Dass trotz aller Einwände praktisch die gesamte Ökonomenzunft derzeit für Konjunkturprogramme plädiert, hat nichts mit einem neuen Zeitgeist zu tun. Es ist schlicht die Krise selbst, die anders ist als vorangegangene Flauten - und die deshalb auch andere Antworten erfordert.
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Was die Lage derzeit so gefährlich macht, ist, dass die Erde an drei Stellen gleichzeitig bebt, was einen Tsunami ungeahnter Stärke auslösen könnte: Da ist einmal die normale konjunkturelle Abkühlung, die nach Jahren des weltweiten Wachstums ohnehin eingetreten wäre. Sie wird massiv verschärft durch die Finanzkrise, die den Geldfluss versiegen lässt und einem ohnehin stotternden Motor damit auch noch das Schmiermittel nimmt. Hinzu kommen schließlich große strukturelle Probleme in einzelnen Branchen - etwa in der Autoindustrie, die im Zeitalter tendenziell steigender Benzinpreise schlicht die falschen Wagen baut.
timely, targeted, temporary
Alles zusammen könnte dazu führen, dass die deutsche Wirtschaft im kommenden Jahr um zwei oder gar drei Prozent schrumpft - und damit so stark wie noch nie zuvor seit Gründung der Bundesrepublik. Vermeiden lassen wird sich eine Rezession nicht, wie auch die Regierung einräumt. Möglicherweise aber könnten mit Hilfe eines Konjunkturprogramms die Spitzen gekappt werden.
Damit ein solches Paket Chancen hat, muss es nach Ansicht der meisten Ökonomen den "drei Ts" genügen: timely, targeted, temporary. Es muss also schnell umsetzbar, zielgenau und zeitlich begrenzt sein. Hinzu kommen sollte noch, dass das Paket groß genug ist und dass es im Einklang mit den wichtigsten Langfristzielen steht.
Damit scheiden etwa Einkommensteuersenkungen aus, so wünschenswert sie aus Sicht vieler Bürger auch sein mögen, denn die monatliche Ersparnis ist so klein, dass sie kaum zum Konsum anregt. Allenfalls eine rückwirkende Steuersenkung für 2008, die mit Abgabe der Steuererklärung im Frühjahr 2009 auf einen Schlag ausgezahlt wird, könnte wirken.
Flankierend dazu müssten Rentner, Geringverdiener und Hartz-IV-Empfänger, einen Konsumscheck bekommen, da sie von einer Steuersenkung nicht profitieren würden. Zumindest bei den beiden letzteren Gruppen wäre die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Geld umgehend ausgegeben wird. Darüber hinaus müsste der Staat das Vergaberecht aussetzen und einen zweistelligen Milliardenbetrag in die Sanierung von Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern und Sportplätzen investieren.
Der Bau neuer Straßen bringt dagegen nicht viel, weil hier die Genehmigungsverfahren zu lang sind. Wer die Autoindustrie unterstützen will, könnte zeitlich befristet eine Abwrackprämie für die Stilllegung alter Spritfresser einführen. Ihre wahren Probleme allerdings müssen die Autokonzerne selbst lösen.
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(SZ vom 18.12.2008/af)
Sicherlich wäre das Gebot der Stunde, nun den "kleinen Mann" auf der Straße zum Kaufen anzuregen, incl Konsumgutscheine. Steuersenkungen für Millionäre hat in den letzten 20 Jahren nichts gebracht und wird jetzt auch nichts mehr bringen. Wir haben aber eine Regierung, welche gar nicht mehr anders kann und will ! Deren einzige Methodik darin besteht Millionäre zu entlasten und dem kleinen Bürger vorzugaukeln er hätte was davon. Dieses Lügengebilde hat recht lange, recht gut geklappt und scheitert nun schlicht und einfach an den rein physikalisch/mathematischen Naturgesetzen.
Die einzige Hoffnung die wir noch haben können, und das mein ich durchaus ernst, ist daß diese SPD+CDU nun nochmal so kräfig aufs Gaspedal des neoliberalen Irrwitzes drückt, daß der Wagen umso schneller an die Wand schmettert.
und sich des problems annehmen.
(hat immer noch was gefehlt......)
*zusammensetzen sollen sie sich ...
Ich nun würde dafür plädieren, dass sich diese Ökonomen zusammensetzen, die Sache
Immerhin behaupten sie dreist, Wissenschaftler zu sein! Dann sollten sie sich auch mal wissenschaftlich mit der ganzen Chose beschäftigen, anstatt mit irgendwelchen Theorien rumzuschmeissen und in "Glaskugeln" zu gucken!
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"In seiner "Logik der Forschung" nennt Karl Popper als Merkmal einer guten Theorie, dass sie eine Reihe von Vorhersaygen macht, die sich im Prinzip auch jederzeit durch beobachtungsergebnisse widerlegen, falsifizieren lassen müssen. Immer wenn die Beobachtungen aus neuen Experimenten mit den Vorhersagen übereinstimmen, überlebt die Theorie, und man fasst ein bisschen mehr vertrauen zu ihr; doch sobald man auch nur auf EINE Beobachtung stösst, die von den Vorhersagen abweicht, MUSS man die Theorie modifizieren. Zumindest sollte das der Fall sein, doch es sind natürlich stets Zweifel erlaubt an der Faähigkeit jener, die die Experimente durchführen" (Stephen Hawkings: Eine kurze Geschichte der Zeit. S.22).