In Pakistan sind 50 Menschen durch Raketen einer Drohne gestorben, die offenbar von den USA aus gesteuert wurde.
Ein leises Surren aus der Höhe kündigt den Tod an. Im Nordwesten Pakistans haben erneut Raketen, die von unbemannten Drohnen des Typs Reaper abgefeuert wurden, ihr Ziel getroffen und nach Angaben aus pakistanischen Geheimdienstkreisen Dutzende Extremisten getötet. Über die Zahl der dabei ums Leben gekommenen Zivilisten wurde zunächst nichts bekannt.
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Die ferngesteuerte Drohne Reaper ist elf Meter lang und hat eine Spannweite von 20 Metern. (© Foto: AFP)
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Ferngesteuert wurden die unbemannte Drohnen wohl auch dieses Mal von einer Zentrale der amerikanischen Luftwaffe in der Nähe von Las Vegas aus, im Wüstenstaat Nevada, Tausende Kilometer entfernt von den rauen Bergen im pakistanischen Süd-Wasiristan. Ein Offizier dürfte die Operation am Joystick geleitet haben, vor dem Bildschirm mit Radarbildern der Reaper. Die Übermittlung seiner Befehlssignale aus Las Vegas nach Pakistan dauert nur 1,2 Sekunden.
Serie von Angriffen
Mindestens 50 Extremisten sollen bei der jüngsten Serie von Drohnen-Angriffen umgekommen sein - so viele wie noch nie bei einer einzelnen Operation. Die meisten von ihnen hatten laut pakistanischen Medien an der Bestattung eines getöteten Taliban-Führers teilgenommen.
Eine Drohne, die nach einem früheren Einsatz noch immer in 8000 Meter Höhe über dem Ort kreiste, soll daraufhin erneut zugeschlagen und offenbar eine ganze Reihe von Kaderleuten getroffen haben. Möglich ist das, weil eine Reaper gut 40 Stunden fliegen kann, bevor sie auftanken muss - ungleich länger als die sehr viel lauteren und teureren bemannten Kampfjets, die nur kurz in der Luft bleiben können.
Das eigentliche Ziel der Attacke aber, der 35-jährige Taliban-Chef Baitullah Mehsud, Pakistans gefährlichster und mächtigster Islamistenführer, entging dem Angriff. Auch er soll bei der Beerdigung gewesen sein. Mehsud sagte einmal, er profitiere von den Angriffen der Drohnen: Die vielen zivilen Opfer durch die Attacken treibe ihm viele neue Kämpfer zu. Diese Art der Kriegsführung auf Distanz sei unter Stammesleuten als feige verpönt.
Möglichst kein Nahkampf
Die USA wollen den Nahkampf vermeiden, um nicht die eigenen Truppen unnötig in Gefahr zu bringen. Andererseits nehmen die Amerikaner damit auch auf die Sensibilität der Regierung in Islamabad Rücksicht, die ihrem Volk einen Einsatz von US-Bodentruppen auf pakistanischem Boden nur schlecht erklären könnte. Und so hat man sich zwischen Islamabad und Washington wohl auf eine Formel geeinigt: Pakistans Regierung lässt die Drohnen-Angriffe zu, darf sich jedoch öffentlich jedes Mal darüber ereifern. In der rituellen Stellungnahme heißt es nach jeder Attacke, Pakistan verbiete sich die Verletzung der nationalen Souveränität.
Ursprünglich hatte das US-Militär die Drohnen als Spähflugzeuge konstruiert, die nicht bewaffnet wurden. Im Zuge des Afghanistenkrieges wurden die Fluggeräte dann mit Raketen ausgerüstet. Im pakistanischen Nordwesten, einem Rückzugsgebiet für Taliban- und Al-Quaida-Kämpfer, kommen die Maschinen seit 2006 relativ oft zum Einsatz. Die neue US-Regierung hat diese Luftoffensive sogar intensiviert. Bei der Lokalisierung der Ziele kann das US-Militär sich laut Militärexperten auf Hinweise von Informanten und Agenten am Ort stützen.
Trotz dramatischer Kollateralschäden gelten die Drohnen als erfolgreiche Waffe im Kampf gegen al-Qaida und Taliban. Nun sollen die Angriffe offenbar auch auf die Provinz Balutschistan ausgeweitet werden. Nahe der Provinzhauptstadt Quetta wird die Führungsspitze der afghanischen Taliban vermutet.
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(SZ vom 25.6.2009/vw)
Stockender Kita-Ausbau
Zitat:"Mehsud sagte einmal, er profitiere von den Angriffen der Drohnen: Die vielen zivilen Opfer durch die Attacken treibe ihm viele neue Kämpfer zu.
Zitat:"Mindestens 50 Extremisten sollen bei der jüngsten Serie von Drohnen-Angriffen umgekommen sein - so viele wie noch nie bei einer einzelnen Operation. Die meisten von ihnen hatten laut pakistanischen Medien an der Bestattung eines getöteten Taliban-Führers teilgenommen."
Wer Bomben auf eine Beerdigungsfeier wirft, wird nicht nur die politischen Gefolgsleute sondern auch die Verwandten des Toten treffen. Dieses Verhalten zeigt einmal mehr, dass den Amerikanern das Augenmaß abhandengekommen ist. Die Reaper drone auf dem Bild ist mit lasergelenkten Bomben und selbststeuernden (fire and forget) Hellfire Raketen bestückt.
Die 2000 Pfund Bomben erzeugen einen 50 m Krater. Vom Radius der Splitterwirkung nicht zu reden. Wer solche Waffen auf Dörfer wirft, nimmt, wie die Israelis in Gaza, den Tod unbeteiligter Zivilisten billigent in Kauf.
Auch der Einsatz der Hellfireraketen ist kritikwürdig. Seit 2005 setzen die Amerikaner AGM-114N in Afghanistan ein. Im Gegensatz zur AGM-114L, die für den Einsatz gegen Panzer entwickelt wurde, trägt die AGM-114N einen thermobarischen Sprengkopf zum Einsatz gegen Menschen in Gebäuden.
Mehsud wird mit seiner Äusserung also recht haben.
Hast du ne bessere Idee um in der Region die Taliban von ihrem Treiben abzuhalten?
Zumindest aus militärischer Sicht ist das vorgehen doch sinnvoll - man schaltet Führungskader aus ohne eigene Soldaten zu gefährden.
@oildrum:
Wieso echauvierst du dich eigentlich nie über die Kollateralschäden die die Extremisten verursachen, oder zählen Zivilisten bei denen zu legitimen Zielen und daher ist das dann okay?
ok, dann mag das legitim sein. Sind die Extremisten aber 2 Jahre und jünger hat die USA wiedermal die Werbetrommel für Al-Kaida gerührt. Ich bezweifle, dass es nur Extremisten über 18 Jahre waren.
Man darf sich fragen, ob sich die USA besser verhalten, wie die Terroristen des 11 Septembers und wie die Angehörigen der Ermordete des 11 Septembers zu den Bombardements stehen. Oder soll ich lieber von " Gefallenen" reden?
emt-penzberg.de/index.php?14
weniger Kollateralschäden?
Und darf man Extremisten einfach töten?
"nach Angaben aus pakistanischen Geheimdienstkreisen Dutzende Extremisten getötet. Über die Zahl der dabei ums Leben gekommenen Zivilisten wurde zunächst nichts bekannt."
wikipedia.org/wiki/Extremismus