Die Finck-Affäre belastet die FDP: Jochen Bäumel von Transpareny International darüber, warum solche Spenden der Demokratie schaden - und was sich dagegen tun lässt.
Jochen Bäumel ist Vorstandsmitglied von Transparency International Deutschland. Die Organisation versucht, Korruption zu bekämpfen.
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Jochen Bäumel von Transparency International Deutschland geht davon aus, dass man der FDP Käuflichkeit nicht nachweisen kann. (© Foto: Transparency International Deutschland e. V.)
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sueddeutsche.de: Glauben Sie, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen den Zuwendungen des Hotelbesitzers August Baron von Finck an die FDP und den Steuersenkungen für Hoteliers?
Jochen Bäumel: Einen direkten Zusammenhang, glaube ich, gibt es nicht. Eine Partei wird sich für 1,1 Millionen Euro nicht kaufen lassen. Ich glaube aber, dass eine Interessenidentität zwischen Spender und Partei vorhanden ist. Wenn man die Partei dann finanziell unterstützt, ist das eine Art Anfüttern, eine Belohnung. Die Partei sollte sich gut überlegen, ob ihr so etwas nicht mehr schadet als nützt.
sueddeutsche.de: Ist das "Anfüttern" legitim? Laut Parteispendengesetz sind Spenden verboten, die in Erwartung eines Vorteils oder als Gegenleistung dafür gegeben werden.
Bäumel: Vorwürfe der Käuflichkeit kann man im aktuellen Fall nachvollziehen, aber ich glaube, man kann sie nicht beweisen. Generell hat das Bundesverfassungsgericht Spenden juristischer Personen zugelassen.
sueddeutsche.de: Müsste man daran etwas ändern?
Bäumel: Ein prinzipielles Spendenverbot wie in Frankreich halten wir von Transparency nicht für erforderlich. Aber man sollte Spenden juristischer Personen auf 50.000 Euro begrenzen. Dann wird es eine Diskussion über eine Einflussnahme dieser Art nicht mehr geben. Für einen solchen Betrag ist eine Partei mit Sicherheit nicht zu kaufen.
sueddeutsche.de: Im aktuellen Fall ist der Zusammenhang zwischen der Spenderfirma und dem Mann, der hinter ihr steht, publik geworden. Werden solche Zusammenhänge nicht nur bei einem Bruchteil der Spenden aufgedeckt?
Bäumel: Das glaube ich nicht. Alle ordnungsgemäß angemeldeten Großspenden, also Spenden ab 50.000 Euro, sind öffentlich. Sie müssen unverzüglich dem Bundestagspräsidenten bekanntgegeben werden, der sie innerhalb eines Monats publiziert.
sueddeutsche.de: Glauben Sie wirklich, dass alles korrekt angemeldet wird?
Bäumel: Zweifel kann man immer haben. Das zeigen die Affären, die es in diesem Zusammenhang gegeben hat. Ich hoffe einfach, dass die Parteien endlich klug geworden sind. Die Strafen für nicht veröffentlichte Spenden liegen schließlich bei dem Dreifachen des Spendenbetrags. Das ist schon happig.
sueddeutsche.de: Gibt es eine Schätzung, wie hoch die Dunkelziffer der unangemeldeten Spenden ist?
Bäumel: Nein. Man könnte nur spekulieren.
sueddeutsche.de: Welchen Einfluss haben Parteispenden auf die Politik?
Bäumel: Ohne Einfluss sind sie zweifellos nicht. Es hat zum Beispiel Spenden an Abgeordnete gegeben, die knapp unter der Veröffentlichungsgrenze lagen. Das zeigt, dass man versucht, mit Geld Einfluss zu nehmen.
sueddeutsche.de: Welche Folgen hat das für die Demokratie?
Bäumel: Solche Spenden sind schädlich. Wenn jetzt eine Diskussion darüber entfacht wird, ob sie Einfluss auf das Verhalten der FDP haben, so ist damit genau dieser demokratische Prozess in Gang gesetzt worden, den ich für gut halte.
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(sueddeutsche.de/jja/woja)
Die SPD ist eine Partei mit einer über 100jährigen Geschichte, die einzigste in Deutschland. CDU-CSU-FDP legen ihr Schwarz-Geld auf Nummernkonten in Liechtenstein an, die SPD investiert in deutschen Unternehmen, historisch aus der Benachteiligung der Presse halt in Presseunternehmen und fördert die Freie Presse. Was ist daran schlecht ?
