Flüchtlinge Eine Million kamen 2015 über das Mittelmeer, knapp 4000 starben

  • Dieses Jahr gelangten fast fünf Mal so viele Menschen über das Mittelmeer nach Europa wie 2014.
  • Etwa 4000 Flüchtlinge verloren auf dem Meer ihr Leben.
  • Die meisten Schutzsuchenden landeten in Griechenland an.

Die Zahlen stammen vom Flüchtlingshilfswerk der UN

Mehr als eine Million Flüchtlinge haben im Lauf des Jahres Europa über das Mittelmeer erreicht. Demnach kamen seit Anfang Januar 1 000 573 Migranten an der griechischen, italienischen, spanischen oder maltesischen Küste an, wie das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) in Genf bekanntgab. Nicht eingerechnet sind Tausende, die auf dem Landweg über Bulgarien einreisten.

Mindestens 3 735 Menschen verloren den Angaben zufolge auf dem Weg über das Meer ihr Leben oder werden vermisst. Die meisten Migranten verzeichnete Griechenland mit 844 176; in Italien landeten 152 700 Menschen. Der Monat mit den meisten Neuankünften war der Oktober: In ihm wurden 221 374 Bootsflüchtlinge registriert.

Gegenüber 2014 hat sich die Zahl der Migranten, die Europa über das Mittelmeer erreichten, fast verfünffacht: Voriges Jahr waren es 216 054. Von den Ankömmlingen dieses Jahres stammten 84 Prozent aus den zehn größten Herkunftsländern von Flüchtlingen. 49 Prozent stammten aus Syrien, 21 Prozent aus Afghanistan und 8 Prozent aus dem Irak.

Trotz schlechten Wetters versuchen Menschen nach Griechenland zu gelangen

Derweil hält der Flüchtlingszustrom aus der Türkei nach Griechenland auch zum Jahreswechsel an. Am Mittwochmorgen kamen rund 3000 Flüchtlinge an Bord von zwei Fähren im Hafen von Piräus an. Sie hätten zuvor von der Türkei hauptsächlich auf die griechischen Inseln Lesbos, Chios und Samos übergesetzt, wie die Küstenwache mitteilte.

Spanische Exklave Ceuta Zwei Flüchtlinge ertrinken vor spanischem Hoheitsgebiet

Mehr als 200 Flüchtlinge hatten an Heiligabend versucht, die spanische Stadt Ceuta in Nordafrika zu erreichen.

Das Wetteramt warnte, dass eine schlagartige Verschlechterung mit starken Winden und eisigen Temperaturen in der Ägäis bevorstehe. Dies sei äußerst gefährlich für Menschen, die mit Schlauch- und kleinen Holzbooten versuchten, die Meerengen zwischen der Türkei und Griechenland zu überqueren, sagte ein Offizier der Küstenwache.