Der Chef des Olympia-Sponsors Adidas, Herbert Hainer, hat die Störung des Fackellaufs durch Demonstranten kritisiert. Jemandem "mit Gewalt die Fackel abzunehmen", überschreite die Grenzen der freien Meinungsäußerung.

Adidas-Chef Hainer sagte: "Ich bin absolut dafür, dass man im Rahmen solcher Ereignisse für seine Meinung eintritt. Aber jemandem mit Gewalt die Fackel abzunehmen, das überschreitet die Grenzen der freien Meinungsäußerung."

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Will sich nicht in die Politik hineinziehen lassen: Adidas-Chef Herbert Hainer. (© Foto: dpa)

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Dass auch die chinesischen Paramilitärs, die den Fackellauf begleiteten und Pro-Tibet-Demonstranten angriffen, Adidas-Kleidung trügen, löse bei ihm "kein schlechtes Gewissen" aus, sagte Hainer in einem Interview des Nachrichtenmagazins Der Spiegel.

Zugleich wies der Konzernchef Forderungen von Nichtregierungsorganisationen zurück, Adidas müsse sich als einer der Hauptsponsoren der Olympischen Spiele zu Menschenrechtsfragen in China äußern: "Das ist der Versuch, uns in die Politik hineinzuziehen, und das werden wir nicht zulassen." Die Politik sei Aufgabe der Vereinten Nationen und der einzelnen Regierungen. "Oder wollen sie lieber von mir als von Angela Merkel regiert werden?"

Einen Imageschaden hat Adidas wegen seiner unpolitischen Haltung laut Hainer bislang nicht festgestellt. "Wir haben jedenfalls bei Themen wie der Verarbeitung von Känguruleder in unserer Schuhproduktion mehr Protest-E-Mails bekommen als in diesen Tagen wegen China", sagte er.

Der Sportartikelhersteller aus dem bayerischen Herzogenaurach ist in China der offizielle Sportswear Partner der Olympischen Spiele und der Paralympics. Adidas wird alle Mitarbeiter, Freiwilligen und technischen Funktionäre ausrüsten. Das Unternehmen hofft dadurch, auch auf dem riesigen chinesischen Markt die Nachfrage nach seinen Produkten anzukurbeln. Laut Hainer will Adidas bis 2010 in der Volksrepublik über eine Milliarde Euro umsetzen.

Im Streit über die Menschenrechtspolitik Chinas hatte Hainer zuletzt bereits von einem Boykott der Spiele in Peking abgeraten.

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(sueddeutsche.de/Reuters/jkr)