Immer neue Einzelheiten zum Fall Kurnaz drangen im Januar 2007 an die Öffentlichkeit, die vor allem Bundesaußenminister Steinmeier mächtig unter Druck setzen. sueddeutsche.de dokumentiert das zähe Ringen um Aufklärung.
17./18. Januar 2007
Bild vergrößern
Außenminister Frank-Walter Steinmeier (© Foto: AP)
Anzeige
Murat Kurnaz erhebt vor dem Verteidigungsausschuss sowie dem BND-Untersuchungsausschuss des Bundestages Anschuldigungen gegen Bundeswehr-Soldaten. Angehörige des Kommandos Spezialkräfte hätten ihn 2002 in Kandahar misshandelt, sagt Kurnaz.
19. Januar 2007
Außenminister Frank-Walter Steinmeier bietet seine Aussage vor dem Untersuchungsausschuss an. Kanzlerin Merkel spricht ihm das Vertrauen aus.
20. Januar 2007
Die SPD warnt vor einer Vorverurteilung Steinmeiers. Die Opposition fordert seine Aussage.
21. Januar 2007
Einzelne Unionspolitiker distanzieren sich von Steinmeier. In widersprüchlichen Zeitungsberichten geht es um Bedingungen und Wünsche, die die USA angeblich mit einer Freilassung Kurnaz' verbunden haben.
Der CDU-Abgeordnete Siegfried Kauder, Vorsitzender des BND-Ausschusses, spricht sich dafür aus, nach der Aufklärung des Falls Konsequenzen zu ziehen, falls sich die rot-grüne Regierung etwas zu schulden hat kommen lassen.
23. Januar 2007
Kauder stellt die Anhörung Steinmeiers für März in Aussicht. Ein SPD-Ausschussmitglied macht deutlich, dass es in den Akten kein Dokument über ein Angebot der USA zur Freilassung gebe.
Der CIA-Ausschuss des Europa-Parlaments wirft der Bundesregierung in einem Bericht vor, Kurnaz ihre Hilfe verweigert zu haben und 2002 ein Angebot zur Freilassung nicht genutzt zu haben.
24. Januar 2007
Merkel stärkt Steinmeier derweil erneut den Rücken. Ein Regierungssprecher zieht die Quellen und Bewertungen des CIA-Ausschusses des Europa-Parlaments in Zweifel. Grüne und FDP kritisieren die Rolle des ehemaligen Bundesinnenministers Otto Schily.
25. Januar 2007
Außenminister Frank-Walter Steinmeier sieht wegen der Vorwürfe im Fall des früheren Guantánamo-Häftlings Murat Kurnaz keinen Grund für einen Rücktritt. Der SPD-Politiker bekräftigt, die alte Bundesregierung habe sich um Kurnaz gekümmert, obwohl dieser einen türkischen Pass besessen habe.
26. Januar 2007
Vertreter der Opposition verlangen, dass Steinmeier sein "Verwirrspiel" beendet. Der Abgeordnete der Linkspartei sagt, der Minister treibe sich mit seinem Verhalten selbst zum Rücktritt.
Erstmals äußert sich die Türkei zur Causa Kurnaz. Ankara habe sich intensiv um die Freilassung von Kurnaz gekümmert, heißt es.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(sueddeutsche.de)
Müll an der Isar
Liebe Redaktion,. ,Sie haben jetzt seitt einer Woche über den Fall Kurnaz auf Seite 1 berichtet. Könnte es sein, dass sie dabei andere Fälle, wie z.B. den Gefangenen in Teheran der sogar zeitweise mit der Todesstrafe bedroht war aus dem Auge verloren haben. Der Fall Kurnaz ist doch inzwischen zu einem Hilfsmittel zum Sturz mindestens des Außenministers aber am liebsten der ganzen Regierung mutiert. Also vielleicht den anderen Deutschen in fremdem Gewahrsam etwas mehr Aufmerksamkeit widmen. Sie hätten es wohl nötiger als Herr Kurnaz.
Mit freundlichen Gruß
Peter J. Westphal
Ich kann die ganze Schuldzuweisung an Deutschland nicht nach vollziehen. Wieso sollen wir Deutschen wieder die Deppen sein. Er ist Türke und hat einen Türkischen Pass. Er war in Afgahnistan und hatte mit den Taliban was zu tun, somit ist er für Deutschland eine unerwünschte Person und das soll er auch bleiben und er sollte schnellstens in die Türkei abgeschoben werden, damit sich unsere Politiker auch Ihre eigentliche Arbeit konzentrieren können und nicht mit diesem Affen Theater beschäftig sind. Aber so wie das aussieht, wird dieser Schmarotzer sein Lebenlang auf unsere Kosten sein Leben geniessen