Gewalt als Mittel der Erziehung ist in Deutschland immer noch kein Tabu: 60 Prozent der Eltern in Deutschland halten "leichte Ohrfeigen" für eine geeignete Erziehungsmaßnahme. Jeder dritte Jugendliche, der als Kind Opfer elterlicher Gewalt war, wird selbst zum Täter und gewalttätig.
Schwere Gewalt gegenüber den eigenen Kindern - etwa eine "Tracht Prügel" oder "Schläge mit dem Stock" - hat allerdings in den vergangenen zehn Jahren deutlich abgenommen. Dies ergab eine Untersuchung der Bundesministerien für Familie und Justiz aus dem Jahr 2002.
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Demnach lehnen 28 Prozent der Eltern Körperstrafen ab. 54 Prozent geben ihren Kindern gelegentlich einen "leichten Klaps auf den Po". Knapp 5 Prozent aller Kinder werden allerdings immer noch "mit dem Stock versohlt".
1992 hatten diese körperliche Züchtigung noch 41 Prozent der befragten Jugendlichen angegeben. Noch 17 Prozent der Eltern aus allen Bevölkerungs- und Bildungsschichten wenden aber psychische und schwere körperliche Gewalt in der Erziehung an.
Deutlich zugenommen haben allerdings "weiche" Erziehungsmaßnahmen wie Fernseh- oder Ausgehverbot. 75 beziehungsweise 67 Prozent der Eltern setzen sie ein. Die Studie belegt auch den engen Zusammenhang zwischen jugendlichem Gewaltverhalten und Erfahrung mit Gewalt in der Familie. Jeder dritte Jugendliche mit einer gewaltbelasteten Erziehung habe über eine eigene, leichte Gewalttätigkeit berichtet.
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(sueddeutsche.de/dpa)
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