Neue Annäherung: Die EU und Russland nehmen die auf Eis gelegten Verhandlungen über ein neues Partnerschaftsabkommen wieder auf.
Drei Monate nach dem Einmarsch russischer Truppen in Georgien will die Europäische Union die Gespräche mit Moskau über ein neues Partnerschaftsabkommen wieder aufnehmen. Dies beschlossen die EU-Außenminister bei einem Treffen in Brüssel mit klarer Mehrheit, wie Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner am Nachmittag mitteilte. Alle Mitgliedsstaaten mit Ausnahme Litauens seien für diesen Schritt gewesen.
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Neue Zuversicht: Die EU will wieder mit Russland verhandeln (© Foto: dpa)
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Russland hat die Entscheidung begrüßt. "Wir sind schon seit langem dazu bereit", sagte ein Sprecher von Regierungschef Wladimir Putin in Moskau. Russland sei erfreut, dass es nun endlich weitergehe. Man setze große Hoffnung auf das bevorstehende Gipfeltreffen.
In Brüssel hatten zuvor zwei der einflussreichsten Kritiker des russischen Vorgehens im Südkaukasus, Großbritannien und Schweden, ihr Einverständnis mit der Fortsetzung der Gespräche erklärt. Der neue Pakt soll das alte Abkommen von 1997 ablösen und die Beziehungen der beiden Partner auf eine neue Grundlage stellen. Die Europäer, die viel Erdgas und Öl aus Russland einführen, pochen insbesondere auf ein Energiekapitel, um die Lieferungen abzusichern.
"Wir werden nicht so tun, als ob nichts passiert sei, und wir legen den Konflikt in Georgien auch nicht zu den Akten", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Außenminister Großbritanniens und Schwedens, David Miliband und Carl Bildt. "Wir glauben, dass die Dinge, um die es in dem Abkommen geht, sowohl im Interesse der EU als auch Russlands liegen."
Nach Angaben von Diplomaten vertrat auch Tschechien diese Position. Litauen und Polen, die bisher als entschiedene Gegner der Fortsetzung der Verhandlungen aufgetreten waren, sagten dem Vernehmen nach, sie seien an einem Ende des internen Streits in der EU interessiert.
"Positives Signal"
Die Staats- und Regierungschefs der EU hatten am 1. September erklärt, solange die russischen Truppen sich nicht auf die Positionen vor Ausbruch des Konflikts vom 7. August zurückgezogen hätten, blieben die Verhandlungen verschoben. Am vergangenen Freitag erklärte Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, Russland habe diese Bedingung erfüllt. Der amtierende EU-Ratspräsident ist an diesem Freitag in Nizza Gastgeber des EU-Russland-Gipfels, bei dem die EU ein "positives Signal" an die Moskauer Führung geben will.
Miliband und Bildt widersprachen Sarkozy in ihrem Papier: "Russland hat sich noch nicht wie von der EU gefordert auf die Positionen vor dem 7. August zurückgezogen." Dennoch sei es sinnvoll, die Verhandlungen über das Partnerschaftsabkommen fortzusetzen. Der finnische Außenminister Alexander Stubb sagte: "Die Entscheidung ist sehr klar: Wollen wir unsere Beziehungen mit Russland bilateralisieren, oder wollen wir eine klare Russlandpolitik der EU? Ich bin für Letzteres, obwohl Ersteres vielleicht eher im nationalen Interesse meines Landes läge."
Ebenso wie die EU-Kommission in einer Empfehlung zur Fortsetzung der Verhandlungen betonte auch Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn, ein einstimmiger Beschluss der Minister sei nicht nötig: "Man muss klar sehen, dass wir politisch und juristisch nur vertagt haben. Wir haben die Verhandlungen nicht ausgesetzt und brauchen deshalb keinen neuen Beschluss des (EU-Minister-)Rates."
Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner sagte: "Die Verhandlungen sind Sache der Kommission. Die muss das entscheiden." Russland hatte sich am 12. August verpflichtet, seine Truppen auf die Positionen vor Ausbruch des Konflikts vom 7. August zurückzuziehen. Dies hatte ein EU-Sondergipfel am 1. September zur Bedingung für die Fortsetzung der Verhandlungen gemacht.
Tatsächlich hatte Russland, das zuvor in den georgischen Regionen Abchasien und Südossetien etwa 2500 Soldaten als Friedenstruppen gemäß einem GUS-Mandat stationiert hatte, die beiden Regionen mittlerweile als unabhängige Staaten anerkannt. Insgesamt sollen dort künftig 7600 russische Soldaten stationiert sein. "Es gibt keinen Zweifel, dass Russland Truppen in Südossetien und Abchasien hat", sagte EU-Chefdiplomat Javier Solana. "Und das sind keine Friedenstruppen, das sind normale russische Truppen."
Tote bei Explosion
In Georgien wurdenu unterdessen bei Minenexplosionen in der Konfliktzone vor dem abtrünnigen Gebiet Südossetien zwei Polizisten getötet und mindestens drei weitere verletzt. Die Sprengsätze detonierten am Montag in dem georgischen Dorf Dwani an der Grenze zu Südossetien, wie das georgischen Außenministerium in Tiflis mitteilte. Die Polizisten waren dort auf Patrouille. Die georgische Regierung protestierte angesichts der fortdauernden Gewalt gegen eine Wiederaufnahme der Verhandlungen zu einem neuen EU-Partnerschaftsabkommen mit Russland.
