Europaparlament Sogar bigotten Nationalkatholiken ist die AfD zu rechts

Sind in der Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer (EKR) nicht mehr erwünscht: Die AfDler Beatrix von Storch und Marcus Pretzell.

(Foto: dpa)

Die Fraktion der Konservativen im EU-Parlament will zwei AfD-Abgeordnete loswerden. Das ist ein gutes Signal.

Kommentar von Daniel Brössler

Wer die Qualen britischer Europapolitik betrachten will, findet sie gebündelt im Europaparlament. Mit dem Austritt seiner Tories aus der christdemokratisch geprägten Europäischen Volkspartei hat Premier David Cameron dort eine Fraktion kreiert, die für ihn kein Problem gelöst, aber viele neue geschaffen hat. In der Frage des Brexit sind die Briten in der Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer (EKR) so gespalten wie die Parteifreunde daheim. Überdies befinden sie sich in fragwürdiger Gesellschaft. Sie reicht von bigotten Nationalkatholiken der polnischen Pis bis zu deutschen Rechtsaußen vom Schlage einer Beatrix von Storch.

Zumindest Storch und ihren AfD-Kollegen Marcus Pretzell wollen die Konservativen nun nicht mehr dabeihaben. Beide sind gebeten worden, die Fraktion zu verlassen. Andernfalls soll ihr Ausschluss betrieben werden. Mit Sympathien für Kremlchef Wladimir Putin, der Nähe zu den Freiheitlichen in Österreich und Gedankenspielen, die Flüchtlingskrise mit Schusswaffen zu lösen, ist die AfD selbst für das heterogene konservative Sammelbecken untragbar geworden.

Der Rauswurf zweier Abgeordneter wäre zwar politisch nicht weiter von Belang, hätte aber Symbolkraft. Er würde unterstreichen, dass sich die AfD nicht mehr am Rand des demokratisch-konservativen Spektrums bewegt, sondern es bereits verlassen hat.

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