sueddeutsche.de: Was ist mit der Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung? Wird die Prämie künftig für jedes Familienmitglied einzeln erhoben?

Homburger, FDP-Fraktion, Glocke, dpa

Mit Glockengeläut eröffnete Birgit Homburger in dieser Woche die erste Sitzung der FDP-Fraktion. (© Foto: dpa)

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Homburger: Die Frage ist doch, ob die Familienmitversicherung von der Krankenkasse bezahlt werden muss. Das ist ein sozialer Ausgleich, der über das Steuersystem finanziert werden sollte. Wenn kleine Selbständige oder Handwerker, bei denen ein Elternteil gesetzlich versichert ist, ihre Kinder extra versichern müssen, nur weil sie selbständig sind und die Kinder deshalb nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung mitversichert werden können, ist das ungerecht.

sueddeutsche.de: Die Gemeinschaft der Steuerzahler soll also dafür sorgen, dass auch die privat Versicherten mit in der Regel hohen Einkommen in den Genuss einer günstigen Familienversicherung kommen?

Homburger: Hören Sie endlich auf mit den Vorurteilen. Die kleinen Handwerker und Selbständigen verdienen kein Vermögen und haben oft genug zu kämpfen, um Familie und Betrieb und damit auch ihre Arbeitnehmer über Wasser zu halten.

sueddeutsche.de: Die CDU beschwichtigt, jetzt bleibe erst mal alles beim Alten. Nichts werde sich grundsätzlich ändern. Wollen die Christdemokraten vielleicht gar keinen Systemwechsel?

Homburger: Wir werden das System umstellen. So ist es beschlossen. Aber klar ist auch: Das geht nicht von heute auf morgen.

sueddeutsche.de: Wenn der Sozialausgleich über Steuern finanziert werden soll, dann müssen Sie doch zwangsläufig die Steuern an anderer Stelle erhöhen. Oder soll das auch auf Pump gemacht werden?

Homburger: Wir werden die Steuern nicht erhöhen. Dabei bleibt's! Deutschland ist eines der Länder mit den höchsten Ausgaben im Gesundheitswesen. Davon kommt zu wenig beim Patienten an. Es geht zu viel in Bürokratie, zu viel in die Verwaltung der Kassen. Wir werden das System effizienter und kostengünstiger gestalten. Da können wir viel Geld sparen. Nehmen Sie die elektronische Gesundheitskarte. Die verursacht hohe Ausgaben, der Nutzen ist nicht belegt.

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