Der Chef der EU-Beobachtermission, der Deutsche Hansjörg Haber, bezeichnete die beiden Minenexplosionen als klaren Bruch der Waffenruhe. Die südossetischen Behörden wiesen eine Beteiligung an der Explosion zurück. Die Konfliktparteien hatten sich wiederholt gegenseitig Provokationen vorgeworfen.
(dpa/AFP/plin/jkr/ihe)
beim Verfasser des Artikels täte Not. Wann endlich begreifen auch die regierungs- und parteitreuen Journalisten, daß der russische Einmarsch in Georgien eine Verteidigungsmaßnahme auf den Überfall Georgiens auf Südossetien war?
Die europäischen Regierungen haben auch langsam dazu gelernt, daß man Rußland nicht erpressen kann. Verhandlungen sind immer besser. Mir scheint, daß vor dem Hintergrund möglicher Änderungen in der Außenpolitik der USA, die Europäer nicht im Wege stehen wollen. Auch der kleine Kettenhund der USA in Polen scheint an die Leine genommen zu sein. Schade, daß sich Litauen nun zum kläffen in die erste Reihe schiebt. Wir Deutschen sind eigentlich von der Geschichte her verpflichtet, stets für Verhandlungen und gegen Konfrontationen einzutreten. Zwei verheerende Weltkriege wurden von Deutschland angezettelt und mit Grausamkeiten geführt. Leider haben dies SPD, Grüne und CDU vergessen, als sie ihre Politiker den Überfall auf Jugoslawien durchgehen ließen.
es wird Winter in Kanada und nicht nur dort, nach der Heizperiode kann man ja wieder stänkern mit dem Russe.
An Gromml (ehemals Oluja)
Sie schreiben: ...Sie schnell feststellen das es die USA sind welche, wo sie nur können, den weiteren Einigungs- und Erweiterungsprozessd der EU behindern und alles tun um Europa zu spalten (Brückenkopf Polen, Kosovo und Rakletenschild),...
1) Der größte Partner/Verbündete/Vasall Amerikas auf dem europäischen Festland ist eben Deutschland mit zig Tausend US-Soldaten seit über 60 Jahren (früher bis auf 250000 mit hunderten atomar bestückten Kurzstreckenraketen), mit Atomwaffen, Waffenlieferungen an die USA, mit größten US-Luftwaffenbasis und Drehkreuz für die so verhassten US-Kriege, US-Kriegsführung Central Command für Afrika wurde neulich in Deutschland angesiedelt.
Bitte sich zunächst über das eigene Land informieren. Polen hat nicht mal dauerhaft stationierten US-Soldaten im Lande. Wie kann man wissen was andere Nationen tun und nichts wissen (wollen) was im eigenen Lande läuft? Das habe ich versucht Ihnen bereits mehrfach zu erklären, ist doch eine erhebliche Resistenz vorhanden.
2) Polen sucht aufgrund der historischen Erfahrungen eine engere Bindung an die USA und das ist auch berechtigt, was Sie hier nicht zu urteilen haben (Deutschland hat bereits diese enge Bindung an die USA). Grund sind die Kriege und Besatzung Mittel-Ost-Europas durch Deutschland und Russland in den letzten 200 Jahren. So gesehen an der Zustimmung zur Partnerschaft mit USA inkl.Raketenschild ist Deutschland und Russland grundsätzlich schuld, weil Deutschland und Russland durch Besatzung, Kriege, Mord und Vertreibung, Schäden vor allem in Polen, und zuletzt die enge Partnerschaft zwischen Deutschland und Russland auf Kosten anderen Ost-Europ.Staaten, die Notwendigkeit einer stärkeren Bindung an die USA verursacht hatten.
Polen verhindert die Annäherung an Russland nicht, Russland muss aber gewisse Grundsätze einhaltenandere Länder durch Abdrehung des Gashahns bzw. Panzerbesuche nicht zu erpressen.
3) Die USA sind schon daran interessiert, dass die EU stärker wird, damit Sie einen erstzunehmenden und entschlossenen demokratischen Partner in der Welt haben. Sonst haben die USA weitgehend nur mit undemokratischen Staaten, bzw. Diktaturen in der Welt zu tun. Daher entbehrt Ihre Behauptung jeglicher Grundlage.
4) Mit dem Dollarverfall stimmt es irgendwie nicht, hat sich in den letzten Wochen dem EURO gegenüber um ca. 20% erholt, Ihrer (damals als Oluja) bereits geäußerten Ansicht nach müsste der Dollar aber ins bodenlose fallen.
Damit wurden Teile Georgiens engültig an Russland verkauft! Die wurden schon früher für die Milliarden von Sakashwili verkauft.
Das tägliche Geschäft ist doch wichtiger als Prinzipien. Prinzipien? Gerade tägliches Geschäft ist ein Hauptprinzip im Westen.
Damit wurden Teile Georgiens engültig an Russland verkauft! Das tägliche Geschäft ist doch wichtiger als Prinzipien.
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