Festnahme in Spanien Drahtzieher von Djindjic-Mord gefasst

Neun Jahre nach dem Mord an dem damaligen serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic hat die Polizei einen der mutmaßlichen Drahtzieher gefasst - in einem Restaurant im spanischen Valencia. Gemeinsam mit ihm ging den Fahndern auch ein weiterer Anführer der organisierten Kriminalität ins Netz.

Die spanische Polizei hat einen mutmaßlichen Drahtzieher des Mordes an dem serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic im Jahr 2003 gefasst. Vladimir M. sei in einem Restauraunt im ostspanischen Valencia verhaftet worden, teilte die Polizei mit. Wegen seiner Beteiligung an dem Verbrechen war er in Serbien in Abwesenheit zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Zoran Djindjic, hier auf dem Weltwirtschaftsgipfel 2001 in Salzburg, wurde 2003 ermordet. Nun hat die Polizei einen Verdächtigen, der an dem Mord beteiligt gewesen sein soll, festgenommen. 

(Foto: DPA)

Die Polizei gab zudem die Festnahme von Luka B. bekannt, einem der Anführer der Zemun-Bande, die hinter der Ermordung Djindjics steckte. Allerdings stieg B. erst nach der Tat in der Banden-Hierarchie auf.

Zuvor hatten am Dienstag zwei Häftlinge, die in politische Morde verwickelt waren, versucht aus einem Belgrader Gefängnis zu entkommen. Einer der beiden verbüßt eine 30-jährige Haftstrafe wegen seiner Beteiligung an der Ermordung von Ministerpräsident Zoran Djindjic 2003. Die Männer hatten einen Wärter überwältigt und waren aus einem Fenster in den Gefängnishof gesprungen, wo sie von der Polizei gefasst wurden.

Tags darauf nahmen die serbischen Behörden fünf Gefängniswärter unter dem Verdacht fest, bei dem Fluchtversuch geholfen zu haben. Gegen drei von ihnen ermittelt nun ein serbisches Gericht. Die Polizei untersucht auch, ob die Häftlinge, die lange Haftstrafen wegen Mordes absaßen, Unterstützung von außerhalb des Gefängnisses hatten, wie Innenminister Ivaca Dacic am Mittwoch in Belgrad mitteilte.

Djindjic war der erste demokratisch gewählte Ministerpräsident Serbiens nach dem Sturz von Staatschef Slobodan Milosevic im Jahr 2000 und verfolgte eine entschiedene Reformpolitik, die sein Land dem Westen annähern sollte. Politiker in ganz Europa sahen in seinem Tod einen großen Rückschlag Serbiens auf dem Weg in die westliche Staatengemeinschaft.

Die serbische Regierung leitete daraufhin eine Großaktion gegen die organisierte Kriminalität ein, die hinter dem Anschlag vermutet wurde. Als Hauptverantwortliche für den Mord waren Milorad "Legija" Ulemek als Hintermann und Zvezdan Jovanovic als Schütze zu jeweils 40 Jahren Haft verurteilt worden. Ihre Berufungsanträge waren im November 2009 vom Obersten Gerichtshof des Landes zurückgewiesen worden.