Russlands Präsident Putin hat die britische Forderung nach einer Auslieferung des Hauptverdächtigen im Fall Litwinenko zurückgewiesen - und kritisierte Großbritannien mit überraschend drastischen Worten.

Vorschläge wie der einer Verfassungsänderung beleidigten das russische Volk, sagte Putin am Dienstag. "Es ist ihr Denken, nicht unsere Verfassung, das geändert werden müsste", sagte Putin dem Fernsehen zufolge bei einem Treffen mit Vertretern Kreml-freundlicher Jugendorganisationen. Bei der britischen Forderung handele es sich um ein "Rudiment kolonialen Denkens".

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Wenig diplomatischer Vorstoß: Russlands Präsident Putin. (© Foto: Reuters)

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Das Außenministerium in London reagierte zurückhaltend auf Putins Äußerung. Die Regierung warte weiter darauf, dass die russischen Behörden helfen, das Verbrechen vor ein britisches Gericht zu bringen, sagte ein Sprecher. Schließlich sei die Tat in Großbritannien begangen worden.

Der britische Botschafter in Moskau, Anthony Brenton, hatte am Dienstag verlangt, "kreativ zusammenzuarbeiten", um das in der Verfassung verankerte Verbot einer Auslieferung russischer Staatsbürger zu umgehen. Auch andere Verfassungsbestimmungen würden in Russland immer wieder umgangen. Auch der britische Premierminister Gordon Brown hatte noch einmal nachdrücklich die Auslieferung des Hauptverdächtigen im Mordfall des ehemaligen KGB-Agenten Alexander Litvinenko, Andrej Lugowoi, verlangt.

Der russische Ex-Spion Alexander Litwinenko war im Herbst vergangenen Jahres in einem Londoner Hotel mit der radioaktiven Substanz Polonium 210 vergiftet worden und an den Folgen gestorben. Die britische Justiz betrachtet Andrej Lugowoj als Hauptverdächtigen. Die Regierung in Moskau lehnt die Überstellung Lugowojs aber ab und verweist dabei auf die russische Verfassung. Daraufhin wies Großbritannien vier Diplomaten der Gegenseite aus. Russland verwies kurz danach vier britische Diplomaten des Landes.

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(AP/Reuters)