Nach Ansicht der Umweltorganisation WWF reichen die versprochenen Milliarden jedoch nicht aus. Nötig seien vielmehr öffentliche Gelder in Höhe von jährlich sieben bis zehn Milliarden Euro bis 2020.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel und Großbritanniens Premier Gordon Brown beim Brüsseler EU-Gipfel (© Foto: dpa)

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"Nichts tun ist teuer"

Deutschland müsse dabei seinen fairen Anteil an der internationalen Finanzierung für Klimaschutz und Anpassung in den Entwicklungsländern tragen.

Auch bei der Reduzierung der Treibhausgasemissionen nahm der WWF die Bundesregierung in die Pflicht. Deutschland habe als Industrienation nicht nur eine historische Verpflichtung, seine Treibhausgasemissionen drastisch zu senken. "Selbst wenn wir rein ökonomisch denken, bleibt uns keine andere Wahl als zu handeln. Nichts tun ist teurer", sagte Regine Günther, WWF-Leiterin Klimaschutz.

Auch der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) forderte von den europäischen Staats- und Regierungschef mehr Anstrengungen für den Klimaschutz. Es gebe ausreichend Spielraum, den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase bis 2020 um bis zu 40 Prozent zu verringern. Es reiche nicht aus, wenn die EU-Mitgliedsstaaten als Trostpflaster Schecks für ohnehin zugesagte Hilfen im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit verteilten, bemängelte der Nabu-Vorsitzende Olaf Tschimpke.

Gleichzeitig warnte der Nabu vor "unverantwortlichen Tricksereien" bei den Klimaverhandlungen in Kopenhagen. So drohten Schlupflöcher bei der Anrechnung von Emissionen aus der Landnutzung, beim Walderhalt in Entwicklungsländern und bei dem Umgang mit überschüssigen Zertifikaten aus dem Kyoto-Protokoll.

Am Rande des Kopenhagener Gipfels demonstreirten am Freitag etwa 200 Menschen. Es waren die ersten Straßenproteste seit Beginn der zweiwöchigen UN-Klimakonferenz am Montag. Die Teilnehmer der Kundgebung teilten sich in kleinere Gruppen auf. Sie riefen unter anderem: "Denkt an eure Arbeit. Das ist unser Klima." Berichte über Ausschreitungen lagen nicht vor.

Für Samstag planen Klimaaktivisten und Umweltschützer aus aller Welt einen Marsch auf den Kopenhagener Gipfel. Die Veranstalter rechnen mit mehreren zehntausend Teilnehmern.

Bürger erwarten wenig

Den Erfolgsmeldungen zum Trotz verspricht sich die große Mehrheit der Bürger laut einer Umfrage von der UN-Klimakonferenz wenig bis nichts. Nur 19 Prozent der Befragten erwarten, dass dort sehr viel oder viel für den Schutz des Klimas erreicht wird, wie die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF-Politbarometer vom Freitag ermittelte. 66 Prozent meinen, es werde dort wenig, und 10 Prozent, es werde nichts erreicht werden.

Für 78 Prozent der Bundesbürger ist der Klimawandel aber ein sehr großes oder großes Problem. 17 Prozent halten ihn für ein weniger großes und 4 Prozent für überhaupt kein Problem. 51 Prozent meinen, dass in Deutschland zu wenig zum Schutz des Klimas getan wird, 39 Prozent halten es für gerade richtig, und 7 Prozent meinen, es werde dafür zu viel getan.

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(sueddeutsche.de/Reuters/AFP/dpa/AP/aho/ehr/woja)