FDP: Koch-Mehrin unter Plagiatsverdacht Uni Heidelberg prüft Plagiatsvorwürfe

Die Uni Heidelberg ist am Montagmorgen von den VroniPlag-Machern auf die Ungereimtheiten in Koch-Mehrins Arbeit hingewiesen worden. Die Uni prüft jetzt mit Hochdruck, ob und was an den Vorwürfen dran sein könnte.

Karriere mit Knick

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Seit diesem Dienstag befasst sich offiziell der Promotionsausschuss der philosophischen Fakultät mit dem Fall. Im Laufe des Tages soll deren Mitgliedern eine digitalisierte Fassung der in Rede stehenden Doktorarbeit vorliegen. Dann kann die eigentliche Recherchearbeit beginnen. Am Mittwoch wird der Fakultätsrat über die Vorgänge informiert. Koch-Mehrins Doktorvater, der emeritierte Heidelberger Historiker Volker Sellin, kann sich an der Aufklärung derzeit wohl nicht beteiligen. Er weilt noch in Helsinki.

Für ihn dürfte der Fall pikant sein, besteht doch die Gefahr, dass sein untadeliger Ruf beschädigt wird. Sellin war von 1987 bis 1991 Rektor der Universität Heidelberg und gehörte in den Jahren 2000 bis 2001 dem Universitätsrat an. Immerhin haben er und sein Co-Prüfer Clemens Zimmermann, der heute an der Uni Saarbrücken lehrt, Koch-Mehrins Arbeit nicht mit "summa cum laude" (ausgezeichnet) sondern lediglich mit "cum laude" (gut) bewertet.

Sollten sich die Verdachtsmomente erhärten, wird die Kommission zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis und zum Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten unter dem Vorsitz von Thomas Rausch, dem Prorektor für Forschung und Struktur an der Uni Heidelberg, eingeschaltet. Koch-Mehrin wird dann Gelegenheit bekommen, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen.

Eine Sprecherin der Uni sagte zu sueddeutsche.de, die Prüfung solle jetzt "so zügig wie möglich aber mit der notwendigen Sorgfalt" beginnen. "Uns liegt daran, dass es jetzt keine Zeit des Nachdenkens darüber gibt, ob und wie man in die Prüfung einsteigt." Einen Fall, wie ihn die Uni Bayreuth mit Guttenberg erlebt hat, will die Uni Heidelberg offenbar tunlichst vermeiden. Bayreuth war anfangs derart sprachlos, dass die Universität kurzzeitig unter Verdacht geriet, Guttenberg noch schützen zu wollen. Inzwischen soll sie in einem Bericht festgestellt haben, dass Guttenberg in seiner Doktorarbeit vorsätzlich plagiiert haben muss.