Rettungsaktionen für den Euro, immer mehr Schulden - und Finanzminister Schäuble ist im Krankenhaus. Ist er dem Stress noch gewachsen?
Zu Beginn der wichtigen Griechenland-Woche hatte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble alle Spekulationen über seinen möglicherweise dauerhaft angeschlagenen Gesundheitszustand noch vehement zurückgewiesen.
Wolfgang Schäuble: "Mein Sitzfleisch ist inzwischen wieder in einer Lage, dass ich notfalls auch Götz von Berlichingen zitieren kann". (© Foto: dpa)
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Seine gesundheitlichen Probleme der vergangenen Wochen seien vorbei. Beim Gipfel der Finanzminister am Ende der Woche wurde Schäuble von den Problemen wieder eingeholt: Er musste in Brüssel "zur Beobachtung" ins Krankenhaus eingeliefert werden. Innenminister Thomas de Maizière reiste am Abend an, um die Leitung der Delegation zu übernehmen.
Schäuble hatte auf ein neues Medikament allergisch reagiert. Inzwischen geht es ihm allerdings wieder besser. Er wird noch am Montag das Krankenhaus wieder verlassen können. Das sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag in Berlin. "Ich glaube, sein Gesundheitszustand hat sich sehr gebessert", fügte sie hinzu. Sie habe am Sonntag "vielfach mit ihm telefoniert".
Das Kanzleramt in Berlin wies unterdessen Spekulationen über eine Kabinettsumbildung wegen der Erkrankung Schäubles entschieden zurück.
Schäubles Gesundheitsprobleme sind nicht neu. Nach einer Operation Anfang des Jahres hatte sich der Wundheilungsprozess des querschnittsgelähmten Politikers lange hingezogen, so dass er nicht sitzen, sondern nur liegen konnte. Allerdings war nach seinen Angaben vom Anfang der vergangenen Woche die Genesung so weit abgeschlossen, dass er seine Amtsgeschäfte wieder voll und ganz übernehmen konnte.
Der Zeitpunkt, zu dem sich Schäubles Gesundheit nun erneut verschlechterte, war sehr delikat. Den Deutschen wurde bereits nachgesagt, bei den äußerst schwierigen Verhandlungen auf die Bremse zu treten. Bis Schäubles Vertreter de Maizière in dem Riesenbau im Herzen des Europaviertels eintraf, verstrich kostbare Zeit. Zunächst musste Staatssekretär Jörg Asmussen die deutsche Fahne im Saal hochhalten.
"Sich selbst erfüllender Prozess"
"Mein Sitzfleisch ist inzwischen wieder in einer Lage, dass ich notfalls auch Götz von Berlichingen zitieren kann", sagte Schäuble. Er bezeichnete Fragen nach seinem Gesundheitszustand als legitim, stellte aber zugleich die Berichterstattung darüber "manchmal als sich selbst erfüllenden Prozess" dar. Im Zusammenhang damit war auch spekuliert worden, der hessische Ministerpräsident Roland Koch könnte das Amt des Bundesfinanzministers übernehmen.
Schäuble ist nicht nur das älteste, sondern auch das erfahrenste Kabinettsmitglied und gilt als politisches Multitalent. Der 67-jährige Badener ist der einzige Minister, der bereits vor der Wiedervereinigung einer Bundesregierung angehörte. Zwischen 1984 und 1989 war er im Kabinett "für besondere Aufgaben" zuständig und Chef des Bundeskanzleramtes unter Kanzler Helmut Kohl.
Im April 1989 - ein halbes Jahr vor dem Mauerfall - wurde Schäuble Innenminister und handelte den Einigungsvertrag mit der DDR aus. Im Oktober 1990 schien seine Karriere beendet: Ein psychisch kranker Mann feuerte auf einer Wahlkampfveranstaltung im badischen Oppenau drei Schüsse auf ihn ab.
Seitdem sitzt der CDU-Politiker querschnittsgelähmt im Rollstuhl. Er ließ sich durch das Attentat aber nicht aus der Bahn werfen, ebenso wenig wie durch ein tiefes Zerwürfnis mit Kohl. 1991 wurde er Chef der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag und im November 1998 zum Nachfolger Kohls als Parteichef gewählt.
Weniger als ein Jahr später überrollte ihn die CDU-Spendenaffäre, und er musste seine Posten als Fraktions- und Parteichef räumen. Aber auch von diesem Rückschlag erholte sich Schäuble schnell.
2002 holte ihn CSU-Chef Edmund Stoiber in sein Wahlkampfteam. CDU-Chefin Angela Merkel machte ihn 2005 zum Innenminister. Schäuble führte die harte Linie seines SPD-Vorgängers Otto Schily in der Sicherheitspolitik fort und lotete immer wieder die Grenzen des Rechtsstaats aus.
Zu den ganz hohen politischen Würden gelangte er nicht mehr: 2004 war er als Kandidat für das Bundespräsidentenamt im Gespräch - nominiert wurde nach einer quälenden Debatte Horst Köhler.
Als Mann für alle Fälle blieb Schäuble aber weiter für neue Herausforderungen im Gespräch: Vor der Wahl wurde er als deutscher EU-Kommissar in Brüssel gehandelt.
Seine Berufung ins zweite Kabinett Merkel im Herbst vergangenen Jahres war die größte Überraschung der Koalitionsverhandlungen zwischen Union und FDP. Karl-Theodor zu Guttenberg, Thomas de Maizière, Hermann Otto Solms - sie alle waren für den Posten gehandelt worden. Mit Schäuble hatte dagegen niemand gerechnet.
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(sueddeutsche.de/apn/AFP/hgn/mel/cag)
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Na er hat das Grundgesetz fast abgeschafft, dann wird er das mit dem EURO auch noch hinbekommen.
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An CA-KE-KOE:@, Ihr Bericht ist gut,er sticht von vielen anderen belanglosen Briefen deutlich ab. Die einen sind Haehmisch bis gemein,die anderen sind gleichgueltig. Dabei geht es hier um das ganze,nicht nur in Deutschland teilweise Weltweit,aber die Kleingeister sind immer wieder da. Es scheint eine alte Deutsche Tugent zu sein,alles nur im schlechten Licht zu sehen,hauptsache ich bin pessimistisch.Aber die Welt dreht sich weiter und es muessen Loesungen gefunden werden,leicht wird das nicht, nun packen wir es an.
Bitte malen Sie Teufel an die Wand, soviele Sie wollen, aber nicht den Koch.
Was Schäuble sich antut, ist seine Sache. Ich kann ihn nicht bedauern, wenn er selbst seine Grenzen nicht kennt.
sieht schlecht aus. Die Verantwortung und die Sorgen um sein Amt, fressen den Mann wohl langsam aber immer sicherer auf. Er ist angesichts der bankrotten uroländer sehr überarbeitet und gestresst, nicht weit von einem Zusammenbruch entfernt. Pause Hr. Schäuble. Mal ne Valium und gut iss. Die Finanzen, der Euro, Europa ist mit eurer Politik eh nicht (so) zu retten. Dennoch, jeder verantwortet sein Handeln und Tun da selbst. Ein öffentlicher Abgang auf der politischen Bühne?! Warum nicht. Einem Künstler ist das ja auch schon Mal beschieden worden. Ruhestand Hr. Schäuble, solange Europa noch steht.
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