschen Flughäfen: Innenminister de Maizière schließt die Verwednung von Körperscannern nicht aus, wenn die Geräte die Persönlichkeitsrechte wahren. (© Foto: AFP)
Anzeige
"Die Bundesregierung nimmt den Anschlagsversuch sehr ernst. Wir haben dennoch keinen Anlass, in unnötige Panik zu verfallen", ließ de Maizière mitteilen. Nun seien "die Passagier- und Handgepäckkontrolle zum Schutz der Fluggäste erhöht" worden. Reisende sollten möglichst wenig Handgepäck mitnehmen.
Ethisch nicht vertretbar
Im Gespräch mit der SZ äußerte sich der Minister auch zur Debatte über den Einsatz sogenannter Nacktscanner, mit denen am Körper verborgene Waffen oder Sprengstoff entdeckt werden können. Datenschützer und viele Politiker halten den Einsatz solcher Geräte, die nicht nur die Körperformen, sondern auch Genitalien, Implantate oder Prothesen darstellen, für höchst problematisch und ethisch nicht vertretbar.
De Maizière wies darauf hin, dass derzeit neuartige Geräte entwickelt würden, die die Körperstrukturen der Passagiere "unklarer" darstellen, gefährliche Gegenstände aber dennoch erkennen könnten. Ein Einsatz solcher Geräte komme für ihn aber nur in Frage, wenn sie leistungsfähig und gesundheitlich völlig unbedenklich seien, sowie die Persönlichkeitsrechte "vollumfänglich wahren".
Sollten all diese Kriterien erfüllt sein, kann sich der Minister den Einsatz solcher Apparate an Flughäfen durchaus vorstellen. Die Körperscanner könnten eventuell schneller arbeiten und ein Abtasten überflüssig machen; dieses werde von vielen Menschen als sehr unangenehm empfunden.
"Mehr sehen und weniger zeigen."
Ob und wann solche Geräte zur Serienreife gelangen, werde sich vermutlich im kommenden Jahr entscheiden; bisher gebe es allerdings noch keine Rechtsgrundlage für den Einsatz solcher Apparate. Unionspolitiker zeigten sich offen für die Technik, der parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion, Jörg van Essen, wies ebenfalls auf mögliche Vorteile der Scanner hin; die Grünen lehnen sie kategorisch ab. Nacktscanner werden in der EU bisher nur zu Testzwecken eingesetzt.
Nach Auskunft des Innenministeriums gibt es in Europa vier Forschungseinrichtungen, die sich mit Körperscannern beschäftigen, darunter das Kompetenzzentrum für polizeiliche Detektionstechnologie in Lübeck. Das Bundesforschungsministerium fördert mit einer Gesamtsumme von 196 Millionen Euro derzeit 339 Studien zur zivilen Sicherheitsforschung, darunter 95, die sich mit der Entdeckung von Gefahrstoffen beschäftigen.
Das Ministerium legt laut einer Mitteilung "bei dem gesamten Sicherheitsforschungsprogramm großen Wert auf die ethische Komponente". Im Fall der Detektion von Explosivstoffen in Flughäfen bei Personenkontrollen gelte bei den Förderprojekten deshalb die Leitlinie: "Mehr sehen und weniger zeigen." Mit ersten Ergebnissen wird 2010 gerechnet.
Ein 23-jähriger Nigerianer hatte am ersten Weihnachtstag versucht, eine mit fast 300 Menschen besetzte Maschine auf dem Flug von Amsterdam nach Detroit kurz vor der Landung zu sprengen. Der Sprengsatz war bei der Kontrolle nicht entdeckt worden. Al-Qaida im Jemen erklärte im Internet, sie habe den Attentäter mit dem Explosivstoff ausgerüstet; das Terrornetzwerk drohte mit weiteren Attentaten.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
- Thema
- Flugsicherheit RSS
- Flugsicherheit: Nacktscanner Striptease für die Sicherheit 30.12.2009
- Flugsicherheit Politiker lassen neue Nacktscanner hochleben 29.12.2009
- Flugsicherheit nach Terror-Anschlag Reisende werden länger kontrolliert 29.12.2009
- Nacktscanner Bundespolizei plant neuen Laborversuch 29.11.2008
- Delta-Flug umgeleitet Bombendrohung in Passagiermaschine 28.04.2010
- Flughafen London-Heathrow Sexuelle Belästigung per Nacktscanner 24.03.2010
- Verbotenes Gepäck am Flughafen Leiche im Koffer 24.03.2010
(SZ vom 30.12.2009/fvk/mati)
Man kann also damit rechnen, künftig in allen Belangen durchleuchtet zu werden. Politik wir demnächst die Bürger zu 100% überwachen. Persönlichkeitsrechte werden nicht mehr respektiert. Die Renten werden den Finanzämtern gemeldet. Die Privatkonten werden, überwacht.. Gepäck wird von Beamten am Flughafen oder Zoll durchsucht. Wir werden künftig durchleuchtet wie einst an der DDR Grenze. Telefonngespräche werden gespeichert (und abgehört? ehem. DDR läßt grüßen, die Mitarbeiter sind hier aktiv) .Das Internet und Mailverkehr wird überwacht. Der Verfassungsschutz überwacht sogar bestimmte Foren der Tageszeitungen und . und .und. Wahrscheinlich kann man also nur als Politiker dieser Maschinerie entgehen. Ich werde also umschulen müssen, um an diesem System nicht zu verzweifeln
"Ihre Gesinnung ist doch jedem hier bekannt!"
Dafür, daß Sie seit 29.12. schon dabei sind, sind sie ziemlich zielsicher; persönlich tippe ich bei Ihnen auf Wehrsportgruppe Hoffmann oder sowas in der Nähe
.....so naiv kann man doch garnicht sein. Was sagt mir denn Ihr Bild? Was würde mir denn Ihr Profil sagen, welches von Ihnen ausgestellt ist. Was hat das fehlende Bild, ein nichtexistierendes Profil mit meinen Kommentaren zu tun? Bei Vorhandensein wäre meine Kommentare anders einzuschätzen? Wie sind doch alle "secrét". Was würde Ihnen mein Bild geben? Soll ich Ihnen etwas von mir erzählen? Sollte es Ihnen weiterbringen? Ick weeß nicht, wat dat soll?
....dachte ich es mir doch nicht nur kein Bild sondern auch kein Profi!!
Menschen ohne Profil....... was ist das??
Wenn man die Beiträge alle gelesen hat, dann bekommt man den Eindruck, dass viele meinen, das Rad neu erfinden zu müssen.
Obwohl schon seit eh und je Gegner und Befürworter von Körperscanner ihre Bemerkungen von sich geben und es weiterhin so sein wird, obwohl die Scanner noch nicht richtig entwickelt sind, obwohl es überhaupt Zweifel an den Sicherheitstaktiken gibt und gegeben hat, dies auf allen Ebenen und in verschiedenen Gremien, wollen uns die "Raderfinder" vor allen Gefährlichkeiten warnen. Na Danke, soweit, sogut. Ich hoffe für sie, dass sie nie einem Körperscanner ausgeliefert sein werden, dass sie bei Körperuntersuchungen nicht zu sehr belästigt werden. Ich hoffe aber auch, dass sie nie ein Flugzeug betreten, in dem ein schwermütiger Mensch seinem Leben ein Ende setzen möchte. Sollte das aber doch der Fall sein, dann wird das Heulen bei Papa und Mama, bei Frau und Kindern aber gross sein.
Paging