Flüchtlingspolitik:Österreich gegen Merkel: "Wir bremsen auch für Deutschland"

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Am Sonntagabend zum zweiten Mal binnen weniger Monate zu Gast bei Anne Will: Kanzlerin Angela Merkel.

(Foto: imago/Jürgen Heinrich)

Für ihren Auftritt in Anne Wills Talkshow bekommt die Kanzlerin viel Lob. Die Opposition ist beeindruckt, Til Schweiger ist "stolz". Ganz anders die Stimmung im Nachbarland.

Bundeskanzlerin Angela Merkel war am Sonntag zum zweiten Mal innerhalb von fünf Monaten Gast in der Talkshow von Anne Will. Eine Stunde lang gab Merkel in der ARD Antworten zur Flüchtlingskrise.

Sie bekräftigte, dass sie einen Kurswechsel in der Flüchtlingspolitik ablehnt - und kritisierte Österreich für die Entscheidung, eine Obergrenze für Flüchtlinge eingeführt zu haben: "Wenn der eine seine Grenze definiert, muss der andere leiden. Das ist nicht mein Europa."

Während viele Zuschauer positiv reagierten, weist die österreichische Regierung die Kritik scharf von sich. Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil sagte, er würde Merkel einladen, "dass sie diese Menschen, die in Griechenland jetzt ankommen (...), direkt nach Deutschland holt". Innenministerin Johanna Mikl-Leitner sagte: "Wir werden auch weiterhin bremsen und das Bremsen tun wir auch für Deutschland."

Bei einem Zuschauer kam der Auftritt der Kanzlerin offenbar besonders gut an. Schauspieler Til Schweiger postete noch in der Nacht auf Facebook:

Doch damit nicht genug, zwei Stunden später sah Schweiger sich dazu veranlasst, seiner Begeisterung noch mehr Ausdruck zu verleihen.

Auf Twitter entwickelte sich die Sendung zum Trending Topic. Hier zeigte sich, dass Schweiger mit seiner Meinung nicht alleine da steht. Die positiven Stimmen gegenüber Merkels Aussagen überwogen.

Selbst die grüne Opposition war angetan vom Fernsehauftritt der Kanzlerin. Der Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek träumte sogar schon von einem Bündnis im nächsten Bundestagswahlkampf.

Neben Lob gab es aber auch einige kritische Stimmen. Zum Beispiel vom stellvertretenden SPD-Fraktionschef Hubertus Heil, der sich mehr Entgegenkommen bei der Forderung nach einem Solidaritätspaket gewünscht hätte. Diese Forderung hatte Sigmar Gabriel kürzlich ins Gespräch gebracht.

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