Ein Namens-Konverter soll bei der Fahndung nach islamistischen Tätern helfen - Innenminister sollen gemeinsame Datei beschließen
Die Herren sind vorsichtig geworden: Sie lassen keinen Fremden mehr in ihre Kreise. Sie reden in der Moschee nicht mehr offen darüber, was sie vorhaben. Längst telefonieren sie auch nicht mehr ungeschützt. Zumindest dann nicht, wenn es um etwas geht. Oder sie tarnen sich als freundliche Biedermänner.
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Und wenn die Fahnder nach 400 Telefonaten in fünf Tagen mit dem Jemen und Marokko nachfragen, dann heißt es: Gespräche mit der Familie. Die Familie sei groß. Es ist in diesen Zeiten der Konspiration nicht gerade einfach, Islamisten auf die Spur zu kommen, die vielleicht einen Anschlag planen.
Das, was potenziellen Attentätern bisher am meisten hilft, sind ausgerechnet ihre Namen. Arabische Namen wie Hassan Ibrahim Muhamad Qaddafi, um nur ein fiktives Beispiel zu nennen. Es sind Namen, denen der deutsche Fahnder nicht gewachsen ist. Der Polizeicomputer ohnehin nicht.
Seit dem 11. September 2001 kleben sich Polizisten und Verfassungsschützer kleine gelbe Zettel an ihre Computer, um all die Mohammeds und Hassans noch auseinander zu halten. Sie machen sich Listen mit hübschen Querverbindungen und tapezieren damit die Wände ihrer Büros.
Und scheitern dann doch: Denn der eine Fahnder hat den Mann, der ihm in Zusammenhang mit Menschenhandel und Schleusung aufgefallen ist, als Hassan Ibrahim Muhamad Qaddafi abgespeichert. Der zweite Fahnder, der den gleichen Mann mit Falschgeld festgenommen hat, gibt ihn als Hassain Ibrahim Muhammad in den Computer ein. Und dem dritten Ermittler ist der Mann als Mohammed el Qaddafi Hasan ins Visier geraten - in einem Betrugsverfahren. Drei Namen, die der Computer als drei verschiedene Fälle ansieht.
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