SPD-Chef Müntefering gibt den Sozialdemokraten zurück, was sie lange vermisst haben: Selbstbewusstsein. Jetzt muss es nur noch mit den Wahlen klappen.
Wer wissen will, wie wichtig den Parteien Europa ist, der muss auf einen Europaparteitag gehen. Beispielsweise auf den der SPD an diesem Montag im Berliner Hotel Estrel, dem Parteitags-Stammhaus der Sozialdemokraten. Im Vergleich zu anderen Parteitagen: eine halbe Halle, halb so viele Delegierte, halb so viele Videoleinwände - eine statt zwei.
Bild vergrößern
Es geht nicht um Wissen, sondern um Glauben: Franz Müntefering trifft mit seiner Rede den Nerv seiner Genossen. (© Foto: dpa)
Anzeige
Was die SPD nicht will: Halb so viele Stimmen bei der Europawahl Anfang Juni. Dafür will Franz Müntefering sorgen. Vor allem dadurch, dass er der Partei erst mal wieder das Vertrauen zurückgibt, Wahlen überhaupt problemlos gewinnen zu können. Nach dem Debakel in Hessen mit Andrea Ypsilanti und vor dem zu erwartenden Debakel in Hessen mit Thorsten Schäfer-Gümbel keine leichte Aufgabe.
Frischzellenkur für die Partei
Den obligatorischen roten Schal in der Linken eilt Franz Müntefering, wieder Parteichef seit einigen Wochen, in die Halle. Mit der Rechten schüttelt er Hände, begrüßt die erste Reihe, winkt den anderen Delegierten zu und springt die Treppe hinauf zum Podium. Der Mann wird im Januar 69 Jahre alt. Und doch wirkt er wie eine Frischzellenkur auf die Partei.
Seine Rede ist genau das: Er steigt tief in die sozialdemokratische Geschichte in, macht den Genossen bewusst, dass sie sich nicht in irgendeiner Partei engagieren. An den Eingängen werden Buttons verteilt: "Sturmerprobt seit 1863" steht da drauf. Sturm, Kampf - das wird die kommenden Monate bestimmen.
Es ist Wahlkampf.
Im Jahr 2009 stehen 16 Wahlen an - in Kommunen, Ländern, im Bund, in Europa und nicht zuletzt die Wahl des Bundespräsidenten. Die "Bundespräsidentinnenwahl", nennt sie Franz Müntefering. Wohlwissend, dass die Chancen auf einen Sieg der SPD-Kandidatin Gesine Schwan zuletzt eher gesunken sind.
Aber es geht nicht mehr um Wissen, es geht um Glauben. Und Müntefering liest die Messe. Er sagt: "Wer Wahlen gewinnen will, muss gewinnen wollen." Oder: "Einigkeit macht stark." Und: "Haut rein."
Dafür will er eine "Konzentration der Kräfte", keine kraftzehrendes "Flügelflattern" auf der rechten und der linken Seite der Partei. Der Applaus ist groß an diesen Stellen. Müntefering trifft den Nerv. Hier will keiner mehr in Sack und Asche gehen, nicht wegen der Agenda 2010, nicht wegen Kurt Beck. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident und vormalige SPD-Chef ist übrigens auch da.
Auf dem Sonderparteitag vor wenigen Wochen an gleicher Stelle, als Müntefering gegen Becks Willen zum Nachfolger gewählt wurde, da fehlte der Pfälzer noch. Jetzt sitzt er als Ehrengast in der ersten Reihe. Wenn er seinen Blick nach vorne richtet, sieht er den Stuhl, auf dem er sitzen würde, wenn es den Nachmittag am Schwielowsee nicht gegeben hätte. An jenem Morgen noch Parteichef, am Abend zurückgetreten.
Müntefering begrüßt ihn. "Freue mich, dass Kurt Beck dabei ist", sagt er. Der Beifall: höflich. Die Partei hat das Thema Beck abgeschlossen.
Keine inhaltlichen Forderungen - lieber draufhauen
Müntefering kümmert sich um die Partei, nicht um die Außenwirkung. Kein Satz zur Lösung der Wirtschaftskrise, keine inhaltlichen Forderungen. Ein bisschen draufhauen auf den Koalitionspartner im Sinne von: Was wären die ohne uns. Ein bisschen draufhauen auf die Linkspartei im Sinne von: Mit uns nicht.
