Die Idee des Bürgergeldes bedeutet keinen Linksruck in der FDP - die Partei verwechselt nur Sozial- und Finanzpolitik. Die Arbeitslosigkeit lässt sich nicht auf einem Bierdeckel bekämpfen.
Dass Guido Westerwelle eines Tages in der Nähe sowohl von Thomas Morus als auch von Oskar Lafontaine gesehen wird, ist ein Treppenwitz besonderer Art. Der Moralphilosoph Thomas Morus entwickelte im 16. Jahrhundert in seinem Roman "Utopia" die Idee eines Lebensunterhalts, der allen Bürgern eines Staates ausgezahlt werden solle; damit wollte er die arme Bevölkerung vom Diebstahl abhalten. Der Politiker Lafontaine ist bekannt als Verfechter einer finanziellen Grundsicherung; damit will er Hartz IV überflüssig machen. Nun möchte Westerwelles FDP scheinbar die Linken noch übertrumpfen. Scheinbar. Mit ihren Plänen für ein Bürgergeld wollen die Liberalen nicht nur Hartz IV abschaffen, sondern das ganze Sozialsystem umkrempeln; weil, wie Westerwelle schon lange klagt, "immer weniger bei den wirklich Bedürftigen ankommt".
Umstrittener FDP-Vorschlag: Beerdigt das Bürgergeld den Sozialstaat? (© Foto: ddp)
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Die FDP möchte alle angeblich 138 verschiedenen steuerfinanzierten Sozialleistungen - etwa Sozialhilfe, Kindergeld, Wohngeld - in einer Pauschale, eben dem Bürgergeld, zusammenfassen. Ein alleinstehender Erwachsener würde 662 Euro im Monat bekommen, unabhängig von seiner Vorgeschichte und seinen Lebensumständen.
Bei dieser Vereinheitlichung bleibt es nicht: Statt wie bisher 45 unterschiedlicher Stellen, die die Zuwendungen auszahlen, würde für das Bürgergeld nur das Finanzamt zuständig sein. Das soll Bürokratiekosten senken und "jene belohnen, die aus eigener Kraft Arbeit aufnehmen." Denn nur wer bereit ist, eine zumutbare Stelle anzutreten, soll die Leistung in vollem Umfang erhalten, betonen die Liberalen.
Womit klar wäre, dass mit dem Nein zu Hartz IV die Parallelen zwischen Westerwelle und Lafontaine auch schon wieder enden. Es geht kein Linksruck durch die FDP, es geistert auch nicht der Gedanke eines sozialromantischen Grundeinkommens durch die Partei. Denn ein Grundeinkommen, wie es zum Beispiel Götz Werner fordert, Inhaber einer Drogeriekette und eines "Lehrstuhls für Entrepreneurship" in Karlsruhe, ist an keinerlei Bedingungen gebunden. Stattdessen setzt es auf die Abschaffung des Arbeitszwangs. Dadurch, so Werner, würden überflüssige Arbeiten durch Maschinen ersetzt, die verbleibenden lukrativen Stellen dafür angemessen bezahlt.
Das Bürgergeld hingegen setzt gerade auf Arbeitszwang und auf "konsequente und bewehrte Verpflichtung mit Sanktionen", wie der FDP-Ehrenvorsitzende Otto Graf Lambsdorff betont. Es setzt also ausschließlich auf materielle Anreize, um Menschen wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Das ist symptomatisch für die FDP, denn es zeigt, wie leicht sie Sozialpolitik mit Finanzpolitik verwechselt; und wie leichtfertig sie mit Konzepten jongliert, die wie soziale Wohltaten daherkommen, es aber nicht sind.
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Sinti und Roma als Nachbarn? Bloß nicht, sagen zwei von drei Deutschen. Über Menschen, die im eigenen Land Fremde sind. Seite Drei. Jetzt lesen ...
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Neue Forschungen zu Stalin und Shoah
"Mit 122,1 Milliarden Euro hat das Bundesministeriums für Arbeit und Soziales den größten Einzelplan des Bundeshaushalts 2007.
