Das System, immer mehr Geld in die Familien zu stecken, ist gescheitert. Wer mehr Kinder will, muss in ihre Betreuung investieren.
Manche Prinzipien lassen sich nur schwer verändern. Zum Beispiel dieses: Die beste Familienförderung besteht darin, den Familien immer mehr Geld zu geben. Heute wissen wir: Das ist Humbug. In keinem westlichen Industrieland machen junge Paare ihre Entscheidung für oder gegen ein Kind davon abhängig, ob sich das finanziell rechnet.
Anzeige
Das beste Beispiel dafür ist Deutschland. Hier werden 70 Prozent der öffentlichen Familienförderung in bar ausgezahlt. Meist als Kinder- oder als Elterngeld. Lediglich 30 Prozent werden für Infrastruktur ausgegeben, also für Kitas oder Tagesmütter. In Ländern wie Dänemark und Schweden ist das genau umgekehrt.
Die Familienförderung ist ineffizient und teuer Das Ergebnis: Die Deutschen bekommen nicht mehr, sie bekommen immer weniger Kinder. Dagegen stimmen die Geburtenraten in Dänemark und Schweden. In Deutschland wird jedes Jahr die Rekordsumme von 185 Milliarden Euro für eine Familienförderung ausgegeben, die gemessen an dem Ziel, dass mehr Menschen sich für mehr Kinder entscheiden sollen, völlig ineffizient ist.
Von den Familien Geld abzuzwacken und es in neue Betreuungsplätze zu stecken, ist deshalb folgerichtig und mitnichten unsozial, wie CSU-Chef Edmund Stoiber meint. Stoiber führt eine ideologische Debatte, wenn er etwa das Ehegattensplitting für sakrosankt erklärt. Er muss sich fragen lassen, ob er die Ehe um ihrer selbst Willen fördern will. Oder ob Kinder, in welche Familienform auch immer sie hineingeboren werden, nicht den höheren Wert darstellen?
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(sueddeutsche.de)
Müll an der Isar
Zitat: Dagegen stimmen die Geburtenraten in Dänemark und Schweden.
Es ist doch typisch deutsch sich mit anderen zu vergleichen. Höher, Schneller, Weiter. Das ist ein dummer Ansatz der noch nie zum Erfolg geführt hat. Und das gebetsmühlenartige wiederholen solcher Phrasen macht sie nicht besser. In Deutschland herscht eine andere Kultur und eine völlig anders geartete soziale Situation. In Schweden MüSSEN die meisten Mütter arbeiten, weil man sonst nicht leben könnte. Es ist als nicht so wie immer hingestellt, "Mei, schau mal wie süß - eine Mutter die sich verwirklicht" sondern eher " Geh arbeiten sonst haste weniger zum lebe".
Zitat: Von den Familien Geld abzuzwacken und es in neue Betreuungsplätze zu stecken, ist deshalb folgerichtig und mitnichten unsozial, wie CSU-Chef Edmund Stoiber meint.
Es ist sehr wohl unsozial. Schade, dass Sie so wenig Ahnung von der wirklichen Verteilung der Gelder haben. Die Summe mag sich gut anhören - ist aber in der Verteilung wie bereits von anderen Kommentatoren erwähnt keine "einzig und allein"-Familienförderung
Frisch aus der Phrasendreschmaschine:
Natürlich kann ich auch mit weniger Kindergeld gut auskommen - aber ich plädiere dafür, dass kinderlose deutliche Abschläge bei der Rentenversicherung erhalten. Schießlich haben die das Ganze Geld verprasst. Hätten sie sich halt was zurücklegen sollen als ich für mein Kind aufkommen musste.
Mit dem massiven Ausbau von Krippenplätzen erhalten die Eltern der dort untergebrachten Kinder eine zusätzliche staatliche Subvention. Diese Krippen-Subvention dient vorrangig dazu, dass die zeitlich entlasteten Eltern zusätzlich arbeiten und somit Geld verdienen können.
Diejenigen, die bis zum dritten Lebensjahr ihrer Kinder die Erziehung selbst in die Hand nehmen, bekommen gar nichts - und verzichten dabei auch noch auf das Ehegattengehalt und die anstehende Kindergelderhöhung.
Aber die Entscheidung pro oder contra Krippenplatz soll ja "freiwillig" sein.
Ich möchte nur wissen, wo dann die frei werdenden 750.000 Mütter arbeiten wollen? Aber vielleicht haben wir dann entweder bald wieder 5 Mio. Arbeitslose oder ein weiter fallendes Lohnniveau. Oder beides? Dann allerdings kommt kaum mehr eine Familie umhin, dass beide Eltern in die Maloche gehen müssen. Und für diesen GAU wird von der Politik jetzt schon vorgearbeitet.
