Ein lange schwelender Konflikt bricht aus: Weil Neuseeland dem Sohn eines Offiziellen der Fidschi-Regierung kein Studentenvisum gibt, müssen die Topdiplomaten beider Länder den Rückzug antreten.

Ein nicht ausgestelltes Visum hat das Fass zum Überlaufen gebracht: Der Streit zwischen Neuseeland und den Fidschi-Inseln erreicht seinen vorläufigen Höhepunkt.

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Junta-Chef Frank Bainimarama: Der Streit zwischen Neuseeland und den Fidschi-Inseln eskaliert. (© Foto: AFP)

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Seit Monaten schon schwelt der Konflikt zwischen den Inselnachbarn - nun müssen die Topdiplomaten beider Länder den Rückzug antreten. Der Ministerpräsident Fidschis, Josaia Voreqe "Frank" Bainimarama, verwies die neuseeländische Hochkommissarin des Landes - und zwar wegen des Vorwurfs zu enger Kontakte zur Opposition.

Der neuseeländische Außenminister Murray McCully erklärte, der Hochkommissarin in Fidschi, Caroline McDonald, sei eine Woche Zeit gegeben worden, das Land zu verlassen. Als Reaktion erklärte McCully den fidschianischen Vertreter in Wellington zur persona non grata.

Entzündet hat sich der Streit zuletzt an der Weigerung Neuseelands, dem Sohn eines Offiziellen der Fidschi-Inseln ein Studentenvisum auszustellen. Daraufhin habe die Fidschi-Regierung gedroht, McDonald aus dem Land zu werfen, sagte Außenminister McCully.

Der Hintergrund der diplomatischen Verwicklungen zwischen den Nachbarn ist freilich tiefgehender. Die Militärherrscher in Fidschi weigern sich, wie zugesagt bis April kommenden Jahres die Demokratie in dem Pazifikstaat wiederherzustellen. Junta-Chef Frank Bainimarama hatte im Dezember 2006 mit einem unblutigen Putsch die gewählte Regierung gestürzt.

Bainimarama hat erklärt, vor den nächsten Wahlen müssten zunächst das Wahlsystem reformiert und die Korruption bekämpft werden. Einen Zeitraum dafür nannte er nicht. Viele Südpazifikstaaten, der Commonwealth, die Europäische Union und die USA haben die Verschiebung der angekündigten Wahl scharf kritisiert.

In Neuseeland gilt seit dem Putsch ein Einreiseverbot für fidschianische Offizielle und deren Familien.

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(sueddeutsche.de/dpa/AP/gba/liv)