Angesichts des politischen Patts zwischen Rot-Grün und Schwarz-Gelb bei der Landtagswahl in Hessen hat der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Ernst Benda, eine Reform des Wahlrechts gefordert.

Die Einführung des Mehrheitswahlrechts würde Deutschland in Bund und Ländern "wieder politikfähig machen", sagte er der Bild-Zeitung.

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"In jedem Wahlkreis bekommt derjenige den Parlamentssitz, der die meisten Stimmen auf sich vereint, zum Beispiel 30 Prozent oder sogar weniger. Alle anderen gehen leer aus", sagte er. So entstünden "klare Mehrheiten in den Parlamenten, die sichere und stabile Regierungen stützen".

Die Einführung des Mehrheitswahlrechts sei besonders wegen des Erstarkens der Linkspartei notwendig, fügte Benda hinzu. "Wir sind durch den Erfolg der Linkspartei bundesweit auf dem Kurs zu einer Fünf-Parteien-Demokratie. Mit immer größerem Zwang zu Koalitionen mit immer mehr Parteien. Das führt zu endlosen Kompromissen und verhindert klare, eindeutige und sinnvolle Politik - ein großer Schaden für unser Land."

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(AFP/odg)