"Wir haben zugelassen, dass unsere Politik wie Stückwerk wirkt" - bei der FDP-Strategiesitzung räumt Westerwelle Versäumnisse ein. FDP-Kollegen halten ihn für überfordert als Parteichef, Außenminister und Vizekanzler.
Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle hat zum Auftakt eines Treffens der Spitzen von Partei und Bundestagsfraktion Selbstkritik geübt, die von schlechten Umfragewerten geplagten Liberalen zugleich aber aufgemuntert. In einem Strategiepapier für die Klausurtagung in Berlin zählte Westerwelle Mängel beim Koalitionsvertrag auf und räumte auch Versäumnisse der schwarz-gelben Bundesregierung in den vergangenen Monaten ein. Einen grundsätzlichen Kurswechsel der FDP lehnte er indes ab.
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FDP-Chef Guido Westerwelle muss sich auf der Klausurtagung mit Kritik an seiner Person auseinandersetzen. (© ap)
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Die Koalition sei vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen zu zögerlich gewesen, heißt es in dem Papier. Auch habe die FDP der Bevölkerung trotz vorzeigbarer Arbeit nicht deutlich genug vermittelt, was sie politisch durchsetzen wolle. "Wir haben zugelassen, dass diese Politik zu sehr wie Stückwerk auf die Menschen wirkt", schrieb Westerwelle. Die FDP müsse zusammen mit ihren Koalitionspartnern lernen, "nicht die Probleme der Politik, sondern die Probleme der Menschen in den Mittelpunkt zu stellen", lautete die Mahnung Westerwelles mit Blick auf die anhaltenden Streitigkeiten in der großen Koalition. Der Parteivorsitzende eröffnete die Klausur am Abend mit seinem Referat.
Keine Trennung der Ämter
Westerwelle, den manche FDP-Politiker in seinen Funktionen als Parteichef, Außenminister und Vizekanzler für überfordert halten, warb auch für eine engere Zusammenarbeit in der Parteiführung. Generalsekretär Christian Lindner sagte am Rande der Klausurtagung, die Frage einer Trennung der Ämter des Vorsitzenden stelle sich nicht, Westerwelle habe gezeigt, dass er die FDP aus der schwierigen Lage, in der sie sich derzeit befinde, herausführen wolle. Ziel dieser Klausurtagung sei es, "jetzt wieder gemeinsam die FDP als Team erfolgreich zu machen. Wir waren es bisher, und wir werden es unter der Führung von Guido Westerwelle weiterhin sein."
Auch die von Teilen der Partei geforderte Erhöhung des Spitzensteuersatzes sei kein Thema gewesen, sagte Lindner. Vor der Tagung hatte sich Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger für eine Kursänderung in der Steuerpolitik der FDP eingesetzt. Der Welt am Sonntag sagte sie, Ziel müsse eine Entlastung mittlerer und unterer Einkommen sein. "Und das geht nicht mit neuen Schulden, sondern mit Umschichtung." Starke Schultern müssten mehr tragen als schwache, sagte Leutheusser-Schnarrenberger, die dem FDP-Präsidium angehört. Nach Angaben von Teilnehmern soll das Thema Steuern an diesem Montag behandelt werden.
Für die CSU kommt eine isolierte Anhebung des Spitzensteuersatzes nicht in Frage. Das betonte Parteichef Horst Seehofer auf dem Parteitag der CSU in Nürnberg. Ein solcher Schritt führe vor allem zu einer Mehrbelastung unterer und mittlerer Einkommen. Langfristig wolle die CSU aber die Mittelschicht entlasten.
Seehofer verteidigte daher auch den Vorstoß seiner Partei, bis zum Herbst ein eigenes Steuerkonzept zu erarbeiten. Seehofer hat damit seinen bayerischen Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) beauftragt. Eine Option ist offenbar, dass der Spitzensteuersatz von derzeit 42 Prozent erst ab einem höheren Einkommen gezahlt werden muss - aktuell liegt die Grenze bei etwa 52.000 Euro Jahreseinkommen. Im Gegenzug könnte auch der Spitzensteuersatz steigen.
