Kritik am "Bundeswahlkampfminister": FDP-Präsidiumsmitglied Leutheusser-Schnarrenberger attackiert den CSU-Wirtschaftsminister.
Die FDP schießt sich auf Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ein. "Wir müssen deutlicher machen, dass Guttenberg in der Sache bisher nichts geleistet hat", sagte Präsidiumsmitglied Sabine Leutheusser-Schnarrenberger am Dienstag der Süddeutschen Zeitung.
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Sabine Leutheusser-Schnarrenberger wirft CSU-Wirtschaftsminister Guttenberg vor, "nichts, null" durchgesetzt zu haben. (© Foto: ddp)
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Generalsekretär Dirk Niebel nannte Guttenberg einen "Bundeswahlkampfminister", der zwar manchmal Richtiges verkünde, in der Sache aber nichts bewirke.
Die Angriffe der FDP sind eine Reaktion auf die Dauerattacken vor allem der CSU, welche die Zuverlässigkeit der Koalitionsaussage der Liberalen für die Union immer wieder in Frage stellt. Dass gerade Guttenberg zur Zielscheibe wird, hat seinen Grund aber auch darin, dass der CSU-Politiker von den Liberalen als eine echte Bedrohung angesehen wird.
Die FDP sorgt sich, Guttenberg könne mit seinen marktwirtschaftlichen Thesen schwankend gewordene Unionswähler zurückholen, die bisher aus Enttäuschung über die Wirtschaftspolitik der Union mit der FDP liebäugeln.
"Nichts, null" habe Guttenberg seit seinem Amtsantritt am 12.Februar durchgesetzt, sagte Leutheusser-Schnarrenberger, die auch bayerische Landesvorsitzende ist. "Wo ist sein Konzept für Ostdeutschland? Was unternimmt er gegen die wachsende Jugendarbeitslosigkeit?" Niebel warf Guttenberg Versagen im Fall der inzwischen verstaatlichten Bank Hypo Real Estate und im Poker um Opel vor.
"Hier hat Herr zu Guttenberg zwar mit dem Fuß aufgestampft, aber mehr als ein Tänzchen Marke Rumpelstilzchen ist nicht herausgekommen", sagte Niebel dem Onlinedienst des Handelsblatts.
Verärgerung herrscht in der FDP nach wie vor auch über die CDU-Vorsitzende Angela Merkel. Parteichef Guido Westerwelle hatte erwartet, dass die Kanzlerin in ihrem ZDF-Sommerinterview am Sonntag den Unionsattacken auf die FDP ein Ende setzen würde.
Stattdessen griff sie die Forderung von CSU-Chef Horst Seehofer nach einer eindeutigen Festlegung der FDP auf ein schwarz-gelbes Bündnis auf. Das habe den FDP-Chef "schwer getroffen" und ihn zu seiner heftigen Reaktion am Montag - "Jetzt ist Schluss mit lustig"- veranlasst, hieß es in seiner Umgebung. Westerwelle sei auch von führenden Parteimitgliedern zu seiner scharfen Erwiderung gedrängt worden.
Am Dienstag erklärte Westerwelle den Streit mit der Union allerdings wieder für erledigt. Ihm sei "nach den anhaltenden Angriffen über mehrere Wochen der Kragen geplatzt", sagte Westerwelle bei der Aufzeichnung der ARD-Sendung "Klartext zur Wahl" in Berlin. "Ich habe meinem Unmut Luft gemacht, aber das war es jetzt auch."
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(SZ vom 26.08.2009/liv)
Protest gegen dritte Startbahn
Frau Leuthäusl-Schmarrenberger fragt nach einem Konzept für Ostdeutschland? Also ob die FDP denn eines hätte.
Die große Koalition ist sicher nicht besonders gut, vor allem wegen Merkel, aber immer noch besseer als eine CXU/FDP-Regierung.
Ich mag Guttenberg ja nicht als Politiker, aber was diese potentiellen FDP-Wirtschaftsexperten können, das kann Guttenberg mit links.
........ nach dem 27. September koalieren, dann haben sie sich alle doch so lieb, und es kommen die Aussagen: Hier haben wir Konsens gefunden, da haben wir Konsens gefunden, dieses und jenes muss noch verhandelt werden, aber ..... der Grundtenor stimmt, und wir werden den Karren aus dem Dreck ziehen können, schließlich war die SPD der Hemmschuh und hat alles verbaselt in der Großen Koaltion - Ironie Ende!
Aber ..... das kennt man ja schon! Die Hoffnung stirbt zuletzt: Vielleicht geht dieser Kelch doch noch an diesem Land vorüber!
Das ist aber genau die Meinung von meinem Opa. Bisher nur hier und da mal schwafeln, von Insolvenzen reden. Eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik ala Ludwig Erdard sähe wohl anders aus. Aber der war auch noch Fachmann, Wirtschaftsexperte und bereits Professor, bevor er Abgeordneter wurde oder Minister. Damals wurde noch Wert auf Qualität gelegt und nicht auf Medienpräsenz. Ich wüßte das nicht, aber Opa.
Ausser Spesen und Thesen ist nix gewesen - und dabei ist noch nicht einmal die doppelte Peinlichkeit mit dem Linklater-Gesetzentwurf beruecksichtigt.
Aber nur Mut Herr zuG., die SZ steht Ihnen weiter zur Seite!
"Guttenberg hat bisher nichts geleistet". So hat er wenigstens auch nichts kaputt gemacht.. Außerdem stimmt es nicht ganz: Diese Gelfrisur in Schuss zu halten erfordert mehr Arbeit, wie zu vermuten. Die Guttenberg-Show ist mir trotzdem lieber wie die von Alicante-Ulla oder Mach-Nix-Merkel. Man sollte sich soundso abgewöhnen, von der Politik mehr zu erwarten wie leere Schlagzeilen und Papiertiger-Auftritte in den Talgshows. Politik machen Pharmafirmen, Daimler-Benz, Siemens und Hedgefonts und Lobbyisten. Weitere Köche verderben da nur den Brei.
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