Müntefering stellt lieber Hans Bonkas vor, einen alten Mann, weit über 80 Jahre alt. Der Sozialdemokrat steht dem Verein "Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold" vor. Er geht in die Schulen und erklärt Kindern, warum es mit der ersten Demokratie in Deutschland nicht geklappt hat. "Er war sowohl bei den Nazis als auch bei den Kommunisten im Gefängnis", sagt Müntefering. "Sozialdemokratische Geschichte." Da läuft manchem ein kalter Schauer über den Rücken als Bonkas sich von seinem Platz erhebt und leicht zittrig die Hand zum Gruß schwenkt.
Müntefering hat den Boden bereitet. Für die Wahlkampfrede von Martin Schulz, dem Spitzenkandidaten der SPD für die Europawahl, der hier gefeiert wird für seine Rede. Und für Frank-Walter Steinmeier, den, so Müntefering, "zukünftigen Kanzler der Bundesrepublik Deutschland". Wer gewinnen will, muss an den Sieg glauben, sagt Müntefering. Er glaubt daran. Und wenn nicht, ist er der Letzte, der irgendeinem von seinen Zweifeln erzählen wird.
(sueddeutsche.de)
"The Substance" im Kino
Füre mich ist der Genosse Münterfering nicht der Mann, der wieder die SPD führen sollte, haben denn schon alle vergessen, dass es gerade der Herr Müntefering war, der als ein Einpeitscher der Schrödergesetze war, die arbeitenden Bürger unseres Landes in die Knie gezwungen hat?
Diesen Mann sollte man auch nicht mehr als einen Genossen bezeichnen, denn Genosse heißt Kamerad und welcher Kamerad übt schon Verrat an seinen Leuten aus?
"Wer wissen will, wie wichtig den Parteien Europa ist, der muss auf einen Europaparteitag gehen....Im Vergleich zu anderen Parteitagen: eine halbe Halle, halb so viele Delegierte, halb so viele Videoleinwände - eine statt zwei."
Na wenigstens kümmert sich eine der zwei Volksparteien um Europa. Von den Schwarzen waren mehr als 50% der Schwarzen BundesministerInnen bei Beratungen und Verhandlungen in der EU überhaubt gar nicht anwesend. Allen voran unser müder Wirtschaftsminister Glos (CSU).
Wohin!?
Gaaanz einfach... An den Schienbein der eigenen Kadidaten.. Im Bund möchten wir keine AKWs aber in Wiesbaden ja... Warum? Weil Genosse (OK. OK. Ehemalig...) Klement es so möchte... Wortbruch.... Wenn die Scheinheiligen auf einmal Heilig gesprochen werden... Ich bitte SZ alle Wahlversprechungen der CDU-CSU der letzten 15 Jahre und das, was danach vorgefallen ist zu veröffentlichen... Sonnst mache ich es (Ist keine Drohung, nur SZ kann es professioneller). Na Ja da ist nicht mehr viel zu sagen...
Ja!
Haut Rein!
Aber bloß exakt in die Bauchgegend der eigenen Kandidaten....
Was SPD sich an sozialen Missetaten unter Schröder erlaubt hat, haben sich nicht einmal 16 Jahre lang CDU/CSU-FDP gewagt... Nun will man wieder mal Checks verteilen, mal Steuern senken, mal 0%kredite gewähren... Da habt ihr nun Euer Salat... Alles Alibi vorhaben... Aber anscheinend brauchen es die Bürger gar nicht... Weil wie der Vertreter des Deutschen Einzelhandels letzte Woche verkündet hat, laufen Weinachtsgeschähte prima! Also!?
Haut Rein!
Euer Wahl Slogan:
Wir wollen verschönern Taunus mit Kühltürmen verschönern!
Semester Gebühren nur für Arme! Für Reiche ist es eh Wurst!
Geduld Genossen, Wir verlosen Witten-Herbede Studienplätze!
Mehr Geld für die kriesengeschüttelte Bänker!
Steuer Schuldner in die Bunker!
Etc...
Ja! Haut rein!
"Nun gut, wir Leistungsträger sind da anders."
Selbstlob stinkt, sie Angeber. Aber vielleicht haben sie auch nur viel Geld und glauben deshalb sie wären Leistungsträger. Aber es stimmt , sehr "anders" sind sie schon.
Na als Bayer kann ich Ihrem Rat nicht folgen und darf doch nur die CSU wählen.
Paging