Maßlose Wortwahl und realitätsblinde Forderungen nicht nur zu Hartz IV: Die FDP versteht gerade die Welt nicht mehr. Schuld daran ist allein sie selbst - weil die Liberalen so anmaßend sind, ihr gutes Wahlergebnis als Legitimation für den Umbau des Landes zu sehen.
Franz Josef Strauß, der die FDP bekanntlich nie mochte, hat sie einst als "langsam verhasst gewordene Partei" geschmäht. Ganz so schlimm steht es heute noch nicht um die Liberalen. Aber sie tun derzeit alles, um sämtliche alten Vorurteile wieder aufleben zu lassen. Maßlos in der Wortwahl und realitätsblind in ihren politischen Forderungen, ist die FDP zur Nervensäge der deutschen Politik geworden.
Mit seiner Warnung vor "spätrömischer Dekadenz" hat Guido Westerwelle die Grenze von der üblichen Polemik zur blinden Hysterie überschritten. Hier sitzt der FDP-Vorsitzende zwischen seinen Parteifreunden, dem Generalsekretär Lindner und der Fraktionschefin Homburger (© Foto: Getty)
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Wenn Guido Westerwelle im Zusammenhang mit dem Karlsruher Hartz-Urteil vor "spätrömischer Dekadenz" warnt und "geistigen Sozialismus" beklagt, ist die Grenze von der üblichen Polemik zur blinden Hysterie überschritten. Die FDP versteht im Moment buchstäblich die Welt nicht mehr.
Schuld daran ist freilich nicht die Welt, sondern die FDP selbst. Die knapp 15 Prozent bei der Bundestagswahl haben eine liberale Hybris ausgelöst. Die FDP tritt seither auf, als sei ihr Ergebnis Auftrag und Legitimation, das Land komplett umzubauen. Das ist ein Irrtum, wie die Umfragen zeigen. Selbst die Mehrheit der Koalitionsanhänger hält die Steuersenkungspläne der FDP für unseriös überzogen.
Anmaßende Liberale
Es ist aber auch eine Anmaßung. Mit 15 Prozent bestimmt keine Partei die Richtlinien der Politik. Die Union hat sicherlich schon bessere Tage gesehen, aber sie ist immer noch mehr als doppelt so stark wie die FDP. Es gibt keinen Grund für die Union, sich von den Liberalen die Agenda diktieren zu lassen.
Über ihren Partner ist die FDP verbittert und enttäuscht. Aber daran ist sie selber schuld, denn sie hat nicht ernst genommen, wie sehr sich die Union verändert hat. Das ist nicht mehr die Union von 2005, die mit einem neoliberalen Programm in die Wahl gezogen ist und damit beinahe gescheitert wäre. Die Beinahe-Niederlage ist in der Union zwar nie offen diskutiert worden, sie hat aber einen heilsamen Schock ausgelöst.
Bei CDU und CSU sind viele Positionen von damals längst passé, von der FDP werden sie unbeirrt weiter vertreten. Ganz so, als ob es nie eine Weltwirtschaftskrise gegeben hätte, die die marktradikalen Positionen eigentlich gründlich diskreditiert haben sollte. Die Liberalen wirken wie aus der Zeit gefallen. Westerwelles Parole von der "geistig-politischen Wende" erinnert an den frühen Helmut Kohl, und das ist jetzt fast 30 Jahre her.
Dabei gäbe es für eine Partei, die ihre liberale Identität ernst nimmt, genug zu tun. Die Integration von Millionen Migranten, eine bessere Bildungspolitik als Instrument, um ein immer weiteres Auseinanderdriften der Gesellschaft zu verhindern, eine intelligente Energiepolitik angesichts des Klimawandels - alles Themen, die eine liberale Partei beschäftigen müssten. Eine "geistig-politische Wende" dagegen braucht kein Mensch.
Die FDP gibt ihr eigenes Terrain leichtfertig preis. Für liberal gesonnene Bürger, die die Gesellschaft verändern wollen, ohne den Staat zu zertrümmern, sind die Grünen die viel interessantere Partei. Die FDP, die für sich in Anspruch nimmt, die politische Mitte zu verkörpern, hat sich von dieser Mitte selbst entfernt.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(sueddeutsche.de/mati/odg)
Der Populismus kommet her.
Und wohlangezogen brüllet er
Aus vollen Strömen
Nicht aus Böhmen, aber nein,
Sondern aus dem Tuten
Altbekannter Menschen-Fänger-Routen,
Ganz auf Kostens des Konsensus
Uns'rer scheinbar scheinend' Wertedemokratie.
Verlasse dich auf nichts und niemand
- Niemals! Nie!
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Klausens am 18.2.2010
Es gefällt mir, mir vorzustellen, wie Herr Westerwelle mit Herrn Sloterdijk zusammen in einer Hängematte liegt und die beiden sich eine Dose Hundefutter teilen. Hängematte wegen sozial und Hundefutter, weil das wenigsten noch ein MHD hat, was man bei den Abfällen von "Der Tafel" nicht sagen kann.
Wer im eigenen Land den Bodensatz der Gesellschaft vergisst, der vergisst allemal auch den größten Teil der ganzen Welt, der in Armut lebt, und das als "Außen"minister.
