Euro-Rettung CDU-Politikerin Lengsfeld vergleicht Bundestag mit DDR-Volkskammer

Früher machte Vera Lengsfeld mit Plakaten Wahlwerbung, die sie und Kanzlerin Merkel mit tiefem Dekolleté zeigten, nun stemmt sie sich gegen die Euro-Politik der Kanzlerin: Die frühere Bundestagsabgeordnete und DDR-Bürgerrechtlerin hält den Bundestag inzwischen für eine Abnickbude.

Im Zusammenhang mit den Abstimmungen zur Euro-Rettung sieht die CDU-Politikerin Vera Lengsfeld Parallelen zwischen dem Bundestag und der DDR-Volkskammer. Von den Abgeordneten werde verlangt, über Entwürfe abzustimmen, die ihnen nicht einmal vollständig vorliegen, sagte die frühere Bundestagsabgeordnete zu Handelsblatt Online.

Tiefe Einblicke: So warb die DDR-Bürgerrechtlerin und CDU-Politikerin Vera Lengsfeld im Jahre 2009 für sich im Wahlkampf.

(Foto: AP)

Wenn das Parlament dann "trotzdem so stimmt, wie die Regierung vorgibt, hat es seine Kontrollfunktion aufgegeben und gleicht immer mehr der Volkskammer der DDR", sagte die Ostdeutsche. Lengsfeld bezog ihre Kritik auf die Abstimmungen zum Rettungsschirm ESM und zum Fiskalpakt.

Harsche Kritik äußerte Lengsfeld auch am Abstimmungsverhalten der Abgeordneten zu den Milliardenhilfen für die spanischen Banken. "Mit der Zustimmung zu den Bankenhilfen für Spanien hat sich der Bundestag erneut zum Abnickorgan der Regierung degradiert", sagte die im thüringischen Sondershausen geborene CDU-Politikerin. Lengsfeld saß von 1990 bis 2005 im Bundestag, bis 1996 allerdings für Bündnis 90/Die Grünen.

Lengsfeld hatte im letzten Bundestagswahlkampf 2009 für Aufsehen gesorgt, weil sie Plakate kleben ließ, auf denen sie mit der CDU-Chefin und Kanzlerin Angela Merkel tief dekolletiert zu sehen war. Der Aufwand blieb ohne Erfolg: Lengsfeld wurde nicht wieder ins Parlament gewählt.

Seitdem wirkt sie nach Informationen ihrer Internetseite als freischaffende Autorin in Berlin. Lengsfeld war vor kurzem zur neuen Landesvorsitzenden der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) Berlin-Brandenburg gewählt worden.