Seine Kritik am Gebrauch von Kondomen holt ihn immer wieder ein: Papst Bendedikt XVI. ist nur knapp einer Rüge des EU-Parlaments entgangen.
Papst Benedikt XVI. ist knapp einer Rüge des Europaparlaments wegen seiner Äußerungen zu Kondomen entgangen. Ein Antrag der Liberalen, der das Oberhaupt der katholischen Kirche deswegen kritisieren sollte, wurde am Donnerstag abgewiesen. In dem zum Abschluss der Sitzungswoche nur noch dünn besetzten Straßburger Plenarsaal stimmten 253 Abgeordneten gegen die Rüge, 199 teilten die Kritik. 61 Europarlamentarier wollten nicht Stellung beziehen und enthielten sich.
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Papst Benedikt wäre beinahe wegen seiner Äußerungen zum Gebrauch von Kondomen gerügt worden. (© Foto: dpa)
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Für die Zurückweisung der Kritik hatte sich unter anderen der CDU-Abgeordnete Hartmut Nassauer stark gemacht. Er verwies darauf, dass der fragliche Antrag in einen Bericht des Parlaments über Menschenrechtsverletzungen einfließen sollte. Die umstrittenen Äußerungen als Menschenrechtsverletzung anzuprangern würde eine "unglaubliche Diskriminierung des Papstes" bedeuten, sagte Nassauer.
Sein Fraktionskollege Bernd Posselt (CSU) sprach von einer "skandalösen Attacke auf die bedeutendste moralische Autorität unserer Tage". Die "Kirchenfeindlichkeit der Liberalen" kenne offenbar keine Grenzen. Sie hätten den Papst in einem Bericht anprangern wollen, in dem sonst nur Diktatoren, Folterer und andere Menschenrechtsverletzer kritisiert würden.
Papst Benedikt XVI. hatte auf seiner Afrika-Reise Mitte März gesagt, Kondome könnten das Aids-Problem nicht lösen. "Ihre Benutzung verschlimmert vielmehr das Problem", sagte er an Bord seines Flugzeugs auf dem Weg nach Kamerun. Die Äußerungen hatten international Empörung hervorgerufen.
(AFP/vw)
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Das Büro von Alexander Graf Lambsdorff teilte mir auf Anfrage mit, die liberale Fraktion habe in einem Antrag zum Menschenrechtsbericht die Äußerungen des Papstes im März 2009 verurteilt. Graf Lambsdorff habe dann in einer Fraktionssitzung darauf hingewirkt, dass der entsprechende Passus gestrichen wurde und nur noch von einer "Besorgnis" die Rede gewesen sei.
Diese Fassung sollte dann in der gestrigen Sitzung des Parlaments zur Abstimmung gestellt werden, was aber durch einen Geschäftsführungseinwand der Konservativen Parteien (!) verhindert worden sei. Im Ergebnis seien dann beide Formulierungen abgelehnt worden.
Ich nehme daher meinen Vorwurf zurück, "die Liberalen" hätten die Orginalaussage des Papstes nicht gelesen. Nach Darstellung des Abgeordneten Lambsdorff trifft dies nur auf einen Teil der liberalen Fraktion zu.
Einmal mehr zeigt sich, dass man in der Berichterstattung nirgendwo ein volles Bild von einem Vorfall bekommt. Bedauerlicherweise hat man nicht die Zeit, jeder Meldung selbst hinterherzurecherchieren. Im vorliegenden Fall müsste ich eigentlich noch die konservative Fraktion anschreiben, um mir ein Bild von deren Darstellung zu machen, anschließend müsste ich das Sitzungsprotokoll lesen, am besten auch noch die Entstehungsgeschichte des Antrags mit seinen verschiedenen Stationen und Briefwechseln etc pp. Als Kind dachte ich immer, dass einem diese Aufgabe die Journalisten abnehmen würden.
Der Antrag der Liberalen wirft zahlreiche Fragen auf. Auf welcher Rechtsgrundlage ist das Europäische Parlament befugt, Rügen auszusprechen? Welcher Maßstab zur Bewertung des gerügten Verhaltens wird angelegt? Wenn es einen Maßstab gibt, wieso muss dann abgestimmt werden, ob die Regelungen dieses Maßstabes missachtet wurden? Gibt es Rechtsschutzmöglichkeiten für die Gerügten? Wurde der heilige Vater als Organ der katholischen Kirche gerügt oder die Person Ratzinger?
Das ganze Verfahren wirkt undurchdacht und populistisch.
Liebe SZ,
gestern gab es zu diesem Artikel eine recht rege Diskussion.
Wo sind die Beiträge hin? Gelöscht? Technischer Fehler? Zensur?
Viele Grüße
pfnosch
@KVwupp - Sie haben also IMMER noch nicht gemerkt, dass Ihre sogenannte "ernstgemeinte Frage" zum einen für das vorliegende Thema irrelevant ist, und zum anderen mir eine Meinung unterstellt (alle Papstkritiker oder Leute die anderer Meinung sind als ich sind...), die ich weder habe, noch im entferntesten geäußert habe.
Meine Bemerkungen bezogen sich auf ein bestimmtes NIVIEAU sogenannter Kritik, und die totalitäre Gesinnung, die sogenannte Liberale an den Tag legen, indem sie Meinungen meinen "rügen" zu müssen.
@Petr Cech - sorry wenn ich Ihnen auf die Zehen getreten bin. Ist nun mal so, wie ich Sie wahrnehme. Lesen Sie vielleicht Ihr eigenes Zitat noch einmal, und möglicherweise verstehen Sie, was mich dazu veranlasst hat.
@Wawerka- worüber soll ich bitte reflektieren? Es gibt ernszunehmende Kritik an Religion, Papst, Kirche - hier ist sie nicht zu finden, und in dem Gedankenpolizei-verhalten der sogenannten Liberalen noch viel weniger. Cf. Manesses Postings, die ihnen ja näher liegen, als meine, die aber inhaltlich mit weniger Verve nichts anderes sagen.
Paging