Festnahme in Krakau Bombenanschlag auf polnisches Parlament vereitelt

In Polen ist ein Mann wegen der Planung eines Anschlags festgenommen worden. Der Verdächtige, ein 45-jähriger Sprengstoffexperte, habe mit vier Tonnen Sprengstoff das Parlament in Gegenwart von Präsident Komorowski und Regierungschef Tusk in die Luft sprengen wollen.

Das mutmaßliche Ziel des Attentäters waren u.a. Präsident Bronislaw Komorowski (l.) und Regierungschef Donald Tusk.

(Foto: AP)

Die polnischen Sicherheitsbehörden haben nach Angaben der Staatsanwaltschaft einen Terroranschlag auf Präsident, Regierung und Parlament vereitelt. "Ziel des Anschlags war ein Parlamentsgebäude zu einem Zeitpunkt, an dem dort die Regierung und der Präsident waren", sagte ein Staatsanwalt in Warschau.

Ein bereits am 9. November im südpolnischen Krakau festgenommener Mann habe mit Gesinnungsgenossen den Anschlag vorbereitet. Der Festgenommene habe bereits angedeutet, dass der Anschlag während der Haushaltsdebatte geplant gewesen sei. Tatmotiv seien Fremdenhass, Antisemitismus und Nationalismus.

Der 45-jährige wissenschaftliche Mitarbeiter der landwirtschaftlichen Hochschule habe Zugang zu chemischen Materialien gehabt, die auch zum Bombenbau verwendet werden könnten. Bereits im September habe er mit 250 Kilogramm Sprengstoff experimentiert, so die Ermittler. Bei dem geplanten Anschlag sollten nach bisherigen Erkenntnissen vier Tonnen Sprengstoff zum Einsatz kommen.

Im Rahmen der Ermittlungen seien zwei weitere Verdächtige festgenommen worden. Erste Hinweise auf den Hauptverdächtigen habe es bereits im vergangenen Jahr gegeben. Seitdem habe der Mann unter Beobachtung gestanden. "Er meinte, dass sich die Lage im Land verschlechtert, weil in der Regierung Personen sind, die seiner Ansicht nach keine richtigen Polen sind", so die Staatsanwaltschaft zu den Motiven des mutmaßlichen Attentäters. Der Mann gehöre keiner Partei oder Organisation an.

Bei landesweiten Durchsuchungen seien neben Sprengstoff auch Waffen, schusssichere Westen und Sturmhauben beschlagnahmt worden. Der Festgenommene habe die Vorwürfe zunächst abgestritten, dann aber Aussagen gemacht. Der Nachrichtensender TVN 24 berichtete unter Berufung auf Ermittlungskreise, der Terrorverdächtige habe sich in seinen Plänen an dem "Oklahoma-Bomber" und dem norwegischen Massenmörder Anders Behring Breivik orientiert.