Aktuell hörte ich in den Nachrichten, dass weniger als 10% der Übernachtungspreise in diesem Jahr gesenkt aber mehr als 10% erhöht wurden d.h. Auswirkung der exclusiven Mehrwertsteuersenkung gleich null. Nebenbei eine Frage, bekommen "christlich-liberale" Wähler oder zumindest Mitglieder auch keinen Rabatt in deutschen Herbergen?
Zitat "(...) und andererseits unsere die öffentliche Meinung dominierende Privatmedien in erster Linie die Sichtweise und Position von Unternehmern und nicht die Sichtweise von Arbeitnehmern und Konsumenten vertreten, weil sie natürlich im ureigensten Sinne ihren Besitzern und Anteilseignern dienen sollen."
Die SPD ist die einzige politische Partei in Deutschland, die große Medienbeteiligungen unterhält. Über ihre Medienholding dd_vg hält sie zu einem großen Teil Minderheitsanteile an über 70 Zeitungen mit einer Gesamtauflage von über 6 Mio. Exemplaren und 12 Mio Lesern.
Aus diesen Beteiligungen sind im Geschäftsjahr 2008 rund 14 Mio. direkt in die SPD Parteikasse geflossen.
"Aber die beste Spende ist immer noch die Wahlstimmenspende. Denn wenn alle armen Schlucker die Linke wählen würden, gäbs einen Erdrutsch im Parlament. Davon gieb es viele im Land und täglich werden es mehr."
Wenn das Wörtchen "wenn" nicht wäre... Doch gerade hier sollte man sich realistischerweise die wenigsten Hoffnungen machen. Das Prekariat wird nun beschleunigt dank SPD-Arbeitsmarktreformen (mitgetragen von den Grünen und noch als zu lasch kritisiert von CDU-CSU und FDP) munter weiter reproduziert und auf den Volksverblödungsformaten wie Maybrit Illner darf die INSM ihre Arbeitgeberpropaganda als vermeintliche Volksmeinung verkaufen. Da wurde zum Beispiel kurz vor der Wahl ein Spot gesendet, in dem ein angeblicher Arbeitsloser sich für Abschaffung des Kündigungsschutzes aussprach, weil die angeblich seine Chance um eine neue Arbeitsstelle erhöhe. Solch Manipulation über die Glotze wird in Deutschlands Wohnzimmern dann millionenfach nachgepapageit, weil kritisches Denken und Medienkompetenz kaum noch vorhanden ist.
Die Partei die LINKE jedoch als "arme Schluckerpartei" zu charakterisieren ist übrigens recht fragwürdig. Sie ist auch für andere soziale Schichten wählbar. Sie vertritt heute nichts anderes als die SPD noch vor Jahrzehnten. Die Linke ist für Arbeiter, Angestellte und kleine Selbstständige oder einfach die Mittelschicht durchaus interessant. Es gibt sogar Millionäre, die die LINKE unterstützen, weil sie erkennen, daß der Satz vom verpflichtenden Eigentum kein leere Floskel ist, die aus Jux unsere Gründungsväter in die Verfassung schrieben.
Trotzdem, für die LINKE ist der Kampf um ein politisches Mehrgewicht im Westen wie ein Kampf gegen Windmühlen. Als WASG war sie chancenlos. Denn wer sich nicht per se fast ausschließlich den Interessen der Unternehmerklientel verschreibt, kann auch kaum finanzielle Umterstützung von dieser Klientel erwarten und auch kaum erwarten, daß für sie die mediale Propagandamaschine betrieben wird, da einfach dort für Zeitungen und Public-Relation-Agenturen keine Gelder zu holen sind und andererseits unsere die öffentliche Meinung dominierende Privatmedien in erster Linie die Sichtweise und Position von Unternehmern und nicht die Sichtweise von Arbeitnehmern und Konsumenten vertreten, weil sie natürlich im ureigensten Sinne ihren Besitzern und Anteilseignern dienen sollen. Die Rendite dieser wenigen, kann schließlich schlecht Rücksicht aufs Allgemeinwohl und Verbraucherinteressen nehmen.
Hier in der SZ
Vorschlag FDH
"Freie Deutsche Hotelpartei"
nix.over-blog.de/article-wie-die-fdp-zur-mowenpick-partei-wurde-43255739.html
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