Favorit gewinnt Vorwahl der Republikaner Romney baut seinen Vorsprung mit Sieg in Illinois aus

Er hat dem Druck standgehalten: Mitt Romney hat die Vorwahl im US-Bundesstaat Illinois gewonnen. Der 65-Jährige erhielt deutlich mehr Stimmen als sein ärgster Widersacher Rick Santorum. Dieser hofft nun auf die nächste Primary in vier Tagen. Newt Gingrich und Ron Paul landeten in der Wahlheimat von US-Präsident Barack Obama abgeschlagen auf den letzten Plätzen.

Mit einem klaren Erfolg bei der Vorwahl im US-Bundesstaat Illinois hat Mitt Romney seine Chancen auf die republikanische Präsidentschaftskandidatur weiter verbessert. Der frühere Gouverneur von Massachusetts schlug seinen ärgsten Rivalen Rick Santorum laut Teilergebnissen mit mehr als zehn Prozentpunkten Vorsprung. Abgeschlagen waren laut CNN der libertäre Kongressabgeordnete Ron Paul mit neun Prozent sowie der frühere Sprecher des Repräsentantenhauses Newt Gingrich mit acht Prozent.

US-Vorwahlen der Republikaner

Vor Anhängern sprach Romney am Wahlabend von einem "außergewöhnlichen Sieg". In seiner Rede machte er klar, sich bereits in der Rolle des Obama-Herausforders zu verstehen. "Es ist Zeit, dieses Wort zu sagen: Genug! Wir haben genug", rief der Ex-Gouverneur seinen Unterstützern in Schaumburg zu. Er habe 25 Jahre lang in der Wirtschaft gearbeitet und dabei sehr viel über die Schaffung von Arbeitsplätzen gelernt, während Obama als "Professor für Verfassungsrecht" keine Erfahrung damit gemacht habe.

Santorum hingegen warnte in seiner Rede erneut davor, den Multimillionär zum Kandidaten fürs Weiße Haus zu machen. "Wir brauchen keinen Manager, wir brauchen jemanden, der den Regierungsapparat an den Wurzeln packt", sagte der ultrakonservative Katholik und warf Romney erneut Wankelmütigkeit in der politischen Ausrichtung vor: "Wir brauchen jemanden, dem man vertrauen kann".

Illinois, die Wahlheimat von Präsident Barack Obama, hat 69 Delegierte für den Nominierungsparteitag der Republikaner Ende August zu vergeben. Um zum Herausforderer von Obama gekürt zu werden, muss ein Bewerber mindestens 1144 Wahlmänner hinter sich bringen. Romney liegt nach fast drei Monaten Vorwahl-Marathon bei den Delegiertenstimmen klar vorne. Laut CNN bringt der Ex-Gouverneur Romney nach der Wahl in Illinois mindestens 506 Delegierte hinter sich, der ultrakonservative Santorum nur 237.

Nächste Abstimmung in vier Tagen

Der Ex-Gouverneur von Massachussetts hat die Unterstützung des Partei-Establishments und verfügt über eine finanzkräftige Wahlkampforganisation. Insbesondere die wertkonservativen Anhänger der Republikaner konnte der als vergleichsweise moderat geltende Romney aber noch nicht überzeugen. Die nächste Vorwahl findet an diesem Samstag im Südstaat Louisiana statt, wo sich Santorum Siegchancen ausrechnet. Anfang April wird in Wisconsin, Maryland und der Hauptstadt Washington D.C. abgestimmt.

Außerdem stehen in den kommenden Monaten noch Vorwahlen in den bevölkerungsreichen Bundesstaaten New York, Texas und Kalifornien an; die letzte Abstimmung wird am 26. Juni in Utah abgehalten. Ende August halten die Republikaner in Tampa ihren Nominierungsparteitag ab, der Termin für die Präsidentschaftswahl ist der 6. November.

Linktipp: Die New York Times berichtet in ihrem Live-Blog über die Auszählung der Stimmen in Illinois.