Anfang 2009 begannen die Vorbereitungen für den Düsseldorfer "Länderdialog". Mronz und Schmidt arbeiteten auf eigene Rechnung, ist aus dem Umfeld der Firmen zu hören. Danach sollten am Ende Kosten und Gewinne fifty-fifty geteilt werden. Die beiden bestreiten das.

Anzeige

Die Aufgabe von Mronz war es wohl, die Länderchefs Seehofer und Rüttgers dazu zu bringen, als Schirmherren der Veranstaltung aufzutreten - gekoppelt an die Zusage, auch zu erscheinen. Nur wenn eine solche A-Besetzung garantiert ist, rücken Sponsoren Geld raus.

Die Staatskanzleien reagierten zunächst reserviert - doch Mronz schaffte es. Die Zusagen waren eingeholt, Anfang des Jahres wurden Sponsoren akquiriert.

Die dafür entworfene Präsentation umfasst auch "Impressionen vergangener Events" - Bilder also, auf denen der selbsternannte Arbeiterführer Rüttgers dem Pop-Rocker Peter Maffay (Du) die Hand schüttelt oder CSU-Shooting-Star Karl-Theodor zu Guttenberg seinen Förderer Seehofer anlacht. Auf einen Bild ist auch Guido Westerwelle zu sehen - in Begleitung von FDP-Jungstar Philipp Rösler und dessen Frau Wiebke.

Die Geschichte endet mit einer peinlichen Absage

Solche Bildergalerien können bei Sponsoren den Eindruck erwecken: Wenn ihr Geld gebt, werdet ihr diese Persönlichkeiten alle treffen können.

Doch dann wird Mitte Februar ruchbar, dass die nordrhein-westfälische CDU für den Landesparteitag am 20. März möglichen Geldgebern rosige Versprechungen gemacht hat: Für 20.000 Euro sollte Ministerpräsident Rüttgers an ihrem Stand erscheinen. Generalsekretär Hendrik Wüst musste gehen.

Hätte da am 9. März eine NRW-Bayern-Party mit Sponsoren stattfinden können, angefeuert von Manfred Schmidt und FDP-Freund Mronz?

Diese Geschichte endet also mit einer peinlichen Absage. Angeblich weil Horst Seehofer und sein Gefolge nach dem Tag im Essener Zollverein lieber schnell nach Hause wollten, zurück ins schöne München. So zumindest erklären es die Landesregierungen von Bayern und Nordrhein-Westfalen.

Der Veranstalter hingegen lässt mitteilen, das Ziel, "eine erfolgreiche und dem Anspruch der Partner und Gäste entsprechende Kommunikationsplattform" zu schaffen, scheine "vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um die Sponsoringaffäre" zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich.

Bild mit Stich

Der "Länderdialog" war für die Sponsoren ohne die Ministerpräsidenten wertlos geworden. Über 700 geladene Gäste mussten ausgeladen werden. Ein Fiasko.

Die Sache sei abgesagt, heißt es in den Staatskanzleien. Lediglich verschoben, darauf beharrt Organisator Manfred Schmidt.

Und Michael Mronz? Der hat offenbar inzwischen zumindest verstanden, besser auf Fotos mit Westerwelle zu verzichten, wenn es um die Selbstdarstellung seiner Agentur geht.

Am vergangenen Freitag noch schmückte ein Bild des Außenministers - zu sehen neben Ex-Tennis-Star Michael Stich - den Internet-Auftritt von MMPromotion, der Mronz-Firma. Das Bild gibt es dort nicht mehr.

Und vielleicht ist damit ja auch die Idee begraben, Manfred Schmidt als Deutschlands wichtigsten Eventmanager zu beerben.

Sie sind jetzt auf Seite 3 von 3

  1. Die Geschäfte des Michael Mronz
  2. Politik ist ein gefährliches Geschäft
  3. Sie lesen jetzt Peinliche Absage
Leser empfehlen 
Lesetipp aus der aktuellen SZ: Die Pflicht zur Kür

Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...

(sueddeutsche.de/jja/gba)