Welche Auswirkungen die geplanten EU-Sanktionen gegen Iran haben werden, lässt sich nicht mit Sicherheit vorhersagen. Die bisherigen Handelsbeschränkungen hatten unterschiedliche Folgen, nur ihren eigentlichen Zweck haben sie nie erreicht: Teherans Atom-Ausbau zu stoppen. Der Druck von außen scheint die Regierung im Innern vielmehr zu stärken.
Boykott und Embargo, die zwei Seiten der Erdölwaffe, können unerwartete Folgen haben. Wenn die Iraner ihre Absicht verwirklichen, als Repressalie auf die jüngsten Sanktionen keinen Tropfen mehr an Europa zu liefern, dann wird dies nicht gerade zu autofreien Sonntagen und zu Geschwindigkeitsbeschränkungen führen wie während des ersten Erdölschocks im Jahre 1973.
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Doch damals stieg der Ölpreis rasch von drei auf zwölf Dollar pro Fass, dann auf 38 Dollar beim zweiten Schock sechs Jahre später. Jetzt steht er bei 110 Dollar.
Leider lässt sich den Entscheidungsträgern der EU nach den Erfahrungen mit der Euro-Krise nicht bescheinigen, dass sie die wirtschaftlichen Konsequenzen ihrer Entschlüsse zuverlässig im Griff hätten. Jede weitere Eskalation des Streits mit Teheran kann teuer werden.
Öl ist wie Blut ein besonderer Saft. Wohin es fließt, wer daran verdient und wer eventuell an Entzugserscheinungen erkrankt, lässt sich nicht mit Sicherheit vorhersagen.
Sanktionen gegen Iran sind nichts Neues. Sie werden seit vielen Jahren praktiziert und haben sogar einiges bewirkt. Weil ihre Umgehung Geld kostet, sind Importe teurer geworden. Die Europäer, voran die Deutschen, einst die wichtigsten Handelspartner des Landes, sind hinter die Asiaten zurückgefallen.
Die Preise in der Islamischen Republik steigen, die Arbeitslosigkeit auch, und die Währung verfällt. Nur ihren vorgeblichen Hauptzweck haben die Sanktionen nie erreicht: Vom Ausbau ihres Atom-Potentials lassen die Iraner nicht ab. Jüngste Umfragen zeigen, dass der Druck von außen gerade auf diesem Gebiet dem Regime sogar mehr Ansehen beim Volk einbringt.
Erst im eiskalten Nordschweden endete die Flucht der Familie al-Labwani aus Syrien. Via Internet unterstützt sie von hier aus den Widerstand in der Heimat. Eine Abenteuergeschichte. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(SZ vom 27.01.2012/gal)
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ist mittlerweile unübersehbar. Herr Chimelli zweifelt zwar die Wirksamkeit von Sanktionen an und fragt, wer die Zeche dafür zu zahlen habe. Über die BERECHTIGUNG derartiger Sanktionen lese ich bei ihm aber nichts, oder ist mir da etwas entgangen? Dass die versuchte Atomrüstung Irans in erster Linie ein Vorwand ist, um ein unliebsames Regime letztlich mit militärischen Mitteln beseitigen bzw. nach den eigenen Wünschen verändern zu können, dürfte aufgeklärten Bürgern schon länger klar sein.
Es sei auch noch einmal an einen anderen Versuch erinnert, den Iran als hochgefährlichen Aggressor darzustellen. Ahmadinedschad soll in einer Rede gesagt haben: "Israel muss von der Landkarte getilgt werden." Die korrekte Übersetzung der entsprechenden Textpassage lautete allerdings: "Das Besatzungsregime Israels muss Geschichte werden." Und diese Forderung entspricht ja wohl vollinhaltlich einer Reihe von Resolutionen der Vereinten Nationen, ist also völkerrechtlich in meinen Augen nicht falsch. Soweit ich mich aber erinnern kann, machte die Falschübersetzung heftige Schlagzeilen, die Korrektur kam viel, viel leiser daher.
Aber was soll man von Lohnschreibern erwarten: Wes Brot ich ess', des Lied ich sing'.
Wär schön, wenn er uns jetzt auch noch verrät, welches die richtige Richtung wäre.
...solange China und Russland vom Iran Öl kaufen und im Gegenzug Waren liefern ist alles was der Westen an Handelsbeschränkungen und Embargos mach schlicht weg für'n Ar....
Der Westen nimmt sich selbst für viel zu wichtig. Denn mit den Waren aus China und Russland und deren Geld lässt es sich leben.
Späte, hoffentlich nicht zuspäta Einsicht:
Neue Sanktionen im Atomstreit mit Iran Letzte Chance, letzte Hoffnung
24.01.2012, 08:07
Ein Kommentar von Martin Winter
Mehr geht nicht: Mit den neuen EU-Strafmaßnahmen, die die iranische Wirtschaft treffen sollen, hat die letzte Phase im Atomstreit begonnen. Lässt sich Teheran auch davon nicht beeindrucken, dann bleiben dem Westen eigentlich nur noch militärische Mittel.
Werden, können militärische Mittel......? Und noch vor 3 tagen hat uns Hartz IV Empfänger Martin Winter Hoffnungen gemacht . Jetzt haben wir die Schousse. Sehr unangenehm. Aber ein Trost, dass sich wenigstens Präsident Obama gefreut hat und in Kongress seine berühmteste Rede gekloppt.
"Die ganze Sache scheint mir ein Kommunikationsproblem zu sein. Die Iraner können nicht glaubhaft machen, dass sie nicht an der Bombe bauen und der Westen misstraut Iran aufgrund der agressiven anti-westlichen Rethorik der Führung. "
Die Iraner könnten dem Westen nicht glaubhaft machen, dass sie nicht an der Bombe bauen, selbst wenn es so wäre und wenn sie wollten.
Der Irak hat genau dies versucht und Kontolleure ins Land gelassen. Hat es ihm geholfen? Nein, er wurde trotzdem angegriffen, indem man eben der Welt die angeblichen Waffen vorgelogen hat. Man wollte den Krieg gegen den Irak, da half kein Entgegenkommen, keine Mitwirkung des Irak.
Denkt irgendjemand es würde dem Iran anders gehen? Und im Irak haben die Waffeninspekteure gleich noch die irakischen Streitkräfte mit ausspioniert. Der Iran hat daraus gelernt. Er weiß, er kann nicht beweisen, dass er etwas nicht tut. Er weiß, dass mögliche Insepteure nicht nur das angebliche Atombombenbauprogramm überprüfen sollen.
Die Reaktion des Iran ist vollkommen logisch und nachvollziehbar.
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