Oh,ja, ich bin für einen angemessenen Lohnabstand, nämlich mit einem Mindestlohn von 10 Euro, dem Verbot von Leiharbeit, dem modernen Sklavenhandel, und der Einführung "menschenwürdiger"!!! Arbeitsverhältnissen. Dieses Grundgesetz wird nämlich auf immer mehr Arbeitstellen glatt ignoriert, aber man wird ja bestraft, wenn man die letzten Arbeiten nicht annimmt, anstatt hier mal genauer hinzusehen, was sich die Arbeitnehmer eigentlich inzwischen alles gefallen lassen müssen.
Ich kann es auch nicht mehr hören, wenn zur Entschuldigung dieser skandalösen Zustände immer die Globalisierung herhalten muß, solange bei uns 10% 70% des Vermögens besitzen.
Da lache ich immer, vor fünf Jahren waren es noch 10%, die 60% des Vermögens besitzen, wenn sich das alle fünf Jahre derart ändert, wann gehört dann 10% eigentlich endlich 100% des Vermögens??? Das wird dann bestimmt ganz lustig in unserer Bananenrepublik!
Ich bin von Hartz nicht betroffen, sondern noch schlimmer, ich bin Kleinstrentnerin und renne seit über einem Jahr allen möglichen Stellen die Tür ein, um Unterstütung zu finden, wieder ins Arbeitsleben zurückzufinden. Hilfe gibt es da an keiner Stelle, überall renne ich mir den Kopf ein, ich existiere gar nicht mehr, für die einen bin ich zu krank, für die anderen zu gesund, immer so dass ich gerade durchflutsche, auch durch jede Statistik.
Was mich,apropos Statistik, tatsächlich einmal interessieren würde, wäre die Selbstmordstatiskik bei ARMEN in unserer Gesellschaft, denn der Gedanke liegt bei unserem unsäglichen Vegetieren ohne jede gesellschaftliche Teilhabe, immer in der Luft.
Sabine
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Ich verstehe schon lange die Welt nicht mehr. Ist es vermessen und populistisch, sich zu wünschen, dass angefangen von Herrn Schröder, über Frau Merkel bis hin zu natürlich Herrn Westerwelle alle diese Gestalten mal für ein Jahr lang von Hartz4 leben sollten, ohne die Aussicht auf Erlösung???
Ich habe im Laufe meines inzwischen langen Lebens wirklich niemanden kennengelernt, der per se das Recht gehabt hätte, einfach so, auf Grund seiner Talente, im Wohlstand zu leben, bis auf ein paar Künstler vielleicht, die den Menschen mehr als Glück schenken und wirklich begnadet sind, aber schon gar nicht irgendwelche halbseidenen Politiker.
Aber, was wirkliche Not ist, erlebe ich jetzt seit drei Jahren mit einer Kleinstrente, die mir keinerlei Luft mehr zum Leben läßt, ungefähr Harzt 4 Satz. Dabei kann man allerdings vergessen, dass wir in einer sogenannten Demokratie leben und angeblich in Freiheit. Das kann man aber auch schon auf zahlreichen Arbeitsstellen vergessen, worüber sicherheitshalber niemals geredet wird und wo die Zustände zu einem rapidem Anstieg von Frühverrentungen auf Grund psychischer Krankheiten führen. Wer will da noch an die Schrecken der Stasi denken, das was sich unsere Spitzel Fachleute, sei es bei Lidl, Bundesbahn etc einfallen lassen, übertrifft sicher schon die Stasi....
Ja, warum wählt das deutsche Volk seine Henker, warum bekommen bei uns Wohlhabende mehr Kindergeld als Arme, solche Banalitäten versteht niemand in ganz Europa.
In Frankreich ist der entsprechende Sozialhilfesatz wesentlich höher, auch die Löhne sind seit Euroeinführung wesentlich gestiegen, während wir geschmackloses Lohndumping zum Nutzen unserer Exportbilanz zu ertragen hatten, bis zum eigenen Verrecken, womit wir dann auch noch andere europäische Länder in Schieflage gebracht haben.
WARUM rennen die deutschen Schafe immer wieder zur Schlachtbank???
Wie konnte er das nur vergessen oder hat er es übersehen? -
Die gesamte Republik ist nach links gerutscht - seine FDP
übrigens auch.
Nein, wie kann man auch den Wählerwillen so ignorieren!
Veränderungen, warum denn die? Dem überwiegenden Teil
der Bevölkerung geht es gut, was gut ist! Die sogenannte Wirtschaftskrise findet für die meisten Deutschen nur in den Medien statt und da kommt einer daher und erzählt was von Steuersenkung etc.,stört die trügerische Idylle und will sich gegen Volkeswillen stemmen, womöglich auch noch gegen Teile seiner eigenen Partei und gegen den Koalitionspartner- gar gegen
die Kanzlerin, welcher Ruhe eh` am liebsten ist -sei sie auch noch so trügerisch.
Herr Westerwelle, bitte mal einen kurzen Anruf bei Gerhard Schröder tätigen. Der kann Ihnen sicher erläutern, was man zu ertragen hat, wenn man etwas ändern will in dieser Republik - ihn hat dies das Amt gekostet!
Dennoch bleibt eines und Kofuzius wußte es bereits:
"Wer zur Quelle will, muß gegen den Strom schwimmen -
nur tote Fische schwimmen mit dem Strom".
Aber bitte richtiges Leistungsschwimmen, immer schön
durchziehen und nicht die am Rand naß machen!
Paging