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(SZ vom 28.06.2010/ehr)
Protest gegen dritte Startbahn
"Wir haben zugelassen, dass unsere Politik wie Stückwerk wirkt."
lassen wir diesen Satz einmal auf uns wirken :-)
Der Teil:"Wir haben zugelassen..." bedeutet, dass etwas anders gelaufen ist als man beabsichtigt hat, nämlich: "...dass unsere Politik wie Stückwerk wirkt."
Das Wort "wirkt" kann zwei Bedeutungen haben. Entweder im Sinne von Ursache und Wirkung hat die Politik nicht den gewünschten, erhofften oder propagierten Effekt, oder im Sinne von "Eindruck erwecken" bzw "aussehen wie" wird die politik als Stückwerk wahrgenommen.
a) Ist die Politik Stückwerk (S.), dann ist es bedauerlich
b) Ist die Politik kein S., hat aber die Wirkung von S. dann ist es bedauerlich
c) Ist die Politik kein S. und hat NICHT die Wirkung von S. (ist ein Ganzes) dann ist es bedauerlich, dass die Zusammenhänge nicht deutlich sind.
d) Ist die Politik S. kommt auch nicht als Ganzes rüber, weil die Zusammenhänge unzureichend verschleiert... äh entschuldigung -erklärt wurden dann ist das bedauerlich
Was bedauern wir nun?
Das Stückwerk an sich
oder dass das S. als solches zu erkennen ist
oder dass sie es zugelassen haben, dass es als S. zu erkennen ist
oder dass S. wie S. wirkt?
Bitte um einen klärenden Satz...
Wenn Westerwelle eine Kurswechsel vollziehen würde, der dringend notwendig wäre, würde er ja seine Unfähigkeit als Parteiführer selbst zugeben. Also weiter so, Steuersenkungen und bei Wahlen ab in die Versenkung. Gut so....
Ich weiß immer noch nicht was sie ausdrücken wollen. Das Herr Westerwelle und alle seine Ministerkollegen aus der FDP nichts können und nur dummes Gewäsch verbreiten ist schon jedem in Deutschland aufgefallen. Dazu müssen diese Kritiker nicht mal sozialistisches Gedankengut in sich tragen. Fakt ist das Menschen die solche erbärmlichen Gestalten in der Politik unterstützen nicht weit weg von deren Niveau anzusiedeln sind. Ich denke es gibt viele Menschen in Deutschland die nicht faul sind und in einer nicht verschuldeten Krise stecken nur weil sich ein paar bereichern. Die FDP vertritt diese Klientel und ist somit nicht in einer Regierung zu tragen. Auch die Dinge die sie so schreiben kann man durchaus als heiße Luft bezeichnen. Schreiben sie weiter ihren Müll, dafür sind ja solche Foren da. Bei der Gelegenheit können sie sich gleich Pira anschließen. Neuwahlen sind das einzige was den Schaden begrenzen kann. Dabei ist es egal ob die charakterlose Marionette Wulff seiner Karriere am 30. Juni 2010 hinzufügt, das ist auch lächerlich.
"vorzeigbarer Arbeit" Echt? Welche?
"Wir haben zugelassen, dass diese Politik zu sehr wie Stückwerk auf die Menschen wirkt" Die Politik wirkt deswegen wie Stückwerk auf die Menschen, weil sie Stückwerk ist.
Selbsterkenntnis wäre der erste Schritt auf dem Weg der Besserung.
Wenn Hr. Westerwelle in seiner angeblich so selbstkritischen Rede davon spricht "Die FDP müsse zusammen mit ihren Koalitionspartnern lernen, "nicht die Probleme der Politik, sondern die Probleme der Menschen in den Mittelpunkt zu stellen" dann täte er gut daran, auch die vorherrschende Meinung der Menschen in diesem Land in sein zukünftiges Agieren mit einfließen zu lassen. Um etwas Sichtweite im arg "unausgemisteten" Hühnerstall zurückzugewinnen könnten das Niederlegen eines seiner beiden Ämter bzw das Nachdenken über einen grundsätzlichen Kurswechsel, glaubwürdige Handlungen sein. Von solchen Erkenntnissen scheint er jedoch trotz der "läppischen !" Umfrageverluste von 14 auf 3% meilenweit entfernt zu sein. Es wird Zeit, dass die Hühner zur Revolte gackern bevor ein Füchslein ihre letzten Federn rupft.
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