Als Mutter von 5 Kindern war ich bereit auf Luxus, Freizeit und ständigem Urlaub zu verzichten. 5 Kinder machen soviel Arbeit, das meine Berufstätigkeiten vorher mir jetzt wie Urlaub vorkommen. Dennoch leben wir mit 7 Leuten von einem Gehalt und 840 Euro Kindergeld. Pro Kopf leben wir von 400 Euro. Dieses zwingt mich trotz der 5 Kinder und der Bügelwäsche, Jeden Tag kochen für 7 Personen, 7 Betten beziehen, Hausaufgaben von demnächst 5 Kindern kontrollieren, durchschnittlich täglich mit 2-3 Kindern für eine Arbeit lernen. Taxifahrten, Elternsprechtage in drei verschiedenen Schulen usw.. Falls ich einen Job finde, wird mir dieses schwer verdiente Geld an anderen Stellen wieder weggekürzt. Wir haben in Deutschland keine Chance über das Existenzminimum zu kommen. Da reden wir von Wahlfreiheit und Kindergeld kürzen, dafür Akademiker mit Elterngeld zum Kinderkriegen bezahlen und die Betreuung dieser Kinder durch Tagesstätten. Ich fühle mich betrogen misachtet und mutlos. Einzige Lösung die ich sehe eine eigene Partei gründen oder auswandern.
"Frauen wollen heute - und wollten das wohl schon immer - Anerkennung. Und die ist heute - anders als früher - eher im Beruf zu haben als zu Hause als vielfache Mutter und Hausfrau".
Da läge es doch nahe, den hoch dotierten Beruf der Mutter (des Vaters) - inkl. hochqualifizierter Ausbildung - zu schaffen. Peter Mersch zeigt diesen gehbaren Weg klar auf in seinem Buch "Die FamilienmanagerIn" (siehe auch www-land-ohne-kinder-de). Endlich bekäme die Mutter/Familienmanagerin jene Anerkennung verschafft, nach der sie (angeblich?) in einem bürgelichen Beruf so lechzt.
Bei der Karriere der Familienmanagerin stellt sich erst gar nicht die Frage: Kinder oder Beruf. Die Kinder sind der Beruf. Ausbildung, Karriere und Beruf implizieren gerade das "Kinderkriegen". Selbst wenn die biologische Phase der Reproduktion abgeschlossen ist, bieten der hohe Aubildungsstandard, die gute Bezahlung und die gesellschaftliche Anerkennung die Möglichkeit, weiter in Lohn und Brot zu stehen. Und zwar für die Kinder derjenigen, die lieber einer anderen Beschäftigung nachgehen.
Diese Alternative wäre nicht nur kostengünstiger, sie sichert gleichzeitig die Renten der FamilienmangerInnen und mindert die Gefahren der Kinderverwahrlosung.
Siehe Rezensionen bei amazon-de
www.amazon.de/Die-Familienmanagerin-Peter-Mersch/dp/3833454814/sr=8-2/qid=1172570192/ref=pd_ka_2/303-4557579-0585841?ie=UTF8&s=books
Wäre es denn nicht sinnvoll, statt eine Variante zu loben und die Alternativen niederzumachen, sich einen sinnvollen Kompromiss zu erarbeiten?
Es gibt so vieles dabei zu berücksichtigen. Frauen wollen heute - und wollten das wohl schon immer - Anerkennung. Und die ist heute - anders als früher - eher im Beruf zu haben als zu Hause als vielfache Mutter und Hausfrau. Andrerseits ist es nur normal und wünschenswert, dass eine Mutter Zeit mit ihren Kindern verbringen möchte. Das ist dann Zeit, in der sie ihrem Beruf NICHT nachgehen kann. Also muss da eine zeitliche Aufteilung stattfinden, wenn beides möglich sein sollte. Gerade dieser mittelere Weg ist aber in Deutschland sehr schwierig. Man verdient zu wenig in einem Halbtagsjob (Karierre ist da auch nicht möglich, sollte aber vielleicht so akzeptiert werden!) und hat keine ausreichenden Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder. In der Arbeit wird man nicht für voll genommen und von den Müttern die ganz zu Hause bleiben wird man oft auch schief angeschaut.
Das Problem ist, dass viele Frauen viel Zeit und Geld für die Ausbildung investieren und dann im besten Alter (25 bis 35 Jahre) wählen müssen: Kinder oder Beruf. Je nachdem wie die Entscheidung dann ausfällt muss man auf das andere verzichten. Auch der Weidereinstieg im Beruf, wenn man sich zu erst der Familie widmet ist viel zu schwer. Es gibt viele Frauen, die unter Depressionen leiden, wenn die Kinder "aus dem Haus sind".
Es geht eigentlich um die Neudefinition der Familie und der Rolle der Frau. Man kann dabei über Physik (begrenzte Zeit) und Biologie (Frauen werden schwanger, stillen, beschützen ihre kleinen Kinder) nicht hinwegsehen.
Paging