Die FDP bezieht in der Hartz-IV-Debatte Position: Ihr Konzept zum Umbau des Sozialstaates sieht höhere Zuverdienstgrenzen und Gutscheine für Kinder vor.
Die FDP hat ihre Vorstellungen zur Reform des Sozialstaates konkretisiert. In einem Positionspapier, das auf einem Symposium an diesem Mittwoch in Berlin diskutiert werden soll, werden unter anderem höhere Zuverdienstgrenzen für Bezieher von Arbeitslosengeld II (Hartz IV), eine Pauschalierung der Unterkunftskosten und Sachleistungen für Kinder vorgeschlagen. Ein-Euro-Jobs dürften nach Ansicht der FDP "keine reguläre Gegenleistung für den Leistungsbezug" sein. Aber auch gegen den Missbrauch von Sozialleistungen durch Bezieher wie durch Arbeitgeber will die FDP stärker vorgehen.
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Die FDP plädiert für eine Kombination aus Geld- und Sachleistungen, um den Bedürfnissen von Hartz-IV-Kindern gerecht zu werden. (© Foto: dpa)
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Das Papier wurde von einer Arbeitsgruppe unter Beteiligung der Sozialpolitiker Heinrich Kolb, Pascal Kober und Johannes Vogel sowie des Generalsekretärs Christian Lindner verfasst. Es bildet die Grundlage für einen Leitantrag zum Parteitag im April und stellt somit, gewisse Änderungen im Detail vorbehalten, die offiziöse Position der Partei dar.
Das Symposium an diesem Mittwoch wurde einberufen, nachdem Parteichef Guido Westerwelle mit seiner Sozialstaatskritik eine heftige Debatte ausgelöst hatte. Teilnehmen wollen neben anderen der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, und der frühere Wirtschaftsminister und SPD-Vize Wolfgang Clement. Die derzeitigen Zuverdienstmöglichkeiten für ALG-II-Bezieher bieten nach Ansicht der FDP nicht genügend Anreize, eine bezahlte Tätigkeit aufzunehmen. Die FDP schlägt zwei Varianten vor, welche beide eine Verbesserung für die Betroffenen gegenüber der bisherigen Regelung darstellen würden.
"Der Bezug von Sozialhilfe darf nicht erblich werden"
Um den Bedürfnissen von Kindern in Familien von ALG-II-Beziehern gerecht zu werden, schlägt die FDP eine Kombination aus Geld- und Sachleistungen vor. So könne mit Hilfe von Gutscheinen die Teilnahme an kulturellen Angeboten oder an der freien Mittagsverpflegung in der Schule sichergestellt werden.
Im Prinzip ziehe die FDP jedoch Geldleistungen als Hilfe zum Lebensunterhalt vor, weil dies eine eigenverantwortliche Lebensführung auch für Bedürftige ermögliche. "Der Bezug von Sozialhilfe darf nicht erblich werden, soziale Ungleichheit darf sich nicht über die Generationen verfestigen", heißt es.
Ein-Euro-Jobs sollten nach Auffassung der FDP dort angeboten werden, wo sie der Qualifizierung und Integration in den Arbeitsmarkt dienen. Als reguläre Gegenleistung für den Leistungsbezug seien sie jedoch ungeeignet, da sie sozialversicherungspflichtige Beschäftigung massiv gefährden würden.
Kein kalkuliertes Lohndumping
Forderungen nach einem gemeinwohlorientierten Arbeitsmarkt, wie sie gerade erst von der stellvertretenden SPD-Vorsitzenden Hannelore Kraft ins Gespräch gebracht wurden, seien volkswirtschaftlich schädlich und nähmen den Menschen die Chance auf reguläre Arbeit. Allerdings bleibt die FDP bei ihrer Ablehnung von gesetzlichen Mindestlöhnen.
Missbrauch von Sozialleistungen verortet die FDP nicht nur bei den Leistungsbeziehern. Es sei nicht hinnehmbar, wenn Arbeitgeber systematisch mit einem ergänzenden Sozialleistungsbezug ihrer Vollzeitkräfte kalkulierten oder die Ausweitung der Zuverdienstmöglichkeiten für Lohndumping nutzen wollten. Hier müsse der Sozialstaat Exzesse verhindern.
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Man sollte möglichst versuchen, alle finanzielle Zuwendungen des Staates durch Sachleistungen zu ersetzen.
Statt Wohngeld Gutscheine für einen Platz in einem Wohnheim. Statt Kleidergeld Gutscheine für die Kleiderspende des Roten Kreuzes. Statt Geld für Essen einfach Gutscheine für Obdachlosenküchen.
Wenn man das konsequent machen würde, gäbe es innerhalb eines Jahres fast keine Harzer mehr.
wird unterschiedlich bewertet. Wenn ein HartzIV-Bezieher seinen Lebensunterhalt durch Schwarzarbeit um 500 Euro aufbessert, dann ist das in der öffentlichen Meinung unverzeihlich.
Wenn ein Multimillionär durch Steuerverkürzung und Schwarzgeldkonten im Ausland dem Staat 1 Million hinterzieht, dann gilt das als Notwehr gegen den gierigen Staat.
Und wenn 500.000 Bürger auf Wohn- und Kindergeld verzichten, dann spart der Staat ca 2 Mrd. Euro jährlich, hat aber trotzdem für das Mittagessen von bedürftigen Schüllern kein Geld übrig.
Ach ja der A400 ist mal wieder um 4,5 Mrd. teurer geworden, da muss mal schon die Mwst fürs Mittagessen auf 19% angehoben werden. harrrrrr..
...über Sozialleistungen und deren Mißbrauch würden mich interessieren. Und zum Vergleich die wahren Zahlen über den Mißbrauch des Staates durch Steuerhinterziehung, Subventionsbetrug etc.
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Die viele Zeit, die Sie hier verbringen lässt darauf schließen, dass Ihr Fernseher kaputt ist und Sie nun ihren Frust über das verpasste Kinderprogramm nun mit markigen Sprüchen kompensieren.
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