EIN DRITTEL des gesamten Bundesetats macht mit rund 78,4 Milliarden Euro der Zuschuss des Bundes an die RENTENVERSICHERUNG ( insbesondere auch PENSIONEN ) aus.
Seit Beginn der achtziger Jahre hat sich der Anteil der Bundesleistungen an der Rentenversicherung nominal mehr als VERFÜNFFACHT. Die Ausgaben der Rentenversicherung selbst haben sich im gleichen Zeitraum in etwa verdreifacht.
Für die Grundsicherung für Arbeitsuchende sind im Entwurf 2007 insgesamt 33,6 Milliarden Euro vorgesehen, davon 21,4 Milliarden Euro für das Arbeitslosengeld II.
Für das Eingliederungs- und Verwaltungskostenbudget im Rahmen der Grundsicherung für Arbeitsuchende werden in 2007 insgesamt 10 Milliarden Euro bereitgestellt.
Ferner wird der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit Älterer weiterhin besondere Aufmerksamkeit gewidmet: Für die Beschäftigungspakte für ältere Arbeitnehmer stehen 232 Millionen Euro zur Verfügung.."
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Wieviele Milliarden Euro entgehen dem Bund seit den Schröderschen NEOCONservativen "Reform-Steuergeschenken" an die INSM-Wirtschaft nochmal JÄHRLICH ???
Ist es kein Versagen der Politik, wenn Jahr für Jahr 10.000e junge Leute die Schule OHNE Abschluss verlassen - und 100.000e von Jugnedlichen MIT Abschluss qualifiziert werden müssen, weil es nicht genügend Ausbildungsstellen gibt ???
Wie lange kann es noch gut gehen, wenn immer weniger Arbeiter und Angestellte unser Sozialsystem ALLEINE am Laufen halten - während Beamte, Freiberufler, Selbständige NICHT integriert sind ???
Diese Gesellschaft ist nicht mehr gerecht - ist sie überhaupt noch EINE Gesellschaft ?!?
Zitat: "Worauf ich hinaus will ist folgendes: Deutschland hat immer weniger Geld. Das ist wohl Fakt, ob selbstverschuldet oder nicht sei dahingestellt."
Sagen Sie mal, wie kommen Sie denn af diese Schnapsidee. Wer oder was ist denn Deutschland? Wenn ich das richtig sehe, bemisst sich das Vermögen und die Wirtschaftskraft (meist ausgedrückt in Geldeinheiten, hier Euro) nach dem Bruttoinlandsprodukt. Und das steigt tendenziell und zwar ständig. Wenn es gerade mal nicht steigt sondern gleich bleibt herrscht in der Regel großes Geschrei. Vergleichen Sie doch einmal die BIP-Zahlen der vergangenen 60 Jahre, oder nehmen sie der Einfachheit halber einfach die Zahlen nach 1989. Sie werden feststellen dass das BIP von 2008 exorbitant höher ist, als das von 1990. Die These "Deutschland hat immer weniger Geld" ist nicht haltbar. Richtig müsste es lauten: Deutschland verteilt sein Volkseinkommen schlecht.
Dazu habe ich vor einigen Monaten ein nettes Zitat von Albert Einstein gefunden ....
"Es ist schwieriger, eine VORGEFASSTE
MEINUNG zu zertrümmern als ein ATOM."
"Es ist schon erstaunlich, wie hartnäckig sich Vorurteile halten"
Daran ist überhaupt nichts erstaunlich, denn diese und andere Unwahrheiten werden solange von den Medien wiederholt, bis sie zu Wahrheiten werden.
Oder haben Sie geglaubt, der Zweck einer Zeitung in Arbeitgeberhand sei dazu da, um die Löhne nach oben zu treiben?
Es ist schon erstaunlich, wie hartnäckig sich Vorurteile halten, aber erschütternd, wie eine Regierungspartei die Unkenntnis der BürgerInnen auszunutzen versucht - denn das Gegenteil ist längst sozial-wissenschaftlich nachgewiesen
Siehe Kommentar über eine Studie an der UNI Leipzig vom Jahr 2002 ...
http://www.soziale-haengematte.malzminden.de
(Es wäre sehr hilfreich, wenn dieser Link nicht entfernt werden würde.)
Paging