In Großbritannien wird heftig über Nutzen und Kosten der EU-Mitgliedschaft diskutiert. Stramm Konservative wie Nigel Farage, Chef der UK Independence Party, machen sich für einen EU-Austritt ihres Landes stark. Mit ihrer Europa-Skepsis stehen sie nicht allein. Auch in anderen Ländern versuchen Politiker, mit Angriffen auf Brüssel zu punkten.
So wie auf diesem Bild dürfte der Parteichef der rechtspopulistischen UK Independence Party (UKIP) bei seiner Arbeit als Europa-Parlamentarier öfter gucken. Denn Nigel Farage schimpft auf die kontrollwütigen "Bürokraten in Brüssel" und sieht in der EU primär ein Projekt mit Demokratiedefizit, das den Briten von einer politischen Elite aufgezwungen werde. Den EU-Ratsvorsitzenden Herman Van Rompuy schmähte er als "Mann mit dem Charisma eines feuchten Lappens" (hier zu sehen auf Youtube).
Der 48-jährige Farage setzt sich seit Jahren für einen EU-Austritt seines Landes ein. Entsprechend zufrieden zeigt er sich mit den Plänen des konservativen britischen Premiers David Cameron, die Briten über einen EU-Ausstieg abstimmen zu lassen. Endlich sei die Debatte kein Randthema mehr, sagt Farage. "Der Geist ist aus der Flasche."
Den Plan des Premiers deutet Farage primär als eigenen Erfolg - und als dessen Mittel, gegen die UKIP anzukämpfen. Denn jüngste Wahlerfolge von Farages Partei hatten die Konservativen Stimmen gekostet. Seinen Anti-Europa-Kurs will Farage jedenfalls ungebremst fortsetzen: Die eigentliche Arbeit seiner Partei beginne erst jetzt, sagte er - nämlich die Briten vom EU-Austritt zu überzeugen.
Bild: AFP25. Januar 2013, 14:36 2013-01-25 14:36:25 © Süddeutsche.de/gal/esp/mikö